Schutzausstattung für Terrorlagen

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    • Schutzausstattung für Terrorlagen

      Bei den Bildern zu dem Terroranschlag in London ist mir aufgefallen, dass die eingesetzten Rettungsdienstkräfte teilweise Schutzwesten und Helme getragen haben. Allerdings weiß ich jetzt nicht ob die da Standardmäßig auf nem RTW drauf sind oder irgendwo für spezielle Lagen oder Einheiten vorgehalten werden.

      Die eigentliche Frage ist aber, wie schaut das in Deutschland aus? Ist jemanden Bekannt wo der Rettungsdienst mit Helmen und oder Schutzwesten ausgestattet wurde. Ich meine jetzt nicht wo sich privat oder durch die Orga stichhemmende Westen angeschafft wurden sondern wo für besondere Lagen ballistische Schutzausrüstung beschafft wurde.
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • Ich persönlich, das habe ich glaub' ich schon mal irgendwo erwähnt, trage seit einer Messerattacke immer eine Stichschutzweste. Die sind leichter und günstiger als ballistische Schussschutzwesten.

      Manche finden das tagsüber übertrieben.
      Aber nachts haben sie plötzlich Verständnis dafür. Manche tragen nachts auch eine Stichschutzweste.

      Wenn man im Nahkampf gut ausgebildet ist, was bei mir z.B. der Fall ist, dann hilft eine Stichschutzweste enorm, da man sich nur noch auf die Verteidigung der Kopfgegend konzentrieren muss.

      Aber ich weiss nicht, wie stark solche Westen mit Platin-Platte drinnen normale Pistolenschüsse verlangsamen können. Ich nehme aber an, dass ein Projektil durch eine Stichschutzweste mit Platineinlage stark verlangsamt wird und der Schaden verringert wird.

      Klar kommt ein Projektil durch eine Stichschutzweste, wird aber "abgebremst".

      Ich finde es, besonders nachts (und vor allem Freitag und Samstag), eine sehr gute Vorsichtsmassnahme.

      Es ist keine Pflicht, in der Schweiz tragen trotz niedriger Kriminalitätsrate viele Rettungskräfte Stichschutzwesten.

      Lg
      Michael
    • Uecki schrieb:

      Im Kreis Segeberg werden für den Fall der Fälle Westen für den RD vorgehalten die dann bei Bedarf durch die Polizei nachgeliefert werden.
      Lagern die dann bei der Polizei und wurden vom Kreis beschafft oder wie sieht das aus?

      Michaelp800 schrieb:

      Aber ich weiss nicht, wie stark solche Westen mit Platin-Platte drinnen normale Pistolenschüsse verlangsamen können. Ich nehme aber an, dass ein Projektil durch eine Stichschutzweste mit Platineinlage stark verlangsamt wird und der Schaden verringert wird.
      Glückwunsch, was dass ich gar nicht wissen will. Viel Ahnung scheinst du auch nicht zu haben. Denn in der Weste ist ganz sicher kein Platin drin. Bringen gegen eine Schusswaffe tun Stichschutzwesten auch gar nichts. Kann mir höchstens vorstellen dass die einen Steckschuss anstatt Durchschuss fabriziert. Und ob das jetzt besser ist...
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • str1k3r schrieb:


      Glückwunsch, was dass ich gar nicht wissen will. Viel Ahnung scheinst du auch nicht zu haben. Denn in der Weste ist ganz sicher kein Platin drin. Bringen gegen eine Schusswaffe tun Stichschutzwesten auch gar nichts. Kann mir höchstens vorstellen dass die einen Steckschuss anstatt Durchschuss fabriziert. Und ob das jetzt besser ist...
      Na ja. Ich nehme immer meine mit. Und die hat ne Platinplatte drinnen.
    • Schenkst du mir deine Weste mit den Platinplatten? Ich kaufe dir dafür auch einen Vulcan Plattenträger mit Keramikeinlagen.

      Also ich weiß ja nicht was Zürich für ein Pflaster ist, aber ich finde es etwas übertrieben eine Weste im Regelrettungsdienst zu tragen. Ich habe bisher auch nur einmal einen gesehen, der nachts eine übergezogen hatte. Aber was soll ich sagen, er hat sich auf seiner neuen Arbeit nicht wohl gefühlt und ist sehr schnell woanders hin.
      § 5: Der Patient hat angefangen
    • carli96 schrieb:

      Also ich weiß ja nicht was Zürich für ein Pflaster ist, aber ich finde es etwas übertrieben eine Weste im Regelrettungsdienst zu tragen.
      In Zürich gehört der Pfefferspray zur Standardausrüstung: nzz.ch/schweiz/rettungssanitae…ffen-schuetzen-1.18332922
      ---> §PD2 Das Fragen nach dem Erscheinungstermin einer Modifikation oder eines Updates ist verboten. <---
    • str1k3r schrieb:

      Uecki schrieb:

      Im Kreis Segeberg werden für den Fall der Fälle Westen für den RD vorgehalten die dann bei Bedarf durch die Polizei nachgeliefert werden.
      Lagern die dann bei der Polizei und wurden vom Kreis beschafft oder wie sieht das aus?
      Die Lagern zum einen, wenn ich das noch richtig in Erinnerung habe, einmal bei der Polizei in Bad Segeberg und in Kiel und wurden, meine ich, vom Land beschafft
    • Bei uns gibt es nichts dergleichen. Weder Pfefferspray noch Schutzwesten. Wir haben unsere Standart Feuerwehrhelme und gut ist - dazu muss man auch sagen klar wir sind ein ländlicher Kreis, hier wurde jetzt letztens ein Terrorverdächtiger geschnappt aber wenn man ehrlich ist gibt es hier nicht so wirklich viel Ziele die sich lohnen würden.

      In Deutschland wird halt eher die Taktik gefahren, einkesseln von bewaffneten Polizisten und die decken dir den Rücken - wenn überhaupt in die Gefahrenzone vorgerückt werden kann.
      Schenkt euch Liebe
    • Auch wenn es bei uns ziemlich viele Brennpunkte gibt, unser Vorteil ist, dass bei fast jedem med. Notfall auf der Straße die Pol dabei ist und wir somit Rückendeckung von den Kollegen in Blau bekommen.
      Da wir ziemlich viel mit First-Responder-System fahren, haben RTW-Besatzungen oft das Glück bei einem häuslichen Notfall auch eine komplette LHF-Besatzung plus Pol dabei zu haben. Falls in einer Wohnung einer Ärger macht, 6 Mann mit Helm und Schutzkleidung und Halligan Tool haben schon oft Eindruck geschindet :vain:
      Teilweise wenn die Leitstelle davon ausgeht, dass uns am Einsatzort z.B Menschenmassen bedrängen oder da öfters mal Störenfriede rumrennen, werden LHF + EWA unter dem Stichwort "Eigensicherung" direkt mitalarmiert.

      Fazit: Die RTWs an sich, sowohl Feuerwehr als auch HiOrgs haben bei uns keine besonderen Schutzmaßnahmen in der PSA vorgenommen. Wir laufen nicht mit Schutzwesten rum und tragen auch kein Pfefferspray.
      Und ganz ehrlich: Wenn man sich wirklich auf alles 100%tig vorbereiten will & davon ausgeht, dass jeder Patient mit einer Schrotflinte oder Machete auf uns lauert, müsste man schon so vorgehen wie die CSR-Teams der Bundeswehr :ninja:

      Wo wir grade bei Waffen sind, komme ich mal zum eigentlichen Thema des Threads: Bei uns gibt es auch keine spezielle Schutzausrüstung für Terrorlagen. Der Senat hat genug damit zu tun, die Polizei ordentlich auszustatten, da sind wir raus aus dem Thema. Sollte es wirklich zu einer Amok-/Terrorlage mit Schusswaffengebrauch kommen, übernehmen die Sanitätskräfte der Polizei mit entsprechender Ausrüstung die Erstversorgung. Ein Eingreifen seitens der Rettungskräfte von Feuerwehr & HiOrgs findet erst nach Sicherung der Lage statt. Es ist auch nicht vorgesehen, dass Rettungskräfte unter Polizeischutz im Gefahrenbereich operieren. Aber das Vorgehen hängt sicherlich auch immer von der individuellen Lage ab, einen 100%igen Plan kann es eh nicht geben.
      Hier noch ein Artikel aus 2015, der das Vorgehen mit Text und Bildern beschreibt.
    • Notruf-112 schrieb:

      In Deutschland wird halt eher die Taktik gefahren, einkesseln von bewaffneten Polizisten und die decken dir den Rücken - wenn überhaupt in die Gefahrenzone vorgerückt werden kann.
      Dass ich direkt in die Gefahrenzone gehe wird keiner verlangen, ich denke auch nicht in London. Was ist aber wenn die Lage "sauber" erscheint und es dann einen zweiten Attentäter mit Schusswaffe oder zweiter Bombe gibt?

      Flo. Weserbergland schrieb:

      übernehmen die Sanitätskräfte der Polizei mit entsprechender Ausrüstung die Erstversorgung.
      Berlin als Stadtstaat mal ausgenommen, wie viele RA/Sanis habe ich denn pro Hundertschaft, 4 bis 5? Vor allem brauchen die ja auch bis sie da sind.
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • str1k3r schrieb:

      Dass ich direkt in die Gefahrenzone gehe wird keiner verlangen, ich denke auch nicht in London. Was ist aber wenn die Lage "sauber" erscheint und es dann einen zweiten Attentäter mit Schusswaffe oder zweiter Bombe gibt?
      Dann hab ich so oder so ein Problem egal ob mit oder ohne Weste. Ich glaube kaum das eine "Ausrüstung" für solche Lagen etwas bringt. Klar man sollte mal drüber gesprochen haben aber man ist halt Sani/FWler und nicht andere = halt ZIVILE BOS!
      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden
    • str1k3r schrieb:

      Dass ich direkt in die Gefahrenzone gehe wird keiner verlangen, ich denke auch nicht in London.
      Nein, ich hab das mal gelesen in einem Bericht über Amoklagen, bei der man von der Polizei eingekesselt wird und in die "rote Zone" geführt wird um dort seine Maßnahmen durchzuziehen. Das macht die Pol aber auch nicht so fix und ist halt sehr vorsichtig.

      str1k3r schrieb:

      Was ist aber wenn die Lage "sauber" erscheint und es dann einen zweiten Attentäter mit Schusswaffe oder zweiter Bombe gibt?
      Nun wenn eine Bombe hochgeht dann hilft dir auch nichts mehr. Eine endgültige Sicherheit wird es nie geben, die gab es auch in Berlin nicht als die Rettungskräfte reingingen - darüber war sich auch jede Einsatzkraft bewusst.
      Schenkt euch Liebe
    • Zürich z.B. hat leider, vor allem nachts, zwei Gesichter.
      Einerseits der hohe Wohlstand, andererseits die Traurigkeit der Drogenabhängigen, die noch aus den 70er- und 90-er Jahren bestehen.

      Es wurden auch schon Notärzte bewusstlos geschlagen und Fahrzeuge beschädigt.

      Da überlegt man sich schon zweimal, ob man doch nicht Schutzweste und Pfefferspray tragen soll - vor allem nachts.
      Selbstverteidigungskurse, die während der Rettungssanitäteraubsildung zwar vorkommen, sollten ausgebessert und ständig trainiert werden. Es gehört nun mal zum Berufsrisiko.