Schutzausstattung für Terrorlagen

    • Es kommt auch darauf an was gemeldet wird, doch viel relevanter ist was ich ans Streifen und vor allem an Spezialkräften (MEK; SEK; ...) in welcher Zeit verfügbar habe. Gerade im ländlichen bzw. ländlicheren Bereich können entsprechende Spezialkräfte Anfahrtszeiten von 40 Minuten und mehr haben.
      Löse dich mal von dem Terrorgedanken und befasse dich mal mit allgemeinen Gefahrenlagen, das sind die Lagen die viel alltäglicher und auch relevanter für den Rettungsdienst sind. Eine gute Zusammenarbeit und Schulung für Terrorlagen bringen nur wenig, denn diese sind im Alltag kaum relevant und Konzepte im Vornherein nur schwer planbar. Befasst du dich mit den relevanten alltäglichen Lagen gibt es auch auf dem Land einiges an Gefahren und an Lagen bei denen eine gute Schulung und Abstimmung im Vorfeld wichtig ist.
      Ländliche Gebiete können für Terroristen durchaus auch interessant sein, denn hier sind "Großveranstaltungen" meistens schlechter geschützt. Auch für Vorbereitungen und oder Angriffe auf empfindliche Infrastruktur kann der ländliche Raum interessant sein, z.B. wenn dort eine ICE-Strecke oder eine Haupteinflugschneise für einen Großflughafen ist.

      Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Gefahren auf dem Land genauso vorhanden sind wie in der Stadt und die alltäglichen Probleme für den Rettungsdienst größer sind, wie entsprechende Terrorlagen.Das Letzte liegt aus meiner Sicht daran, dass entsprechende Lagen später erkannt werden, man tlw. länger auf sich alleine gestellt ist und das Eintreten einer solchen Situation viel wahrscheinlicher ist.
    • Es geht hier aber um die Ausstattung bei Terrorlagen und nicht wie ist das bei euch wenn ihr zur Messerstecherei fahrt bei der Dorfdisko.

      Im übrigen werden auch die ländlichen Polizisten zumindest bei uns im Kreis aufgestockt, hier gibt es allerdings auch nen Festival alle 2 Jahre und jährlich eine große Allerheiligenkirmes als lukrative Ziele.

      @Florian 11/33/1 das Gefühl kenne ich und hört man hier auch öfters mal
      Schenkt euch Liebe
    • Ja hier geht es ursprünglich um Ausrüstung im Bezug auf Terrorlagen, es gibt aber keine Ausrüstung die man nur dafür gebrauchen kann. Die klassische Ausrüstung für den Rettungsdienst dafür sind Stich-/Schnittschutzwesten oder gar ballistische Westen, ergänzt bzw. ergänzen könnte man diese Ausrüstung durch entsprechende Aus-/Fortbildung. Diese klassischen Ausrüstungsgegenstände (Weste + "Fachwissen") sind aber nicht nur für Terrorlagen gut, sondern auch für andere "banalere" Lagen.
      Terrorlagen sind für den "westlichen" und vor allem den deutschen Rettungsdienst ein Problem, die Gefahr und der entsprechende Bedarf an Ausrüstung und Schulung steht aber aktuell in keinem Verhältnis in Bezug auf Aufwand und Kosten.

      Der aktuelle Terror ist gerade für unseren deutschen Rettungsdienst ein wenig realistisches Problem, viel größer sind die alltäglichen Probleme (z.B. lange unklare Lagen; mangelndes Kenntnis um das Vorgehen des Polizei; mangelnde Absprachen & Training im Bezug auf entsprechende Lagen;...). Diese Probleme werden durch die Medien gerade sehr gepuscht und ein Großteil der Rettungsdienste reagiert darauf nicht bzw. nicht professionell. Mancher Rettungsdienst oder Rettungsdienstler beschafft sich irgendwelche Westen zum Schutz, allerdings ohne sich mit der Situation und den Folgen realistisch auseinander zu setzen. Gerade das und auch den Gedanken "Die Weste schützt mich und hilft mir!" verurteile ich zu tiefst.

      Alleine eine Schutzausrüstung egal ob für Terrorlagen oder für den "Alltag" kann den Rettungsdienst nicht schützen, selbst mit den "gelobten" Schutzwesten wird es Verletzte oder gar Tote geben und das zum Teil auch wegen dieser Ausrüstung. Eine entsprechende Schutzausrüstung alleine kann kein wirklicher Schutz sein, denn man muss auch um die Stärken und Schwächen dieser bescheid wissen und wann diese sinnvoll ist. Nur in Kombination mit entsprechenden Fachwissen und Training kann dann eine entsprechende Ausrüstung tatsächlich schützen, wobei das Fachwissen und Training dann tatsächlich den eigentlichen Schutz darstellt.
    • Notruf-112 schrieb:

      Es geht hier aber um die Ausstattung bei Terrorlagen und nicht wie ist das bei euch wenn ihr zur Messerstecherei fahrt bei der Dorfdisko.
      Genau mir ging es NICHT um Stichschutzwesten, Karate etc. wie im ersten Beitrag erwähnt. Offtopic: Im Zweifel würde ich da übrigens auch auf irgendeine Kampfkunst pfeifen und dem gegenüber irgendwas Reichweiten verlängerndes um die Ohren schlagen, Koffer Rucksack, Halligantool etc. Zitat Bundeswehrzeit Ausbilder Nahkampf. "Scheissen Sie auf Messer etc. nehmen Sie den Klappspaten und schlagen Sie dem gegenüber ins Gesicht! Nach spätestens 2 richtigen Schlägen ist Ihr Gegner auch weg"

      Allerdings Zustimmung zu BlueCool, wo war der letzte deutsche Bombenanschlag, der letzte IS- Axtangriff? Im ländlichen Raum.
      Medizinisch rüstet man ja auch immer mehr dahingehend auf, siehe REBEL-Set im Bayern. Rüstet man auch aber auch hin hinsicht auf die PSA auf, wie z.B. der Ambulance Serivce in London?

      Wenn ich das auf altäglichere Sachen beziehen will kann ich ja auch sagen, dass mir die was nützt wenn Bauer Otto mit seiner Flinte xy umgeschossen hat und die nächste Streife noch 20 Minuten länger brauch als ich.
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • Wie schon mehrfach und auch zu letzt geschrieben, ein + an Ausrüstung und das vor allem für richtige Terrorlagen halt ich für absoluten Unsinn.

      Fachwissen und Training im Bezug auf das eigene Auftreten und den Umgang mit der eigenen Ausstattung, das wäre ein Zugewinn für jeden Rettungsdienstler und damit für den deutschen Rettungsdienst. Hat man hier eine Vernünftige Grundlage gelegt, dann kann man dieses Fachwissen und Training zusammen mit der Polizei und entsprechenden Spezialkräften für Terrorlagen erarbeiten und vertiefen.
      Erst wenn das alles sitzt, erst dann macht ein + an Ausrüstung einen Sinn. Dann muss es aber auch tatsächlich persönliche Schutzausrüstung sein und sie muss auch entsprechend tauglich für die Arbeit sein.
    • Um auf das Thema zurückzukommen (Fokus Schweiz):
      Die Schweiz hatte bislang noch keinen terroristischen Anschlag. Das einzige in der nahen Gegenwart war der Angriff auf eine Moschee und ein Messer-Spinner in einem Zug. Aber das waren keine Terroranschläge.

      Trotzdem rüsten sich Schweizer Rettungsdienste nach und nach auf. Man siehe es in Zürich, wie schon erwähnt. Schutzwesten, Pfefferspray, taktische Taschenlampe und Nahkampfverteidigung. Das alles aber immer wieder repetiert und gelernt.

      Das ist wie bei der Schweizer Polizei. Man bekommt nicht einfach einen Tazer. Man braucht eine Ausbildung dafür.

      Dank der dichten Besiedelung in Städten und der fein verteilten Bevölkerung in der Agglomeration und der Landschaft - ohne Ghettos (schweizweit), aber alle miteinander stark vernetzt, sind Terroranschläge eher unwahrscheinlich.
    • Michaelp800 schrieb:

      Trotzdem rüsten sich Schweizer Rettungsdienste nach und nach auf. Man siehe es in Zürich, wie schon erwähnt. Schutzwesten, Pfefferspray, taktische Taschenlampe und Nahkampfverteidigung. Das alles aber immer wieder repetiert und gelernt.
      Und die Ausstattung bringt bei einem Anschlag gar nichts.Zumindestens solange es keine ballistischen Westen sind und eine gescheite Taschenlampe sollte ein RTW eigentlich so schon drauf haben.
      Die Ignoranz und Faulheit mancher überrascht mich immer wieder!
    • str1k3r schrieb:

      Und die Ausstattung bringt bei einem Anschlag gar nichts.Zumindestens solange es keine ballistischen Westen sind und eine gescheite Taschenlampe sollte ein RTW eigentlich so schon drauf haben.
      Bei Terroranschlägen kommen dann in erster Linie natürlich die Polizei und das Militär zum Einsatz. Diese haben intern geschulte Sanitäter und haben auch entsprechendes Material dabei.
      Der Rettungsdienst hält sich dann natürlich vorerst zurück.
    • Weder Polizei, noch Militär dürften auch nur annähernd zeitnah und so viele medizinische Spezialkräfte haben, wie es von Nöten ist. Ein entsprechender Glaube daran ist vollkommen irrsinnig.
      Betrachtet man sich entsprechender Lagen aus der jüngsten Zeit und der Vergangenheit, dann kommen überwiegend und vorrangig nicht militärische oder medizinische Einheiten zum Einsatz. Betrachtet man eine richtige Terrorlage, dann muss man feststellen, dass diese Erkenntnis meist erst nach einigen Minuten vorliegt und es nicht selten eine große Masse an Verletzten / Betroffenen gibt. Aus diesen zwei Punkten lässt sich ganz klar erkennen, warum entsprechende Lagen eben nicht vorrangig und oder ausschließlich von militärischen /polizeilichen Sanitätskräften bedient werden können.

      Polizeiliche / militärische Sanitätskräfte können nur dann effektiv arbeiten, wenn die Lage von vornherein klar ist (z.B. Demo; geplanter Zugriff;...) oder eben diese wirklich in ausreichender Zahl gerade um die Ecke stehen. Gerade letzteres kommt in Deutschland faktisch nirgends vor, auch im Ausland dürfte die Situation kaum vorzufinden sein.
    • str1k3r schrieb:

      Th3Wall schrieb:

      Die Keramikplatten aus einer SK4- Weste halten durchaus dem Beschuss mit einer AK-47 statt. Würde zwar blaue Flecken und je nach Trefferlage auch gebrochene Rippen bedeuten, aber das Projektil kommt nicht durch. Gleiches gilt für die Helme der Schutzklasse 4.
      Klar wäre nee SK4 am schönsten, aber eine SK2 oder SK3 schützt ja auch schon gegen viele handelsüblichere Waffen und der "Bundeswehrhelm" gegen Splitter, z.b. bei einer Bombe.

      Wenn man sich solche Ausrüstung beschafft, dann gleich richtig, sonst bezahlt man zweimal.

      Die Wahrscheinlichkeit das es eine second IED/SIED am Anschlagsort gibt ist eher gering. Selbst in Brüssel am Flughafen, was einer Lehrbuchsituation entsprach, haben die Attentäter keine zweite Welle in die flüchtenden Menschen platziert und umgesetzt. In Afghanistan und Irak war/ist das normal, aber hier hat sich das scheinbar noch nicht rumgesprochen. Wo ich mich persönlich auch mal interessieren würde, warum man das hier nicht umsetzt.
      Das Szenario das es einen zweiten Shooter gibt bzw. das ich Personen in einem nicht sicheren Bereich -->siehe München, London, Brüssel etc., versorgen muss ist wesentlich höher. Und die SK4 hat den Vorteil, sie schützt gegen beides. Der Helm a la Bundeswehr schützt nur gegen Splitter und selbst das würde ich nicht unterschreiben.
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    • daran stört mich aber stark die Teilüberschrift "Nach Paris...." Es war doch schon nach den ersten Ereignissen an deutschen Schulen klar das man als Rettungskraft auch zwischen die Fronten geraden kann, oder ich erinnere hier auch nochmal an den Angriff auf die Berliner Feuerwehr bei denen sogar ein Fahrzeug angezündet würde
      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden
    • BlueCool schrieb:

      Polizeiliche / militärische Sanitätskräfte können nur dann effektiv arbeiten, wenn die Lage von vornherein klar ist (z.B. Demo; geplanter Zugriff;...) oder eben diese wirklich in ausreichender Zahl gerade um die Ecke stehen. Gerade letzteres kommt in Deutschland faktisch nirgends vor, auch im Ausland dürfte die Situation kaum vorzufinden sein.
      Zumal diese für den eigenen Bedarf gedacht sind
      Schenkt euch Liebe
    • Notruf-112 schrieb:

      Zumal diese für den eigenen Bedarf gedacht sind
      Jein.

      Klar liegt die Priorität in der Eigensicherung.

      Aber ich weiss von meinem Bruder, Oberleutnant im Schweizer Militär, dass es zweierlei Truppen gibt. Die einen für zivile und die anderen für interne Opfer.
    • Die mag es durchaus geben, trotzdem gibt es entsprechende Ressourcen nicht in einer ausreichenden Anzahl und das gilt auch bei einer Zusammenlegung der beiden Gruppen.

      Mal ganz praktisch gesprochen: Selbst wenn es in einer Stadt wie z.B. Koblzenz; Ulm oder einer Airbase wie Rammstein genug entsprechende Spezialkräfte geben sollte, wird selbst in der entsprechenden Stadt der zivile Rettungsdienst zum überbrücken bzw. zu Erstversorgung zum Einsatz kommen.
      Damit dein Plan/deine Idee mit der reinen Versorgung durch entsprechende Spezialkräfte im z.B. Terror oder Amok zum tragen komm müsste, 1. die entsprechende Stadt / Gemeinde tatsächlich entsprechende Spezialkräfte haben; 2. diese auch tatsächlich verfügbar sein; 3. tatsächlich ein entsprechendes Gleichgewicht zw. Spezialkräften und Opfern vorliegen; 4. die Lage in absoluter unmittelbarer Nähe sein und 5. die entsprechende Lage bzw. der entsprechende Bedarf sofort erkannt werden. Betrachtet man sich diese ganzen Voraussetzungen, dann wird einem glaube ich sehr schnell klar, dass das nie der Fall sein wird.
    • Michaelp800 schrieb:

      Aber die Polizei z.B. riegelt alles ab und bewaffnet sich mit starken Schutzwesten und Präzisionsfeuerwaffen (Schweiz).
      Und was bringt uns das als Sani? Genau nichts! Wir sollten vlt einfach einsehen das man nicht vor allem geschützt ist. Es gibt viel wahrscheinlichere Gefahren als sowas: an sich aggressive Patienten, Infektionen oder ein Eigenufall etc.
      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden