Meinungen zu akkubetriebenen Rüstsätzen

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    • Meinungen zu akkubetriebenen Rüstsätzen

      Hi zusammen.
      Ich habe vor kurzem die Möglichkeit gehabt, bei einer kleinen Feuerwehrmesse akkubetriebene Rettungsgeräte von Lukas auszuprobieren und bin echt davon überrascht.
      Gewichtsmäßig kein Unterschied zu Geräten, die mit Schläuchen am Hydaulikaggregat verbunden sind. Auch von der Handhabung gibt es nur geringe Unterschiede.
      Was mich persönlich überascht hat, war die Handhabung der Geräte, die eine kleine Hydraulikpumpe am Gerät verbaut haben.
      Auch die Schneideleistung und die Handhabung im Betrieb an einem Fahrzeug hatte keinen Unterschied zu schlauchgebundenen Geräten.

      Gibt es hier welche, die Einsatzerfahrung mit diesen Geräten haben und wie diese zu den Geräten (Hersteller egal (Weber Rescue, Lukas, Holmatro,...)) stehen?
      110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!
    • Ich kenne nur die erste Generation der Geräte von Lukas und war von diesen nicht sonderlich begeistert.
      Die Zeit zwischen "ich dreh am Ring" und "die Schere bewegt sich" dauerte ewig, da der verbaute Motor erst einmal anlaufen und Druck aufbauen musste.
      Ich bin zu neunzig Prozent der Meinung, dass achtzig Prozent der Bevölkerung hundertprozentig zu verarschen sind.

      (Dieter Hildebrandt 1927-2013)
    • Wir haben bei uns seit ein paar Jahren ein Kombigerät von Weber, ich glaube ein E-Force SPS 360. Es ist in der Tat in etwa so schwer wie unsere vorherige Schere, aber aufgrund der fehlenden Kabel extrem flexibel einsetzbar. Ein Akku hält im "Dauerbetrieb" (d.h. beim durchgängigen Arbeiten am Fahrzeug) knapp 20 Minuten, der Akku ist ruck-zuck gewechselt. Dadurch dass wir vorher nur eine Schere hatten, können wir jetzt deutlich mehr und besser arbeiten und weil wir kein Aggregat mehr benötigen, haben wir natürlich auch zusätzlichen Platz gewonnen.
      Das Gerät reagiert sofort auf Betätigung und schneidet sich zuverlässig durch ein Fahrzeug durch. Außerdem gut ist, dass es mit verschiedenen Druckstufen arbeitet (was unsere Schere nicht konnte), d.h. wenn der Druck nicht mehr zum Schneiden reicht, schaltet das Gerät in die nächste Stufe hoch und baut mehr Druck auf. Bisher haben wir damit jedes Fahrzeug zerlegt bekommen.
    • Wir hatten während 2-3 Monaten ein Akku-Kombigerät von Weber Rescue auf unserem Vorausfahrzeug zum Testen, wurde mehrfach bei Übungen an seine Grenzen gebracht.
      Ich weiss nicht mehr welches es war, aber ich glaub es war das gleiche wie das klassische das auf dem Vorausfahrzeug verladen ist.
      Beide waren gleich stark, und es war auch kein Gewichtsunterschied merkbar. Beide waren auch stärker als unser damaliger ''schwerer'' Rüstsatz auf dem RW.
      Angeschafft wurde es im Endeffekt nicht da erstmal der schwere Rüstsatz ausgetauscht werden musste, und auch kein Bedarf für ein weiteres Kombigerät bestand.
    • In meinem vergangenen MTA, Mai bis juni diesen Jahres hatten wir von Lukas einen akkubetriebenen Spreizer so wie eine akkubetriebene Schere komplett neu bekommen. Dazu noch ein kompletten Hydraulik Rüstsatz mit allem Schnick Schnack. Ich muss sagen, ich war begeistert, ich hätte eher gedacht das zischen Hydraulik und Akkubetrieb viel mehr unterschiede gerade vom schneiden bzw spreizen ist. Für mich war der einzige unterschied vom schneiden bzw spreizen, das du bei der einen Möglichkeit noch hydraulikschläuche hinten dran hast und bei der anderen Möglichkeit nicht.
      Ich muss sagen, wenn ich die Wahl hätte, ich würde lieber bei Hydraulik bleiben einfach weil ich mich dort sicherer Fühle vom Ausfall her. Klar bei der Hydraulik kann auch was passieren. Aber bei den Akkus kann der Akku mal leer sein weil der nicht richtig geladen hat, kaputt sein, muss vielleicht nach ein paar Jahren ausgetauscht werden. Aber ich denke mal das ist Ansichtssache, wer wie was kaufen würde
    • Hydraulikschläuche musst du ggf. auch auswechseln. Die neueren Akku-Geräte sind schon sehr gut liegt auch daran, dass das Sortiment größer ist und man auch Bereit ist sowas zu beschaffen (Weber hatte z.B. von Spreizern nur einen kleinen SP 35 drin inzwischen diesen + SP 53) Der große Vorteil liegt aus meinen Augen an dem nicht benötigten Aggregat was einen großen Vorteil bietet. Natürlich kann ich die Akku-Geräte auch über Stromerzeuger betrieben, was man nicht unterschätzen sollte.
    • Erstmal, es gibt von Lukas Adapter, mit denen man die Geräte auch über den Stromerzeuger betreiben kann, dann zieht man halt nur ein Kabel hinter sichg her und der Mobilitätsvorteil ist dahin. Als Rückfallebene, wenn der Akku aber doch mal schneller platt ist als erwartet, taugt das aber allemal.

      Ich habe schon mit beiden Gerätetypen von Lukas in Ausbildung und Einsatz gearbeitet. Die Akku-Geräte habe ich dabei als überraschend leistungsfähig kennengelernt, im Bereich der PKW-VU halte ich die Technik inzwischen für konkurrenzfähig.

      In der Wehr, wo ich die Akkutechnik kennengelernt habe, ist der Akkusatz auf einem Fahrzeug verlastet, dessen primäre Aufgabe die Schaffung einer Erstzugangsöffnung ist, aber auch eine Crashrettung vor Eintreffen des schlauchgebundenen Satzes ist damit machbar. Seinen Vorteil konnte das Gerät bei einem Einsatz ausspielen, wo wir die Schere im inneren des Fahrzeugs benutzen mussten. Das ist ohne Schlauch weitaus angenehmer.
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    • Wir hatten uns ca. eine Stunde mit dem Herren von der Firma Lukas unterhalten. Er hatte auch den von @bergp83 genannten Adapter dabei und auch gesagt, dass dies kein Problem sei.
      Da wir unsere komplette PSA dabei hatten, durften wir die Geräte auch an einem Schrottwagen austesten. Dabei haben mich die C-Förmigen Scherenblätter der Schere überzeugt, da sich diese in die zu schneidende Säule ziehen und nicht von hinten nach vorne schneiden. Auch die Mobilität war deutlich besser als mit Hydraulikschläuchen.

      Wir haben bei uns nur Rüstsätze der Firma Weber Rescue und auch nur mit HydroAggregat.

      Um die Skeppsis von @GreenCookie vielleicht etwas zu mildern: Der Herr von Lukas hat uns erzählt, dass man bei einem Gerätausfall eines Akkugerätes immer noch ein Gerät zur Verfügung hat und mit diesem, egal ob Schere oder Spreizer, weiterarbeiten kann. Wenn dir an der Einsatzstelle das Hydraulikaggregat ausfällt, kannst du beide Rettungsgeräte vergessen, da ohne Hydraulikaggregat kein Betrieb von Hydraulikschere und -spreizer.

      Außerdem wurden uns noch ein paar Beispiele erzählt, bei denen die Akkubetriebenen Geräte vorteilhaft sind:
      Ein VU im Wald, bei der das Fahrzeug mehrer Meter in den Wald oder ohne Wald auf einem nicht befahrbaren Feld liegen geblieben ist. Bei einem Rüstsatz mit Hydraulikaggregat müssten vier Einsatzkräfte dies in die Nähe des Fahrzeuges bringen, da 20m Schlauch nicht gerade sehr viel sind. Geschweige denn das Verlegen von einer Stromversorgung. Bei den Akkugeräten nimmt sich eine Einsatzkraft ein Rettungsgerät und geht nach vorne.

      Ein weiteres Beispiel aus der Realität:
      Ein Arbeiter hat sich oben in der Spitze einer Windkraftanlage die Hand eingeklemmt und bekommt sie nicht mehr heraus. Mit einem Hydraulikaggregat kommt man dort nicht weit, da man das Gerät nicht auf über 90m Höhe bringen kann. Mit einem hydraulischen Spreizer oder Kombigerät kannst du nach oben klettern und die Hand befreien, wie es dort auch gemacht wurde.
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    • Ich will dich ja nicht enttäuschen, aber in der nähe von München haben die schon mal einen Spreizer mit Aggregat auf ne DLK gepackt wenn ich mich rechtentsinne bei einem Baukraneinsatz. Gut 90m ist was anderes aber mal so als Beispiel. Die Sache mit VU im Wald ist auch Topografie da sind die Kompaktaggregate wie sie zB. Weber verkauft auch nicht schlecht (in Stuttgart sind mehre im Einsatz, in Pforzheim ebenfalls gesehen). Der große Vorteil ist ich brauche nur halb so viel Patz aufm Fahrzeug. Andere Frage es wird hier über Schere/Spreizer gesprochen wie sind die Zylinder-Erfahrungen - weil z.B. Weber nur einen kleinen anbietet?
    • Wir haben bei der Messe einen Zylinder mit Akkubetrieb getestet. In Verbindung mit dem von Lukas Patentierten Schwelleraufsatz konnte ich den Zylinder sogar so stellen, dass ich den Patienten auch hätte herausholen können, ohne dieses Gerät vorher nochmal zu entfernen. Außerdem war ein Einsetzen aufgrund fehlender und etwas steifer Schläuche deutlich einfacher, wobei man dies zu zweit machen sollte, doch auch alleine ist es nicht sehr kompliziert.

      Das mit dem Baukran und dann das Aggregat mit der DLK nach oben zu bringen ist nicht ungewöhnlich, doch sobald es über 30 Meter drüber geht, kommt man halt mit dem Geräten nicht weit.

      Bei einem HLF habe ich in der Regel auch eine Gruppe dabei. Ich kann natürlich die von dir, @Heros 22/51, genannten Kompaktgeräte wie in Stuttgart, doch da muss eine Einsatzkraft mehr Gewicht schleppen als nur das Akkugerät, denn man trägt noch das Aggregat und einen Schlauch. Vor allem auf Fahrzeugen mit selbstständigem Trupp (VRW, KEF) sind meiner Meinung nach Akkugeräte ein enormer Vorteil, da man schon mal gut 50-100 Kilo sparrt (vor allem wenn das Fahrzeug eh schon an der Beladegrenze ist).
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    • Ich komme aus einer Feuerwehr die 2003, also bereits vor 13 Jahren eines der ersten Akku-Geräte der Firma Weber in den aktiven Einsatz genommen hat. Das Weber "Hydro-Pac" war damals ein Meilenstein und für uns unerlässlich in einem Konzept, das sich mit der Unfallrettung in einem 1,6km langen Straßentunnel auseinander gesetzt hat. Leider war die Technik damals noch nicht so weit wie heute und dieser Akku Rucksack war unglaublich schwer, schnell leer und hatte nicht die Leistung wie die heutigen Geräte aber er hat funktioniert. Das das Gerät als Ergänzung auf dem HLF liegt, wird es bei "normalen" Verkehrsunfällen genutzt um die Zylinder zu betreiben und den großen Rettungssatz nicht zu binden. Hin- und wieder wird auch die kleine Kombischere aufs große Aggregat gewechselt, damit lässt sich in der Regel ein älterer PKW problemlos zerlegen ohne das man ständig zwischen SP60 und RSX200/107 wechseln muss welche ja nun doch ein beachtliches Gewicht haben.
    • Bevor wir unser erstes Akku betriebenes Kombinationsgerät von Holmatro erhielten haben wir ein "Rucksackaggregat" gehabt. Das waren noch Viecher. Bei uns ist das Kombinationsgerät nicht unbedingt da um eine Technische Hilfeleistung bei einem VU durch zu führen, sondern um kleinere Einsätze wie "Kopf steckt in Zaun" :whistling: oder ähnliches zu bewältigen. Ich freue mich schon auf das Neue Gerät welches im Herbst eintreffen sollte.