THW als eigene Organisation nötig?

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    • THW als eigene Organisation nötig?

      Guten Abend zusammen,

      zusammen mit ein paar Kameraden haben wir auf unserem letzten Übungsabend über die Frage diskutiert, ob das THW als eigenständige Organisation von Nöten ist.

      Es ging sich dabei vor allem darum ob man die Fahrzeuge die das THW besetzt nicht auch von den Landkreisen und der Bundeswehr im Katastrophenfall besetzten könnte.

      Es würde mich einmal interessieren was ihr davon haltet.

      Gruß

      Jobowehr

      Falls im falschen Bereich gepostet bitte verschieben
    • Also ich bin in beiden Vereinen, in einem Ortswechselbedingt leider nur noch selten, aktiv und kann das denke ich gut beurteilen. Das THW hat leider ein Problem, es lässt sich (zumindest in meinem OV) gerne für irgendwelchen Mist einbinden, der eigentlich nichts mit dem eigentlichen Sinn zu tuen hat. Warum? Nur damit die Jungs überhaupt mal was zu tuen hat. Das finde ich sehr schade und schadet sehr dem Image (vor allem bei der Feuerwehr)

      Allerdings ist die Feuerwehr auch nicht ganz unschuldig dran, der OV liegt in einer kleinen Stadt mit größerer FF die starke Probleme hat das THW auch mal anzufordern. Ein Beispiel (schon ein par Jahre her): Ich war beim Einkaufen und habe vor mir an der Kasse ein Gespräch mitgehört, wo sich ein Kamerad der FF bei seinem Bekannten über die vielen Einsätze während eines Sturms aufgeregt hat. Meine Gedanken dazu: Warum alarmiert man nicht das THW und teilt sich die Einsätze? Die FF wird entlastet und das THW bekommt mal was richtiges zu tuen und die Moral wird gehoben.
      Ich weiß von Osnabrück, dass das dort auch so gehandhabt wird.
    • Das Thema wird wohl öfters noch auftauchen vorallding weil sich einige Feuerwehren und THW Ortsvereine nicht "riechen" können.

      Ich bin jedoch der Meinung, dass das THW definitiv von nöten ist. Das THW ist ja nicht nur im Inland im Einsatz sondern oft auch Weltweit z.b das Erdbeben in Italien oder New Orleans beim Huricane. Die Bundeswehr und der Landkreis haben andere Aufgaben als bei jeden Sturm ein THW Fahrzeug zu besetzen um der Feuerwehr etwas zuhelfen. Auch wenn einige Landkreise eigene Fahrzeuge besetzen wären sie meiner Meinung nach dennoch nicht fähig das THW zu ersetzen.

      Man muss bedenken, dass das THW eine Bundesanstallt ist und nicht nur dafür da ist um der Feuerwehr zu helfen. Sondern auch die Bundespolizei, Landespolizei und die Bundeswehr greifen auf das THW zurück, weil das THW halt einen großen Aufgabenbereich hat kann man es nicht einfach so ersetzen.

      Sachsen-Anhalter haben´s eben drauf
    • Auch ich bin der Auffassung, dass das THW als eigene Organisation von Nöten ist, da diese doch mehr technischen Wissen haben als andere Organisationen.
      So ist das THW zum einen bei Katastrophen, wie z.B. dem Oder-Hochwasser, eine enorme Hilfe, da es ganz andere Materialien besitzt, z.B. die Hochleistungspumpen "Hannibal". Aber auch bei kleinen Lagen kann das THW sehr sinnvoll sein: Bei uns hat das THW eine eigene Rettungs- und Suchhundestaffel, die auch jährlich auf ihre Einsätze bei Vermisstensuchen kommt.
      Oder bei Brandeinsätzen, bei denen die Substanz des Gebäudes angegriffen wurde. Welche Freiw. Feuerwehr hat genug Material, um so ein Gebäude effektiv abzustützen?

      Man muss folgendes Wissen: Auch wenn das THW (Innenministerium) und die Bundeswehr (Verteidigungsministerium) dem Bund 1unterstellt sind, sind es zwei ganz verschiedene Einheiten.
      Sehr oberflächlich ausgedrückt: Die BW ist die Katastrophenschutzeinheit im Ausland und das THW die Katastrophenschutzeinheit im Inland.

      Der Vorschlag, die Fahrzeuge des THW durch Soldaten der BW zu besetzen, ist in meinen Augen schwachsinnig:
      1. nicht überall, wo es THW-Standorte gibt, ist ein BW-Standort.
      2. die Soldaten sind nicht immer greifbar
      3. die Ausbildung ist eine ganz andere
      4. es gibt ja jetzt schon in der Regierung Disskusionen, ob die BW im KatS-Fall offiziell im Inland helfen darf. (bisher nur Ermessen bzw. Amtshilfe)
      Jeder, der schonmal mit den Kameraden des THW zusammengearbeitet hat, ist glaube ich froh, diese Unterstützung zu haben. Und da ist es egal, bei welcher Einsatzlage.
      Daher finde ich persönlich solche Disskusionen oder Verachtung der Einheiten sehr schlecht.
      Lieber mal auf die Kameraden zugehen, sich mit denen Austauschen und evtl. auch gemeinsam mal Übungen machen. Da kann auch der jeweils andere was lernen.


      110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!
    • Bei uns wird die Zusammenarbeit mit dem THW regelmäßig geübt und auch im Einsatzfalle durchgeführt.

      Sei es nun die Beleuchtung an der Einsatzstelle (Die haben in ihrem MLW IV mehr Beleuchtungsausrüstung als wir mit unseren 18 Ortswehren vor Ort hatten), Pumpen bei Wasserschäden (ein hoch auf die Hannibal) oder Abstützarbeiten bei Gebädueschäden. Unsere Ausrüstung und Ausbildung ist da alles andere als ausreichend um eine Abstützung eines Gebäudes vernünftig durchzuführen.

      Wenn man dann nochmal berücksichtigt was das THW letzendlich alles kann:

      Schwere Technische Hilfe ( mittels TZ, Fgr Räumen, Fgr Sprengen)
      Aufbau einer Infrastrukur (Fgr Infrastruktur, Fgr Elektroversorgung, Fgr Logistik)
      Hilfe bei Umweltschäden (sei es nun über die Einheiten der ÖGA oder auch z.B. mit der Fgr Ölschaden)
      Hilfe bei Wasserschäden (Fgr Wassergefahren und Fgr Wasserschaden/Pumpen)
      Führungsunterstützung (Fükom-Einheit)
      Welche Feuerwehreinheit kann heutzutage noch zügig ein Drahtgebundenes Kommunikationsnetz aufbauen? Mir sind da nur die FF-Hannover, unsere FF und die FF Hamburg bekannt, die sich wirklich noch darum kümmern.

      Die Ausbildung und Ausrüstung des THW kann man nicht so einfach ersetzen. Nicht um sonst wird das THW zurzeit weiter aufgerüstet. Die Zahlreichen Spezialisierungen und vor allem die langfristige Hilfe sind da durchaus nützlich. Die Feuerwehrbereitschaften, die wir in Magdeburg im EInsatz waren, hatten wir maximal 4 Tage, danach mussten die rausgelöst werden. Für 4 Tage fängt das THW noch nichtmal an großartig zu planen. Und dann zeigt mir nochmal ne Einheit die in einer Woche Arbeit eine Stahlträgerbrücke bauen kann, die genügend Platz und Tragfähigkeit für ne 4 Spurige Autobahen oder eine Eisenbahnstrecke hat. Abgesehen vom THW traue ich das nurnoch den Pionieren zu.


      Feuerwehr Marktheim Mod für Rigs of Rods
    • Wieso nicht? Ein OV wird niemals nur Fachgruppen haben. Ein TZ ist in jedem OV Vorhanden, wenn nicht sogar 2.

      Aber recht hast du. Es ist festgelegt wie viele Fachgruppen in einem Geschäftsbereich vorhanden sind. So ist z.B. nur eine Fükom-Einheit pro Geschäftsbereich vorgesehen.
      Daher ist es auch wichtig mit dem FaBe vom THW rücksprache zu halten. Der weiß wo seine nächsten Einheiten sind. Dennoch wenn du einen Einsatz hast, wo die Spezielle Hilfe vom THW notwendig ist, steckst du eh schon in der Scheiße. Dann hast du auch die Zeit zu warten bis das THW da ist. (Rüstzeiten des OV Marktredwitz z.B. :für Kleineinsätze oder ein Führungsfahrzeug 20min, TZ oder Logistikeinheit 35min, Abstützsystem Holz mit Werkzeug, Fachpersonal etc 60min)


      Feuerwehr Marktheim Mod für Rigs of Rods

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von FF-NRÜ ()

    • Einen TZ und min die BG1 hat JEDER OV des THW (zumindest bin ich so darüber informiert).
      Und das THW ist ja nicht für den Erstangriff gedacht, sondern hat ja alleine schon ne Halbe Stunde vorlaufzeit. Und dann ist es mir bei größeren Lagen egal, ob die zuständige Fachgruppe 30 Minuten Anfahrt oder 120 Minuten hat. Mit der BG und dem Feuerwehrmaterial kann ich gut eine Zeit alleine auskommen, bevor die Fachgruppe übernimmt.

      Und das THW brauch auch die Feuerwehr - das THW ist nicht für die Brandbekämpfung vorgesehen und die Feuerwehr ist nicht für die Technische Hilfe im Katastrophenfall vorgesehen...


      110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!
    • Dumpfbacke schrieb:

      Eines muss man auch bedenken, wenn man das THW nachfordern will.
      Die Ortsgruppen sind zu 99% sehr spezialisiert. Wenn die Ortsgruppe die Module Wassergefahren und Trinkwasseraufbereitung hat, wird sie bei Sturmschäden nicht so sonderlich hilfreich sein.
      Dann wird halt ein anderer OV dazugerufen wenn der OV in der Nähe nicht das hat, was man eigentlich braucht, aber die meisten OV´s haben zumindest eine Bergegruppe mit einem GKW und selbst diese kann schon einiges machen bevor der andere OV am Einsatzort ist.

      Sachsen-Anhalter haben´s eben drauf
    • sb-modder schrieb:

      Sehr oberflächlich ausgedrückt: Die BW ist die Katastrophenschutzeinheit im Ausland und das THW die Katastrophenschutzeinheit im Inland.
      Nein, die Bundeswehr ist keine Katastrophenschutzeinheit, nirgendswo. Auch im Ausland ist es das THW. Dafür hat das THW nämich die Schnellen Einsatz Einheiten Ausland.

      FF-NRÜ schrieb:

      Welche Feuerwehreinheit kann heutzutage noch zügig ein Drahtgebundenes Kommunikationsnetz aufbauen? Mir sind da nur die FF-Hannover, unsere FF und die FF Hamburg bekannt, die sich wirklich noch darum kümmern.
      Da gibt es schon noch paar mehr

      Die Sache st doch recht einfach, die BW kann das nicht machen, da entsprechende BW-Einheiten noch seltener vorhanden sind als das THW (Pionier-Batallione). Abgesehen davon dass ich die BW nur im Kat-Fall anfordern kann. Der Großteil der THW-Einsätze dürften aber Einsätze zur Amtshilfe sein. Also Lagen die weit unterhalb des Kat-Fall sind. Außerdem kenne ich auch kaum Landkreise der die Fahrzeuge besetzt, sondern der Landkreis beschafft die in der Regel und lässt die von der örtlichen FF besetzen.

      Wenn ich mir jetzt anschaue, wie groß die FF sein muss um z.B. jederzeit einen technischen Zug oder eine Bergungsgruppe besetzen zu können, erfordert das relativ viel Personal und Ausbildung. Da werden sich größere FF bedanken, die das noch zusätzlich zum normalen Einsatzdienst bewältigen sollen.
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • Ich glaube man kann die Sache ganz einfach sehen: Wir alle sollten uns manchmal etwas aus unserem, meist roten, Kosmos herausbewegen und auch mal die anderen HiOrgs betrachten. Das THW ist unverzichtbar, gerade in größeren Schadenslagen. Die Jungs und Mädels bringen meist mehr Fachkompetenz und Technik in Sachten TH mit als eine normale Feuerwehr. Ich finde manchmal diese Abneigung zwischen rot und blau komplett idiotisch, natürlich manchmal wird das auf nachvollziehbare Gründe fußen aber meist ist es doch eher, ja die bekommen alles vom Bund oder halt von der anderen Seite, ja außer Feuer auspinkeln können die doch eh nichts. Eine sinnvolle Einbindung des THWs ist z.B. m.E.n der OV Dachau, der quasi wie eine Feuerwehr Einsätze fährt, FR, VKU-Klem und so weiter, dabei aber nicht die Feuerwehren ersetzt sonder ergänzt, somit kommen alle auf ihre Einsätze und jeder fühlt sich gebraucht. Der einzigen Nachteile am THW sind evtl die Einsatzzeiten gerade wenn wirklich eine volle Einbindung verwirklicht werden soll, obwohl sich da bestimmt auch was machen lässt und die Kosten. Schließlich gehört der THW OV nicht der Gemeinde sondern dem Staat.

      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden
    • Ich verstehe nicht so ganz was ihr da so lange rumdiskutiert. Das THW ist die einzige technische Zivilschutzeinheit Deutschlands und hat damit seine Daseinsbereichtigung. Fertig.
      "Wie immer kommt es darauf an, wer wem was wann wo sagt.
      Wenn zum Beispiel ein General zu mir 'Idiot' sagt, ist das nur eine Beleidigung.
      Im umgekehrten Fall kann das schon der Verrat militärischer Geheimnisse sein."

      ________________________________________________________________~ Volker Pispers

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Jenkyll ()

    • sb-modder schrieb:

      Die BW ist die Katastrophenschutzeinheit im Ausland und das THW die Katastrophenschutzeinheit im Inland.
      Da muss ich als aktiver Soldat auch mal widersprechen, dass mag vielleicht bei der Bevölkerung so ankommen aber das ist nicht der Auftrag der Bundeswehr. Katastrophenschutz ist eine Nebenaufgabe für die auch immer weniger Personal zur Verfügung steht. Ebenso das Abfangen von irgendwelchen Führerlosen Passagiermaschinen, ist auch nur eine Nebenaufgabe weil die Polizei das nicht leisten kann.

      sb-modder schrieb:

      es gibt ja jetzt schon in der Regierung Disskusionen, ob die BW im KatS-Fall offiziell im Inland helfen darf. (bisher nur Ermessen bzw. Amtshilfe
      Das ist nicht korrekt, ist auch im Artikel 35 des Grundgesetzes ganz klar geregelt, dass die Bundeswehr das darf. Worüber es Diskussionen gibt, ist der Fakt dass man im Falle eines Terroranschlages in Deutschland bewaffnete Soldaten zur Terrorabwehr einsetzen möchte und dass gibt das Grundgesetz mit seiner momentan Interpretation nicht her. Es gibt zwar auch Artikel die sich mit dem Einsatz bewaffneter Streitkräfte im Inland beschäftigen, aber da reicht ein Terroranschlag nicht für aus.
      "Demokratie ist ein Verfahren, das garantiert, dass wir nicht besser regiert werden, als wir es verdienen"
      George Bernard Shaw

      "Ich muss Politik und Krieg studieren, damit meine Söhne die Freiheit haben Mathematik und Philosophie zu studieren"
      John Adams

    • Na, das ist ja genau mein Thema hier :rolleyes:
      Bevor ich auf die Grundfrage antworte möchte ich erstmal ein par Behauptungen kommentieren:

      Dumpfbacke schrieb:

      Eines muss man auch bedenken, wenn man das THW nachfordern will.
      Die Ortsgruppen sind zu 99% sehr spezialisiert. Wenn die Ortsgruppe die Module Wassergefahren und Trinkwasseraufbereitung hat, wird sie bei Sturmschäden nicht so sonderlich hilfreich sein.
      Die "Ortsgruppen" (Richtig: Ortsverbände) sind nicht zu 99% spezialisiert, sondern eher zu 20%. Jeder Ortsverband verfügt mindestens über einen sogenannten "Technischen Zug". Dieser Zug besteht, wie bei der Feuerwehr auch, aus festgelegten, einzelnen Teileinheiten/Fahrzeugen, und zwar aus:
      • Dem Stab (OV-Stab) (Führungseinheit des kompletten Ortsverbandes unter Leitung des Ortsbeauftragten)
      • Dem Zugtrupp (ZTr) (Führungskomponente auf Zugebene)
      • Der Bergungsgruppe 1 (B1) (Die "Standardeinheit" des THWs, eventuell auch noch mit Zusatzausstattung wie z.B. Abstützsystemen usw...)
      • Der optionalen Bergungsgruppe 2 (B2) (Im Prinzip gleiche Ausstattung wie die B1, allerdings anderes Fahrzeug, multifunktioneller und mit mehr Zusatzaustattung)
      • Einer der vielen Fachgruppen des THWs
      Das ist, was ein Ortsverband mindestens hat. Die zweite Bergungsgruppe ist wie gesagt optional, d.h. es gibts auch Ortsverbände die aus kostengründen bzw. Personalmangel keine zweite Bergungsgruppe stellen können.
      So ein Ortsverband kann natürlich noch größer sein, sogar mit mehreren technischen Zügen und mit mehreren Fachgrupen.
      Bei einem Sturm kann also trotzdem geholfen werden, auch wenn der Ortsverband z.B. eine Fachgruppe Trinkwasser hat, da jeder Ortsverband eine Bergungsgruppe besitzt (und die hat das Zeug um Sturmschäden zu beseitigen).

      sb-modder schrieb:

      Einen TZ und min die BG1 hat JEDER OV des THW (zumindest bin ich so darüber informiert).
      Und das THW ist ja nicht für den Erstangriff gedacht, sondern hat ja alleine schon ne Halbe Stunde vorlaufzeit. Und dann ist es mir bei größeren Lagen egal, ob die zuständige Fachgruppe 30 Minuten Anfahrt oder 120 Minuten hat. Mit der BG und dem Feuerwehrmaterial kann ich gut eine Zeit alleine auskommen, bevor die Fachgruppe übernimmt.

      Und das THW brauch auch die Feuerwehr - das THW ist nicht für die Brandbekämpfung vorgesehen und die Feuerwehr ist nicht für die Technische Hilfe im Katastrophenfall vorgesehen...
      Das mit der "Vorlaufzeit" höre ich immer öfter. Keine Ahnung wer sowas verbreitet, aber das ist einfach falsch. Es ruft keiner bei uns an und sagt: "Du, in 30 Minuten hätten wir nen Einsatz für euch, lasst euch aber Zeit!".
      Das THW wird in vielen Regionen von der jeweiligen Leitstelle ebenfalls mit FME/DME alarmiert. Wenn bei uns die Melder klingeln, gehen wir nicht erstmal noch zum Netto einkaufen... wir fahren dann, genauso wie bei der Feuerwehr, schnellstmöglich zum Ortsverband. Es gibt beim THW zwar keine Hilfsfrist, d.h. aber nicht, dass wir uns deswegen extra Zeit lassen. Es ist ja auch Verständlich dass wir "länger" brauchen. Wenn ich mir mal die Dichte an Feuerwehren angucke, dann sehe ich in (fast) jedem Dorf eine Wehr. THW-Ortsverbände gibt es im Durchschnitt villeicht alle 20-30 Kilometer (zumindest aufm Land, da wo ich herkomme). Dementsprechend sind die Anfahrtswege der Helfer auch länger. Das THW kann sich trotzdem beeilen und darf, man kanns kaum glauben, auch mit Sonder- und Wegerechten fahren.


      Nun will ich aber auch mal die Grundfrage beantworten:


      THW als eigene Organisation nötig?
      -ja.
      Das ist die Kurze Antwort.

      Das THW wurde 1950, also kurz nach dem Krieg vorrangig als Zivilschutzeinheit der BRD gegründet.
      Das ist bis heute auch noch die Hauptaufgabe des THWs. Da es aber nicht jeden Tag zum Zivilschutzfall (Verteitigungsfall) in der BRD kommt, hat das THW dementsprechend wenig Einsätze. Seit der Gründung ist auch die Katastrophenhilfe eine Aufgabe, da hat das THW auch die meisten Einsätze.

      Das THW darf auch nicht von selber Tätig werden, es unterstellt sich grundsätzlich der anfordernden Stelle. Und da sind wir auch schon bei dem Problem: Die Anforderung.

      Viele Feuerwehren wissen erstens nichtmal, was das Ortsansässige THW alles kann, geschweigedenn wie sie das THW einsetzen kann. Hier müssen die Ortsverbände bei der Feuerwehr einfach Aufklärungsarbeit leisten, haben wir bei uns auch gemacht, klappt wunderbar.

      Das THW darf auf 4 Wegen aktiv werden, dazu ein Auszug aus dem THW-Gesetz:
      1. nach dem Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz
      2. im Ausland im Auftrag der Bundesregierung
      3. bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen
      4. bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben im Sinne der Nummern 1 bis 3, soweit es diese durch Vereinbarung übernommen hat
      Wenn es denn nun einmal dazu kommen sollte, dass die Feuerwehr bei einem Brand z.B. nicht mehr weiterkommt, weil Teile eines Gebäudes eingestürzt bzw. einsturzgefährdet sind, dann kann die Einsatzleitung bei der Leitstelle das THW anfordern. Entweder kann die Leitstelle entscheiden, ob sie gleich eine komplette Gruppe entsendet (z.B. eine Bergungsgruppe) oder ob sie erstmal den Fachberater des THW anfordert, der dann entscheidet wie und womit Hilfe geleistet werden kann. Das liegt auch immer am Informationsstand über das THW des Einsatzleiters bzw. des Disponenten.
      Es gibt genug Szenarien, wo das THW auch im "täglichen Geschäft" eine echte Hilfe sein kann, dazu muss man sich aber darüber informieren und eine gewisse Einstellung zu den Einsätzen haben. Zu sagen: "Das ist mein Feuer" macht nämlich keinen sinn ;)

      Das THW hat durchaus seine Daseinsberechtigung, auch wenn man uns nicht täglich im Einsatz sieht, haben wir durchaus genug Ausrüstung und Können, um auch weltweit gute Hilfe zu leisten.
      Wer z.B. kann innerhalb kürzester Zeit ganze Brücken bauen, mehrere Tausend Liter Trinkwasser aufbereiten, hunderte Quadratmeter ausleuchten oder ganze Häuser kontrolliert einstürzen lassen?
    • Langer1234561 schrieb:

      Das mit der "Vorlaufzeit" höre ich immer öfter. Keine Ahnung wer sowas verbreitet, aber das ist einfach falsch. Es ruft keiner bei uns an und sagt: "Du, in 30 Minuten hätten wir nen Einsatz für euch, lasst euch aber Zeit!".
      Das habe ich von mehreren THW'lern erzählt bekommen, da diese teilweise 30 Minuten Anfahrt zur Wache habe. Und auch keine Sonderrechte auf diesem Weg hätten. Nicht wie Mitglieder der FF.
      Das habe ich bei einem Ausbildungsabschnitt beim THW Saarbrücken erzählt bekommen. Ich habe also eine Quelle


      110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!
    • Das Problem ist das die OVs sehr stark unterschiedlich sind, wo evtl der eine OV nach 20 Minuten seine Bergen 1 komplett raus hat brauch ein andere OV deutlich länger somit lässt sich da schwer drüber diskutieren, jedoch ist dies doch erst mal egal wenn ich das THW benötige kommt es auf die evtl 5 Minuten nun nicht mehr an, außerdem ist der Fachberater ja meistens zügig vor Ort und kann dann die Kameraden der Feuerwehr entsprechend beraten und auch den Einsatz des THW planen. Ich finde immer noch die Möglichkeiten des THW werden zu wenig genutzt. Vor allem auch im Osten Deutschlands ist es manchmal nicht so leicht, da nun das THW ja erst mit der Wende 1990 dazu kam, somit halt nicht schon seit den 50er Jahren eventuell verzahnt mit der Feuerwehr arbeitet.

      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden
    • sb-modder schrieb:

      Langer1234561 schrieb:

      Das mit der "Vorlaufzeit" höre ich immer öfter. Keine Ahnung wer sowas verbreitet, aber das ist einfach falsch. Es ruft keiner bei uns an und sagt: "Du, in 30 Minuten hätten wir nen Einsatz für euch, lasst euch aber Zeit!".
      Das habe ich von mehreren THW'lern erzählt bekommen, da diese teilweise 30 Minuten Anfahrt zur Wache habe. Und auch keine Sonderrechte auf diesem Weg hätten. Nicht wie Mitglieder der FF.Das habe ich bei einem Ausbildungsabschnitt beim THW Saarbrücken erzählt bekommen. Ich habe also eine Quelle
      Das ist auch so richtig, der Begriff Vorlaufzeit beschreibt m.M.n. allerdings was anderes. Die Anfahrt zur Unterkunft kann beim THW durchaus schonmal eine halbe Stunde betragen, bei uns können wir das erste Fahrzeug aber i.d.R. nach 10 Minuten rausschicken. Dass wir nicht die Ausrückezeiten wie bei einer FF erreichen ist ja selbstverständlich, dass man aber ewig auf uns warten muss ist eigentlich nicht der Fall.