Seiler und Speer - Ham kummst

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    • Seiler und Speer - Ham kummst

      Vielleicht (oder wahrscheinlich) kennt ja der eine oder andere dieses Lied: youtube.com/watch?v=GWgisTPKCdk

      Es geht in dem Lied darum, dass eine männliche Person, nachts angetrunken nach Hause kommt und seine Frau ihm mit der Scheidung droht, wenn es noch einmal vorkommt.

      In der letzten Strophe heißt es dann:

      Display Spoiler

      Jetzt host wos du wuitast,
      wia san gschiedane Leid,
      Die Kinda griagst du,
      ned in nächster Zeit,
      Den Hund den griagst du a ned,
      und des Haus des gheat mia,
      und waunst das ned glaubn kaust,
      des steht aum Scheidungspapier-ier-ier!


      Die Frage ist jetzt, wer bekommt die Kinder nicht und fliegt aus dem Haus? Der Mann oder die Frau? Wir haben das schon auf der Arbeit diskutiert und kommen da nicht so wirklich auf einen Nenner.
      Ich bin zu neunzig Prozent der Meinung, dass achtzig Prozent der Bevölkerung hundertprozentig zu verarschen sind.

      (Dieter Hildebrandt 1927-2013)
    • Eindeutig kann das wohl nur das Duo beantworten.

      Ich denke s gibt zwei große Möglichkeiten:

      Interpretation 1: Während die erste Strophe eindeutig aus der Sicht des Mannes ("sie sagt") erzählt wird, erzählt die zweite Strophe der weibliche Part der Ehe.

      Interpretation 2: Das gesamte Lied erzählt aus Sicht des Mannes. Ergibt aus den Gründen, aus denen Interpretation 1 keinen Sinn ergibt, tendenziell am meisten Sinn.

      Interpretation 1 halte ich aber für eher unwahrscheinlich, weil sie sich ohne direkten Grund (er kam nicht wieder spät und besoffen heim, sondern er ist "um achte daham gwen, mit Bluman und Sekt") von ihm getrennt hat - er hat also die Scheidung nicht mal provoziert und wenn jemand der beiden, die Scheidung wollte ("Jetzt host wos du wuitast, wia san gschiedane Leid"), dann die Frau (hat sie Mehrfach angedroht, z.B. "Waunst amoi nu so ham kummst, host die Scheidung mei Freind!") - der Mann hat sich immerhin bemüht, in dem er nach der Androhung der Scheidung eben nicht feiern war. Auch ergibt es irgendwie Sinn, dass der Mann aus Rache für die Scheidung trotz seiner Bemühungen, die Frau nicht mehr ins Haus lassen will ("Waunst amoi zu mia ham kummst, ruaf i di Polizei Waun du amoi zu mia ham kummst, daun sperrns di ei"), obwohl es keinerlei Hinweise auf häusliche Gewalt oder Ähnliches einer der beiden Parteien gibt.
      Wenn man etwas freier interpretiert, könnte auch die Bezeichnung "Pücha", zu hochdeutsch Gauner, durchaus einen Hinweis darauf geben, dass auch die zweite Strophe aus Sicht des Mannes erzählt wird. Denkbar ist, dass er denkt, dass die Frau sich nur für "Haus", "Hund" und "Kinda" geschieden hat, also in der Hoffnung sich selber zu bereichern, was schief ging - deshalb auch die große Nennung genannter Dinge, die dadurch offenbar große Bedeutung besitzt - und sie deshalb als Gauner(in) bezeichnet.