Hinterwandinfarkt

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    • Hinterwandinfarkt

      Hallo gegeben ist der Fall:

      Sie kommen zu einem Patienten 56 Jahre, klagt nach dem Fensterputzen über Unwohlsein
      Patient ist bei Bewusstsein und spricht mit einem im Rahmen der Untersuchung kommt man dazu ein EKG zu kleben. Im 4 Kanal EKG ist bereits eine ST Strecken Hebung zu sehen. 12 Kanal EKG ergibt Hebungen in Ableitung II, III und aVF also Hinterwandinfarkt.

      So jetzt kommt die Therapie, als allgemeiner Therapie Standart wird ja die MONA Regel empfohlen, wobei die Sauerstoffsättigung einen Zielwert von 96% haben soll.

      Jetzt habe ich aber schon von diversen Personen gehört das man bei einem HWI weder Nitrate noch Morphin geben soll, im Internet könnte ich dafür keine Erklärung finden und die Personen könnten mir es auch nicht so erklären.

      Kann es mir vielleicht hier einer erklären?
      Schenkt euch Liebe
    • Die Erklärung für das was deine Kollegen sagen ist weniger simple, dafür aber sehr einleuchtend.

      Ich breche das Ganze mal etwas runter, damit es auch Personen mit weniger Fachwissen vielleicht verstehen können.

      Der so genannte Hinterwandinfarkt (erkennbar durch z.B. pathologische positive Veränderungen der ST -Strecke gegenüber der Grundlinie in den Ableitungen II; III und aVF) wird auch gerne als Rechtsherzinfarkt bezeichnet. Der Hinterwandinfarkt betrifft weniger die Reizleitung des Herzens, als viel mehr die Muskeln und hier vor allem im Bereich der rechten Herzhälfte. Die rechte Herzhälfte ist für die Füllung des Herzkreislaufs und den entsprechenden Auswurf verantwortlich. Bei einem Hinterwandinfarkt steht im Bereich des rechten Herzens weniger Muskelgewebe für den Auswurf in die Lunge zur Verfügung, was je nach dem wo und welches Gefäß der Herzkranzarterien Verschloss ist zum "kleineren" oder größeren Problem werden kann. Ist das rechter Herz bei einem Hinterwandinfarkt unzureichend mit Blut gefüllt wird weniger Blut in die Lunge ausgeworfen bzw. gezogen, in der Folge dessen kommt weniger Blut im linken Herzen und damit in der Aorta an. Aus dieser Tatsache ergibt sich, dass dem Körper zur Aufrechterhaltung des Körperkreislaufs unzureichend Blut zur Verfügung steht und dies mit den bekannten Folgen.
      Hat man also einen Hinterwandinfarkt mit einer Rechtsherzinsuffizienz darf man nicht noch mit Nitraten (z.B. Nitrospray) oder Morphin die Vorlast senken, denn dann kann sich das Herz noch schlechter füllen und es kommt noch weniger in den Lungen- und anschließend in den Körperkreislauf. Im schlimmsten Fall kann man durch die Vorlastsenkung bei einer Rechtsherzinsuffizienz übrigens erleben das ein Patient reanimationspflichtig wird.

      Ich hoffe das erklärt es etwas, warum man beim Hinterwandinfarkt kein Nitro bzw. Morphin geben soll.
      Vll. kann @Dr. Green das Ganze; falls notwendig korrigieren bzw.; ergänzen.