Atembeschwerden, 55J weibl.

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    • ff-hamburg schrieb:

      Atemwegssicherung ja oder nein?
      Nun das würde ich abhängig machen von folgendem Punkt. Schaffen wir es den Kopf so zu positionieren das wir die Atemwege frei haben und sie frei bleiben?
      Wenn nein wäre ich für eine Narkose mit Schutzintubation

      ff-hamburg schrieb:

      Die Patienten muss im Tragetuch über 3 Stockwerke durch ein enges Treppenhaus
      Ein Transport via Drehleiter ist zeitnah nicht möglich?

      ff-hamburg schrieb:

      Welche Zielklinik und welche Verdachtsdiagnose habt ihr?
      Das Kreiskrankenhaus mit der Neurologie wäre das Krankenhaus meiner Wahl mit der Verdachtsdiagnose Krampfanfall.
      Schenkt euch Liebe
    • Ich persönlich sehe auch keinen Vorteil darin in das Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung zu fahren.

      Beide Kliniken haben die gleiche Fahrzeit, beide haben die Möglichkeit einer CT-Diagnostik, nur dass das Kreiskrankenhaus "on top" noch eine Neurologie mit Stroke Unit hat.
      Und wenn im CT irgendwas völlig abgefahrenes herausgefunden wird, wird halt mit der Schraube zum Maximalversorger weiterverlegt.

      Moderator || Benutzerbetreuung BOS
    • Hallo, hatte es mal wieder ein bisschen aus den Augen verloren. Ich sollte meine Themen abonnieren :)

      Also:

      Einen Guedeltubus akzeptiert die Patientin nicht, sie würgt gegen an. Esmarch-Handgriff beseitigt zwar die Zungengrundverlegung, lässt sich aber nicht während des Transportes durchgängig aufrecht erhalten. Allerdings hat die Patientin auch mit schnarchendem Atemgeräusch eine sehr gute Sättigung.
      Ein Transport mittels Drehleiter würde sehr schwierig werden (kleines Velux-Dachfenster), zudem hat die nächste DLK >15 Minuten Anfahrt, plus Ausrückezeit. Würde also eine erhebliche Verzögerung bedeuten.

      Daher fällt die Entscheidung für einen zügigen Transport durch das Treppenhaus auf die vorbereitete Tragen. Die Patientin wird auf das Tragetuch umgelagert, bietet weiterhin eine deutlich reduzierte Vigilanz. Beim Transport durchs Treppenhaus fällt auf, dass sie immer wieder die Großzehen beider Füße streckt. Ansonsten ändert sich nichts wesentliches am Gesamtzustand der Patientin.

      Soll noch etwas gemacht oder untersucht werden oder Abfahrt? Zielkrankenhaus Neurologie/Stroke und Anmeldediagnose Krampfanfall sind vor vorgeschlagen, irgendwelche Einwürfe?
      Standard nicht Standart :evil:
    • Man könnte mal kurz noch den Babinski Reflex beachten, allerdings finde ich den für uns jetzt nicht Kriegsentscheidend. Wir sollten zusehen das wir in ein Krankenhaus kommen und dort weitere Untersuchungen laufen anstatt noch auf der Straße Zeit zu verschwenden mit Untersuchungen die unser handeln nicht verändern.
      Schenkt euch Liebe
    • Hmmm... habe ein bisschen ungutes Gefühl.

      Es ist ja immer der gleiche Sport...Krampfanfall...mit Benzos plätten ... postiktaler Dämmerzustand...Patient wieder wach...alles gut

      ...zumindest wenn es wirklich ein primärer Krampfanfall war.

      Sofern der Krampf aber symptomatisch (bei Hirnblutung, Apoplex, Enzephalitis, Meningitis etc. etc.) ist kann man diesen postiktalen Dämmerzustand gut mit der Bewusstseinsstörung bedingt durch die Grunderkrankung verwechseln.

      Die Streckung der Großzehen irritiert mich nun diesbezüglich schon deutlich. Könnte sich um Streckkrämpfe (nicht epileptisch!) handeln, die auf ein ernstes neurologisches Hirnstammproblem hindeuten könnten.

      Babinski halte ich für eine gute Idee...

      Ich bin mir nicht sicher, ob man hier nicht doch über eine Schutzintubation nachdenken muss. Zumindest sollte Intubationsbereitschaft hergestellt werden und bei etwaiger neurologischer oder kardiopulmonaler Verschlechterung auch erfolgen.

      Hat die Patientin Schutzreflexe???

      Ansonsten bleibt es dabei. Schnellstmöglich CCT und Entscheidung, ob Patientin in der Neurologie bleiben kann oder ggf. bei ICB weiterverlegt werden muss...

      Moderator || Benutzerbetreuung BOS
    • Also, der Babinski-Reflex ist beidseits pathologisch positiv.
      Die genaue Beurteilung der Schutzreflexe gestaltet sich schwierig, da die Vigilanz fluktuiert. Einen Guedel akzeptiert die Patientin aber nicht, trotzdem intubieren?

      Wenn es keine weiteren Einwürfe gibt würde sich der RTW jetzt auf die Fahrt ins Kreiskrankenhaus mit Neurologie machen.
      Standard nicht Standart :evil:
    • Naja...wenn sie den Güdel nicht akzeptiert, sind die Schutzreflexe ja noch nicht so ganz weg.

      Von mir aus. Intubationsbereitschaft. Sobald Sättigung abfällt, oder sich der neurologische Befund verschlechtert Schutzintubation.

      Ansonsten keine Zeit verlieren und schnellstmöglich zum CCT.

      Moderator || Benutzerbetreuung BOS
    • Gut, die Patientin wird in Intubationsbereitschaft ohne weitere Maßnahmen ins KH mit Neurologie/Stroke gefahren.

      Nach Durchführung des CCT ergibt sich folgender Befund:

      Subarachnoidalblutung Fisher Grad IV mit Liquoraufstau bei rupturiertem Aneurysma der A. communicans anterior.

      Nach Intubation erfolgt die Verlegung in ein Haus mit Neurochirurgie zur weiteren Therapie.

      Fragen, Kritik, Anmerkungen?

      Interessant fand ich, dass es hier im Fallbeispiel sehr ähnlich wie im echten Einsatz abgelaufen ist.
      Wir als RTW-Team hatten die Arbeitsdiagnose ICB, haben uns aber aufgrund der A- und B-Problematik nicht getraut, Midazolam nasal anzuwenden um den Krampf zu durchbrechen.
      Der Notarzt hat als Arbeitsdiagnose Entzugskrampf, DD SAB ausgegeben und sich trotz der Transportdauer von 50 Minuten in die Uniklinik gegen eine Intubation entschieden.

      Rückblickend lässt sich übrigens feststellen, dass die Patientin alle Risikofaktoren für eine SAB hatte und quasi eine klassische Anamnese, trotzdem war die Diagnose bis zum cCT unklar.

      Fragen, Kritik, Anmerkungen?
      Standard nicht Standart :evil:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von ff-hamburg ()

    • Vielen Dank! Sehr interessanter Fall!
      Ich habe selbst im letzten Jahr einen ähnlichen Fall erlebt.

      Problem ist, dass man immer hadert, einen Patienten nach einem Krampfanfall zu intubieren, da ja nahezu alle Patienten noch postiktal bewußtseinsgetrübt sind, ja sogar Paresen ("Todd'sche Parese") haben können. Und einem "normalen" Krampfpatienten steckt man natürlich ungerne einen Rüssel in den Hals.

      Problem ist, dass man genau die Patienten herausfiltern muss, die es dann doch benötigen. Und dazu ist halt eine sehr detaillierte neurologische Untersuchung erforderlich.
      In diesem Fall wiesen die Streckkrämpfe und der Babinski auf eine Hirnstammproblematik bzw. eine meningeale Reizung hin.
      Intubation oder nicht ... am sicheren Schreibtisch ist es immer leicht gesagt...joah klar...muss man intubieren. Im Einsatz sieht das aber dann doch wieder ein bisschen anders aus.

      Ein Fall aus dem wahren Leben. Nochmal ganz herzlichen Dank und gerne mehr davon!!!

      Moderator || Benutzerbetreuung BOS