RTW bei einer Freiwilligen Feuerwehr

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    • @SEK- Schütze:
      Doch genau um die qualitative Versorgung geht, denn sonst kann ich mir den ganzen Aufwand sparen. Niemand käme ernsthaft auf die Idee einen RTW nur zum Pflaster kleben im trockenen und zur Getränkeausgabe anzuschaffen, bei einer entsprechenden Anschaffung geht es immer darum eine vermeintlich bessere Versorgung zu gewährleisten, wie es mit einer mobilen Ausrüstung alleine möglich ist.
      Ein First Responder mit RTW kann nicht automatisch einen Patienten besser versorgen, wie einer mit "nur" einem PKW. Hat der FR RTW nur zwei RettSan an Board oder nur einen Notfallausrüstung ohne Medikamente und nur ein AED (ohne Bildschirm) kann er einen Patienten schlechter Versorgen, wie ein First Responder mit PKW besetzt mit RettSan oder gar RettAss und EGK/Defi und ggf. sogar Medikamente. Die Qualität ist wie gesagt viel viel mehr von der Ausrüstung (EKG/Defi; Atemwegsmanagement; Medikamente...) und den Kompetenzen (Strichwort: RettAss/NotSan) abhängig, wie vom Fahrzeug mit dem das Personal an die E-Stelle kommt wird.

      str1k3r schrieb:

      Welches hohes Ross? Es ist nun einmal so, dass die Aufgabe des Brandschutzes zugeteilt wird, aber jeder Hinz und Gunz im Bereich Bereitschaft und auch SAN-Dienst mitmischen kann von privaten Vereinen über verschiedenste HiOrgs bis Unternehmen.
      Genau das mit dem du nach deiner Frage gleich wieder ankommst. Ja; die Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe der Gemeinde und ja die HiOrg ist das nicht, das macht sie aber in keinem Fall weniger wichtig oder wertvoll. Logisch betrachtet steht übrigens einige HiOrg ein Stück über der Feuerwehr. Im Gegensatz zur Feuerwehr, die Pflichtaufgabe der Stadt/Gemeinde ist, ist z.B. das DRK durch den Bund als Nationale Hilfsgesellschaft anerkannt und ist als solche per Gesetz durch den Bundestag festgeschrieben (siehe DRK Gesetz). Die JUH und der MHD sind in diesem Gesetz übrigens ebenso aufgeführt und damit auf Bundesebene verankert. ;)
      Die Aufgabe "Verhütung und Linderung menschlicher Leiden, die sich aus Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Benachteiligung ergeben" (Satzung-DRK, §2 Abs. 2 Satz 2) ist direkt beschrieben und durch das DRK Gesetz des Bundes (siehe §2 Abs. 1) dem DRK; der JUH und dem MHD zugewiesen. Ganz streng genommen handeln die drei eben genannten HiOrg also im Bundesauftrag und der Bund ist dafür mitverantwortlich dass es sie in der Fläche gibt. Tatsächlich ist es aber leider so dass sich aus dieser gesetzlichen Verpflichtung für die unteren / untersten Ebenen kein Benefiz ergibt, d.h. man kann im Gegensatz zur Feuerwehr als OV vor Ort (kaum /) keinen Druck nach oben ausüben und damit eine Finanzierung der Sache X erzwingen.
      Genau diese letzte Tatsache ist es die immer und immer wieder von Feuerwehren ausgenutzt wird, denn diese können den Druck ausüben. Im Gegensatz zu DRK und Co. die meist nur mit dem allgemeinen Rettungsdienst wahrgenommen werden, wird die Feuerwehr lokal durch die Bürger wahrgenommen und dementsprechend ist ein Aufschrei da, wenn man lokal "die Sicherheit beschneiden" will.
      Im übrigen ist doch gerade das Problem was du zum Schluss beschreibst das, auf das du dich Berufst. Gerade weil eben der Sanitätsdienst und Co. nicht festgeschrieben ist kann sich hier auch eine Feuerwehr engagieren und das ohne jeglichen Nachweis von Qualifikationen; Material und ohne Beachtung entsprechender Regeln. Wäre der Sanitätsdienst wie die Feuerwehr oder Rettungsdienst festgeschrieben bräuchten wir hier nicht zu diskutieren, denn dann müsste auch eine Feuerwehr einen entsprechenden Bedarf; eine entsprechende Qualität und einiges mehr nachweisen um beauftragt zu werden.

      str1k3r schrieb:

      Und deshalb verstehe ich nicht, wieso du sagst alle dürfen, aber die Feuerwehr nee da ist nicht deren Aufgabe die dürfen das nicht.
      Lese doch bitte nochmal was ich geschrieben habe, bezüglich der Sache wann und wo für mich ein RTW ok ist. ;)
      Es geht hier viel viel mehr um allgemeine Voraussetzungen, wie um die Organisation die ihn betreibt. Betrachtet man sich nun in welcher rechtlichen Stellungen die Feuerwehr ist (Pflichtaufgabe) und wer sie finanziert kommt man schnell an den Knackpunkt den ich meine, denn erst übernimmt man eine zusätzliche Aufgabe freiwillig und eigen finanziert und dann nimmt man irgendwann weil man es nicht mehr kann für die Finanzierung die Stadt/Gemeinde in Pflicht. Genau solche Fälle wie zu letzt beschrieben findet man massig in einschlägigen Foren und der Presse und genau hier kommt der Missbrauch des Status Pflicht und das allgemein hohe Ross zum tragen.
      Ganz davon ab bindet ein solcher RTW wie gesagt Personal und allgemein einiges an Geld, genau dieses Personal kann man in aller Regel auch selbst gut gebrauchen und die recht großen Mengen an Geld könnte man genauso gut in die Finanzierung der Feuerwehrausrüstung stecken, damit könnte man sich seiner Verantwortung gegenüber der Stadt und seiner Bürger bekennen. Jeder Cent der für die Feuerwehr (zusätzlich!) ausgegeben wird muss an anderer Stelle eingespart werden, das geht dann ggf. auch mal zu lasten des Feuerwehrmanns Müller der im Fußball- oder Gesangsverein ist und der auch dann wieder das Motzen und Klagen anfängt.
      Im übrigen ist es mir komplett unschlüssig, warum du so vehement gegen eine Kooperation mit einem OV vor Ort ist bzw. generell so gegen die HiOrg schießt? Hat dir eine HiOrg mal was getan oder liegt es nur an dem üblichen hohen Ross " nur wir sind eine Pflichtaufgabe und nur wir haben eine gute Ausbildung!"?

      str1k3r schrieb:

      Wenn ich überspitze, dann dürfte die DLRG auch kein GW-SAN besetzen. Den deren Aufgabe ist ja eigentlich nur die Wasserrettung.
      Doch, da es Satzungsgemäß die "Bekämpfung des Ertrinkungstodes" und die "Rettung aus Lebensgefahr" (§2 Abs. 1) und die "Zusammenarbeit mit Bundesbehörden und -orgnaisationen" (§2 Abs. 4 Satz g) ihre Aufgabe ist. Entsprechend dieser Aufgaben kann man die Verteilung und den Betrieb von Bundes-/Landesfahrzeugen vom Typ GW-San; KTW-B und ähnlichen rechtfertigen.
      Auch ist es so dass die Hauptaufgabe aus öffentlicher Sicht die Wasserrettung ist, die Rettung eines Menschenleben ist aber mit retten aus dem Wasser noch nicht beendet und damit kommen wir zum benötigten Material, welches tlw. in Form von KTW-B und GW-San gestellt wird.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von BlueCool ()

    • @BlueCool: Zum letzten Beitrag von dir- es geht nicht darum, eine qualitative Versorgung zu leisten, sondern (mir) geht es es nur darum, dass ein First Responder (mehr gibt es nicht, das ist auch nicht die Überlegung) oder eben 2 mit RTW effektiver sind, als einer mit einem PKW.

      Und wo liegt am Ende der Unterschied? Das ich ein Fahrzeug welches mit einem C1 gefahren werden muss gegen ein Einsatzfahrzeug mit B-Führerschein zu tausche habe ich den Nachteil das nicht jeder den C1 hat. Außerdem kann ich auch nicht wirklich mehr Ausrüstung unterbringen ein First Responder ist dazu da die Therapie-Freie-Intervallzeit zu verkürzen so das der Heilungsprozess schneller und erfolgreicher ist als wenn der RTW nach 10min eintrifft. BlueCool hat es eben erwähnt es kommt einfach auf die Möglichkeiten an (> Ausrüstung / Qualifikation der Einsatzkräfte). Außerdem ist ein PKW deutlich einfacher zum mitführen bzw. Kompakter als ein RTW (bzgl. Altstadt, Fußgängerzonen u.ä)
      Es bringt dir nix wenn du 2 mit einem RTW hinschickst die dann Erste Hilfe leisten anstatt einen RettSan mit PKW der ist alleine effektiver als irgendwelche Ominös-weiter gebildeten Feuerwehrler die "offiziell" nur die EH-Ausbildung haben (wir gehen mal von der kleinen und großen aus).
    • SEK- Schütze schrieb:

      aber wenn es schneit und stürmt wär der Patient froh über einen RTW,oder?
      Nein, er wäre wenn froh über eine Versorgung im trockenen; windgeschütztem und ggf. warmen. Alle diese Punkte kann ich sehr bequem und einfach mit einem Zelt und ein paar altmodischen Strahlern realisieren. Im Gegensatz zum RTW kostet mich das Zelt im laufe seines Lebens nur ein Bruchteil an Unterhalt und kann leichter / günstiger ersetzt werden am "Lebensende". Obendrein kann ich ein Zelt im Gegensatz zum RTW noch vielfältiger nutzen und somit haben ggf. nicht nur die San-Gruppe, sondern auch die JF; allgemeine FF oder oder noch etwas davon.

      SEK- Schütze schrieb:

      vernünftigen RTW Typ C bekommt man für um die 100.000 €
      8| Überlege dir bitte jetzt noch mal ganz genau was du da eben geschrieben hast! Lass dir das noch mal ganz genau durch das Hirn gehen, auf der Zunge vergehen und beachte mal den Betrage den du eben genannt hast!

      Selbst wenn du "nur" 20.000,-€ für die initiale Anschaffung eines guten gebrauchten RTW's ausgeben musst und nochmal ~ 1000,-€ im Jahr für den Unterhalt. Das sind echte Summen und die auf die Dauer selbst zu stemmen ist eine enorme Herausforderung, die stemmt man nicht mal eben so. Auch musst du pro Jahr einen Betrag X beiseite legen, damit du deinen RTW nach X Jahren durch einen neueren ersetzen kannst. Alleine der Unterhalt und das sammeln für eine Ersatzbeschaffung verschlingt einiges pro Jahr. Spart man an Ausrüstung; STK und Co. kann man pro Jahr sicher einiges einsparen, dann hat man aber einen fragwürdigen / keinen RTW.
      Beachtest du die alleine die initialen Anschaffungskosten kannst du von dem Geld was du für das nackte Auto (RTW + ggf. Trage) ausgibst eine 3-4 Feuerwehren mit einer vernünftigen Notfallausrüstung ausstatten, damit und mit ggf. einer gegründeten FR-Gruppe kannst du viel mehr Menschen helfen, wie mit diesem einem RTW.

      Ansonsten schau dir doch bitte auch mal an wie in Städten und Gemeinden um 100.000,-€ gefeilscht wird bei Haushaltsverhandlungen, überlege dabei doch auch mal was du mit dieser Summe alles für die Allgemeinheit tun könntest.
    • BlueCool schrieb:

      SEK- Schütze schrieb:

      aber wenn es schneit und stürmt wär der Patient froh über einen RTW,oder?
      Nein, er wäre wenn froh über eine Versorgung im trockenen; windgeschütztem und ggf. warmen. Alle diese Punkte kann ich sehr bequem und einfach mit einem Zelt und ein paar altmodischen Strahlern realisieren.

      Ich wollte mich eigentlich nicht in die Diskussion einbringen, im Großen und Ganzen gebe ich dir eigentlich recht, BlueCool. Allerdings hab ich mich beim Mitlesen die letzten Tage immer wieder gefragt, worauf du mit diesem Zelt raus möchtest? Natürlich ist es billiger und natürlich bietet es in der Regel den gleichen Schutz wie ein Rettungswagen - aber bei einem Zelt in entsprechender Größe dauert es doch auch deutlich länger, es aufzustellen? Und damit allein ist es ja nicht getan, die Strahler müssten dann auch noch aufgebaut werden; dazu muss ein Stromaggregat angeworfen werden, welches wiederrum sehr laut ist, und und und. Und dann ist es in dem Zelt eben immer noch eiskalt. In der gleichen Zeit, bis das Zelt aufgebaut, warm, hell, trocken und immer noch (wegen Strom) extrem laut ist, hab ich doch selbst einen nicht gefähigen Patienten schon längst im vorgeheizten RTW. Zumal mir das Personal, das sich um den Aufbau kümmern müsste, bei der Patientenversorgung fehlt (ich gehe mal davon aus, dass die FR-Gruppe wie in den meisten Orten üblich mit maximal 2-3 Mann ausrückt).

      Wie gesagt, im Prinzip geb ich dir recht: Auch ich finde einen RTW bei einer First-Responder-Einheit absolut nicht notwendig, jedoch halte ich ihn was den Einsatzzweck eines First-Responders angeht für die deutlich sinnvollere Alternative zu dem von dir vorgeschlagenen Zelt.


      Das Argument "was bringt mir ein RTW wenn ich nur schlecht ausgebildetes Personal hab" halte ich übrigens für völlig fehl am Platz. Dass die Ausbildung des Personals und eine vernünftige Grundausstattung an oberster Stelle stehen ist klar, aber das hat ja nichts mit der Anschaffung eines RTW oder eines Zeltes zu tun. Auch muss ich ja nicht plötzlich für den FR-Dienst eine im Gesetz vorgegebene RTW-Besatzung stellen können, nur weil der FR jetzt so ein Fahrzeug nutzt (der öff-rechtliche Rettungsdienst mit entsprechender Besatzung kommt ja sowieso). Und dass das Personal auf seinem Material geschult sein und die Geräte gewartet werden müssen, ist bei einem AED, einem Oxybag und einem Notfallrucksack das gleiche Problem wie wenn ich dieses Zeug im RTW unterbring.


      Gruß
      Jonny
    • SJonny schrieb:

      worauf du mit diesem Zelt raus möchtest?
      Das es bei weitem vielfältiger eingesetzt werden kann wie der RTW und vor allem die Kosten einen Bruchteil der Kosten ausmacht, die man für einen RTW aufbringen muss. Ganz davon ab wecke ich mit einem Zelt keinen falschen Eindruck, denn dann weiß jeder ganz genau dass 1. da so gut wie jeder Versorgen kann und 2. man nicht die Hoffnung hat bzw. auf die Idee kommt mit einer zweifelhaften Besatzung und oder Ausstattung jemanden zu transportieren. Stelle ich eine RTW irgendwo hin wird ein echter Laie und ein Halblaie immer echte und professionelle Hilfe erwarten, auch wird er nur schwer / nicht verstehen warum damit nicht transportiert wird. Bei einem Zelt entfallen solche Gedanken von vornherein und damit nehme ich mir beim Betrieb dessen im Vergleich zum RTW einiges an Druck.

      SJonny schrieb:

      Dass die Ausbildung des Personals und eine vernünftige Grundausstattung an oberster Stelle stehen ist klar, aber das hat ja nichts mit der Anschaffung eines RTW oder eines Zeltes zu tun.
      Ein Stück weit schon, denn ohne entsprechendes Personal und Material bringt mir ein RTW bis auf extrem Kosten nichts. Ein RTW ohne Medikamente und mit einem einfachen AED bringt mir eben nicht wirklich etwas und im direkten Vergleich zu einem Zelt verursacht er enorm hohe Kosten.
      Sicher das Zelt will auch aufgebaut und ausgestattet werden, aber hier muss ich weder bei der Ausstattung, noch beim Personal eine solche Qualität liefern, wie beim RTW. Beim RTW brauche ich in weiten Teilen eine doppelte Ausrüstung (RTW & mobile Behandlung) und die Kostet einiges, beim Zelt brauche ich nur eine einfache Ausrüstung und habe hier weniger "rechtlich" Aspekte die es zu beachten gilt.
      Auch wenn ich für den Aufbau eines Behandlungsraums beim Zelt mehr Zeit verbrauche, wie beim RTW. Ich komme damit nie, aber auch wirklich nie, auf die Idee mit einer zweifelhaften Besatzung zu transportieren und jedem anfahrenden RM ist klar was ich leisten kann. Auch ist es so das ich beim Umladen des Patienten einen geringeren Aufwand betreiben muss und damit eine geringer Chance habe dem Patienten zu schaden.

      SJonny schrieb:

      Auch muss ich ja nicht plötzlich für den FR-Dienst eine im Gesetz vorgegebene RTW-Besatzung stellen können, nur weil der FR jetzt so ein Fahrzeug nutzt (der öff-rechtliche Rettungsdienst mit entsprechender Besatzung kommt ja sowieso).
      Genau das ist doch der Knackpunkt und der eine Gedankengang, der mir erscheinende andere Gedankengang ist das man "falls der Rettungsdienst "zu lange braucht" oder nicht kommt" selbst transportieren kann. Auch wird ein externes RM oder eine Besatzung mit wenig Fachwissen ggf. einen richtigen RTW erwarten und steht am Ende vor einem fraglichen RTW bzw. im schlimmsten Fall besseren KTW. Beide Fälle sind für den Patienten potentiell gefährlich und daher bin ich kein Freund davon. Will man eine entsprechende Absicherung, muss man entsprechend großen Aufwand betreiben oder besser man wendet sich an den der Zuständig ist und versucht allgemein die Problematik zu lösen. Würde sich die Stadt/Gemeinde und die Feuerwehr für eine Verbesserung der rettungsdienstlichen Struktur einsetzen, würde man einiges an Geld und Aufwand sparen und obendrein dir Feuerwehr und alle Bürger während und außerhalb der Einsätze besser absichern. Genau dieser Vorgang wäre der beste Weg für alle.

      SJonny schrieb:

      ist bei einem AED, einem Oxybag und einem Notfallrucksack das gleiche Problem wie wenn ich dieses Zeug im RTW unterbring.
      Fast, denn bei einem RTW habe ich nicht nur einen Oxbag, sondern obendrein noch zwei große Sauerstoffflaschen. Auch habe ich bei einem RTW nicht nur Medikamente bzw. Material im Notfallrucksack, sondern eben auch im RTW. All das kostet mich im Unterhalt zusätzliche Arbeit und vor allem einiges an Geld. Beim RTW habe ich im Vergleich zur mobilen Ausrüstung außerdem noch eine Fahrtrage die gepflegt und vor allem gewartet werden will und brauche eigentlichen mehr, als nur einen AED um tatsächlich einen RTW zu haben. Habe ich in einem RTW nur einen Oxybag; nur eine AED und den größten Teil meiner Medikamente im Rucksack sind wir genau beim dem was ich als Augenwischerei bezeichne, denn dann habe ich optische eine RTW, aber von der Ausstattung her keinen.
    • BlueCool schrieb:

      Würde sich die Stadt/Gemeinde und die Feuerwehr für eine Verbesserung der rettungsdienstlichen Struktur einsetzen, würde man einiges an Geld und Aufwand sparen und obendrein dir Feuerwehr und alle Bürger während und außerhalb der Einsätze besser absichern. Genau dieser Vorgang wäre der beste Weg für alle.
      Mal so kurzer Einwurf denkst du das interessiert irgend wenn wen die FFW sagt ja hier ist es knapp? Die Stadt hat den Auftrag ja schon vergeben. Da wird dann gesagt aber warum den die Zeiten schafft man doch laut Plan ist doch alles gut, kein Grund zur Sorge. Klar wenn man das ordentlich "vermarktet" bekommen es auch die Bürger mit aber da darf man auch nicht viel erwarten von. Die Sicht von dir finde ich zu "einfach" weil so funktioniert das Spiel meist nicht (Gegen Bildung von First Respondern etc.) so ist es vieler Orts.

      Kurz um kann man über dieses System nichts sagen es spielen viel zu viele Faktoren mit ob dies sinnvoll oder nicht ist. Der Regelrettungsdienst in meiner Region hat aktuell eig. viel gepackt nur es gibt schon Momente wo man denkt hm jetzt n RTW der Feuerwehr wäre gut, aber sowas st verschmerzbar, es wird halt nur eng wenn mal zwei was "Größeres" ist das schaft die FFW zwar aber die Rettung brauch dann ein wenig.

      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden
    • Ich hab mir das ganze jetzt mal durchgelesen und musste doch etwas schmunzeln

      str1k3r schrieb:

      Auch finde ich es in Ordnung wenn die Kommune einen RTW bezahlt, weil sie sagt das "Angebot" an RTWs oder medizinischer Versorgung ist nicht ausreichend wir wollen/müssen hier handeln
      Wenn die Kommune als Träger des Rettungsdienstes feststellt durch einen Bedarfsplan das ein Mangel an Rettungsmitteln vorhanden ist, darf es keine Lösung sein einer FF einen RTW in den Stall zu stellen sondern ich muss hier Hauptamtliches Personal einstellen welches einen RTW besetzt!

      str1k3r schrieb:

      Der Rettungsdienst wird mir dann irgendwann den Vogel zeigen, wenn ich den immer mitkommen lasse und den Einsatz über da haben will,
      Ich zeig auch der Pflegekraft im Altenheim den Vogel wenn sie mich Nachts anruft für Schnupfen trotzdem fährt jetzt nicht die Feuerwehr für mich dahin. Hier ist es ganz normal (in meinem Einsatzgebiet ab Brand 2) das ein RTW mitrollt ggf auch ein Notarzt. Ja mein Gott dann steh ich halt mal nen bisschen da rum, ob ich jetzt im Sessel liege oder im RTW sitze und schnarche ist dann auch kein großer Unterschied mehr...

      str1k3r schrieb:

      die restlichen sind mal wieder umsonst durhc die halbe Kommune zur Unterkunft gefahren. Bei der FF kommen die Kameraden aber eh
      Ist das jetzt bei ner BMA anders? Oder wenn von der FF schon alle Fahrzeuge raus sind? Oder es gar nicht so wild war wie gemeldet und es kommt KwKe?

      bergp83 schrieb:

      Bei der Feuerwehr Fürstenberg im Kreis Paderborn ist ein RTW stationiert, der vom Rettungsdienst des Kreises und der FF gemeinsam betrieben wird.
      In Paderborn wird generell viel mit Freiwilligen gearbeitet um kosten zu sparen... ich find das ganze fraglich da man dort manch komischer gestallt gegenüber steht. Wenn dazu genau fragen bestehen kann ich die aber mal an 3 Arbeitskollegen richten die aus dem Kreis Paderborn kommen. Die könnten da vielleicht weiterhelfen.

      SEK- Schütze schrieb:

      eine qualitative Versorgung zu leisten
      Wenn ich keine qualitative Versorgung leisten will kann ich es auch lassen, ich gehe ja auch nicht in ein Restaurant wenn mir egal ist ob es schmeckt oder nicht

      SEK- Schütze schrieb:

      aber wenn es schneit und stürmt wär der Patient froh über einen RTW,oder?
      Und wenns warm ist über ne Klimaanlage und nen kühles Getränk, ich sags immer wieder ich bin kein Reisebus und mal hat man im Leben auch Pech! Ich muss hier nicht die Luxuskarre hinstellen wenn der Mensch grade ganz andere Sorgen hat, nen warmer RTW mit Federbett bringt dir auch nichts wenn die Augen zu gemacht hast.

      SEK- Schütze schrieb:

      einen vernünftigen RTW Typ C bekommt man für um die 100.000 €.
      Junge Junge ist ja glatt nen Schnäppchen, ich ruf mal kurz den Bürgermeister an er soll gleich 3 bestellen für unsere Gemeinde. Wir sind zwar gut aufgestellt von den Kosten aber das kriegen wir nie im Leben gestemmt auch nicht mit Spenden.


      Generell möchte ich mal einwerfen das wir unser HLF am Tag oft mit 4-6 Mann besetzt aus dem Gerätehaus fahren, wir haben wie bestimmt alle Feuerwehren durchaus Probleme AGTs aufm Auto sitzen zu haben, auch Führungskräfte fallen nicht vom Himmel. Wo soll ich da das Personal für einen RTW hernehmen? Wir fahren teilw. Tagsüber mit Gruppen anderer Dörfer raus um aufs Personal zu kommen, auch da die frage wen soll ich da für einen RTW abstellen?
      Hinzu kommt wenn ich mir anschaue was man alles an Lehrgängen braucht und machen kann (was für mich immer noch ein Horror ist, das mit dem Beruf unterzubekommen) wo soll man da noch eine Berufsausbildung oder auch den RettSan nebenbei machen? Ich behaupte mal da kannst du deine Familie gleich verlassen und ich behaupte auch das der ausgebildete NotSan wenn er zur Feuerwehr fährt auch Feuerwehrtätigkeiten übernehmen möchte und nicht einen nice to have RTW besetzen will. Mal abgesehen davon das wenn dieser NotSan von ner BF kommt oder AGT oder was auch immer ist auf dem HLF oder sonstigen Fahrzeugen eine bessere Verwendung im Erstangriff hat.

      Edit: Vorallen wenn man mal die Zeit hochrechnet die ich brauche um mit meinem Regel RTW an der Einsatzstelle zu sein im Vergleich zur Feuerwehr ist da kein wirklicher Zeitgewinn.
      Schenkt euch Liebe
    • Kann die Feuerwehr bzw. Stadt / Gemeinde als nicht Träger des Rettungsdienst dem Träger (z.B. Landkreis) einen offensichtlichen Mangel darlegen wird / muss es ihn interessieren. Ist ein Mangel in der Vorhaltung nachweisbar und obendrein noch "öffentlich benannt" (z.B. Brief vom Bürgermeister; dem Gemeinderat oder dem Wehrleiter) ist der Träger des Rettungsdienst angreifbar, ignoriert er das entsprechende Problem kann man im Fall das etwas ernsthaftes passiert hier ggf. von Fahrlässigkeit bzw. Organisationsverschulden reden. Die eben genannten zwei Punkte sind Punkte die im Fall einer rechtlichen Auseinandersetzung schwer wiegen und meist sehr, sehr teuer werden.
      Sollte eine Feuerwehr bzw. Stadt/Gemeinde auf amtlichen weg nichts erreichen, spätestens wenn sie die Sache öffentlich macht wird es große Wellen schlagen und interessant werden. Im Gegensatz zum OV vor Ort wird der Rettungsdienst durchaus vom Laien wahrgenommen und auch durchaus begriffen, dass es diesen geben muss und dieser auch zeitnah vor Ort sein muss um Leben zu retten.

      Dass die Sache nicht so einfach gesehen wird konnte man im letzten Jahr gut beobachten (siehe Gründe zur Gründung der Stelle zur !Qualitätssicherung im Rettungsdienst Baden Württemberg"; dem hr Bericht zur Hilfsfrist in Hessen oder auch der aktuellen Problematik das Sachsen seine Hilfsfrist nicht auswerten kann). Beachtet man die folgen der im letzten Jahr verstärkten Berichterstattung über nicht erfüllte Hilfsfrist; Duplizitäten und zu "langen" Anfahrtszeiten merkt man sehr schnell, dass die Träger nicht einfach alles unter den Teppich der "planerischen Erfüllung" kehren können und solche Berichte durchaus Bewegung in die Sache bringen.

      @Florian 11/33/1:
      Sag mir bitte ganz praktisch was ein reiner RTW mit nicht ordentlicher Ausrüstung und oder Besetzung vor Ort für Vorteile hat, außer den gerne angeführten "sicheren" Behandlungsraum? Keine Frage hat man einen RTW vor Ort, der wie einer ausgerüstet ist und der ordentlich Besetzt ist (d.h. Qualifikation; Kompetenzen und Übung stimmen), kann eine echte Hilfe sein. Doch hier reden wir über einen RTW der nur mit Glück ordentlich besetzt ist; der eine fragliche Ausrüstung hat und der an einem Ort stationiert ist der eine Rettungswache mit KTW; RTW und NEF und der zusätzlich 2 RTW des erweiterten Rettungsdienst in ~ 15 Minuten (Normalfahrt!) in der Nähe hat.
      Außerdem reden wir von einem RTW der eigentlich rein der Versorgung dient und eigentlich nur im Extremfall (KatS-Lage; ManV; etc.) transportieren soll.
      Grob zusammengefasst reden wir über ein rollendes Behandlungszimmer welches einen Zeitraum von vll. 5-10 Minuten überbrücken muss. Genau für diese 5-10 Minuten wird aber ein enormer materieller und finanzieller Aufwand betrieben und das alles in einem Aufgabenfeld, für das man eigentlich nicht zuständig ist und für das man damit einen ordentlichen zusätzliche materiellen; personellen und finanziellen Aufwand betreiben muss.

      Ich persönlich finde es absolut unverständlich, wenn sich Feuerwehr; THW; DRLG; DRK und Co. in einem Aufgabenfeld welches ihnen nicht obliegt in einem Wettbewerb zu einer der Organisationen begeben, deren Hauptaufgabenfeld es eigentlich ist. Bleibt jeder bei seinen Aufgaben und kooperiert in den anderen Aufgabenfeldern mit den entsprechenden Organisationen stärkt das die Gemeinschaft und Zusammenarbeit, zusätzlich spart man sich so einen erheblichen Aufwand und eine ggf. enorme Bindung von Material; Personal und Geld.
      Persönlich bin ich der Meinung das jeder der sich bei einer im sozialen Bereich angesiedelten HiOrg engagiert auch sozial handeln sollte, d.h. man achtet einander und die geleistete Arbeit; man würdigt das Engagement und die Arbeit des anderen und man arbeitet in Bereichen wo es notwendig ist bzw. einen Sinn macht zusammen. Wenn man als Mitglied einer solchen Organisation diese Grundsätze nicht beherrscht und meint "nur meine Organisation ist die einzig wahre" sollte man dringend mal über seine soziale Ader nachdenken, denn dann scheint da irgendwas nicht zu stimmen (z.B. Überheblichkeit; Selbstüberschätzung; ...).
    • BlueCool schrieb:


      Auch wenn ich für den Aufbau eines Behandlungsraums beim Zelt mehr Zeit verbrauche, wie beim RTW. Ich komme damit nie, aber auch wirklich nie, auf die Idee mit einer zweifelhaften Besatzung zu transportieren und jedem anfahrenden RM ist klar was ich leisten kann. Auch ist es so das ich beim Umladen des Patienten einen geringeren Aufwand betreiben muss und damit eine geringer Chance habe dem Patienten zu schaden.

      Darf ich fragen, von welcher Situation du ausgehst, dass ich diese Zeit überhaupt zur Verfügung hab? Ich gehe davon aus, dass es um eine halbwegs professionelle (wie auch immer man das definieren mag) Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes geht. Diese Zeitspanne (von Eintreffen FR bis Eintreffen RD) dürfte selbst bei einem Engpass im RD eine Viertel Stunden nur äußerst selten überschreiten.
      Dann soll also innerhalb von diesen sehr sehr großzügig gerechneten 15 Minuten das Zelt aufgestellt werden. Von wem? Und wohin? Ich bräuchte ja ein Zelt, das sowohl aureichende Stehhöhe als auch einen entsprechende Fläche bietet, wo ich den Patient tatsächlich abschirmen und aber weiter behandeln kann. Das wird sich nicht so einfach von 2 Leuten aufstellen lassen und auch nicht überall wird entsprechend Platz vorhanden sein. Dann bräuchte ich wie gesagt noch die Strahler und ggf. (wir reden ja vom Winter bzw. schwierigen Wettersituationen) eine Heizung. Ich betreibe also in einem Einsatz mit so kurzer relevanter Dauer einen imensen Aufwand, nur damit der Patient ein nicht windfestes Dach über dem Kopf hat, trotzdem aber noch in Eiseskälte auf dem nassen, kalten, verschneiten Boden liegt und sich zu allem Stress, in dem er sich sowieso schon befindet, noch in Mitten von arbeitenden Feuerwehrlern und einem lauten Stromaggregat wieder findet.

      Da macht doch ein RTW oder "besserer KTW" immer noch deutlich mehr Sinn, selbst wenn er nur als Behandlungsraum (ohne mit einem öffentlich-rechtlichen RTW vergleichbarer Ausstattung wie Medikamenten oder hyper-modernem EKG) dient. Und so am Rande: Ich sollte den First Respondern (wie auch immer sie ausgebildet sind) schon zutrauen, entscheiden zu können ob sie den Patient ohne weiteren Schaden anzurichten auf die Fahrtrage und damit in das Fahrzeug verbringen können oder nicht. Wenn nicht, muss ich sie halt entsprechend schulen. Ich würde dich übrigens nochmal bitten, davon wegzukommen, bei allen anderen Meinungen immer von nicht adäquat ausgebildetem Personal auszugehen, während bei deiner Lösung das Personal immer kompetent genug zu sein scheint.
    • Die drei typischen Situationen von denen ich ausgehen würde laut Beschreibung der FF wären folgende:
      1. Brand- / TH-Einsatz bei dem es sofort oder im Verlauf zu versorgen gilt
      2. Übung bzw. Ausbildung
      3. Fest bzw. sonstige Veranstaltung


      Im 1. Fall brauche ich ggf. wirklich "schnell" Behandlungsraum, die Frage ist nur ob bis ich den Patienten grob gechecked habe und ggf. eingeladen habe nicht schon der Regelrettungsdienst vor Ort ist. Auch ist die Frage ob ich in dem Fall wo nicht direkt ein Patient vor Ort ich nicht die Zeit habe das Zelt aufzubauen.
      Bei Fall 2 und 3 brauche ich definitiv nicht schnell eine Behandlungsraum, damit wird der finanzielle Aufwand für den RTW absolut in Frage gestellt.

      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen das sich ein z.B. solches Zelt sehr schnell und auch zu zweit durch die San-Gruppe aufbauen lässt. Auch bitte ich zu bedenken, dass es nicht immer um Einsätze im kalten; nassen; stürmischen und oder dunklen geht und das entsprechende zusätzliche Equipment damit nicht oder nur zum Teil notwendig ist. Die Heizung sehe ich übrigens als optionale Sache, denn die viele der klassischen nicht LED-Strahler machen sehr schnell hell und warm. Bezüglich dem Platz, das Zelt braucht nicht mehr Platz wie ein hier vorgehaltener Koffer RTW, damit sollte das wo nicht so das Problem sein.
      Ganz davon ab muss ein Patient auch in einem solchen Zelt nicht auf dem blanken Boden liegen, er kann entweder auf einer reinen KatS-Trage liegen oder ggf. auf einer Schaufeltrage auf dieser. Bei Übungen und Co. kann der Patient ggf. sogar auf einem Krankentragenlagerungsgestell auf Arbeitshöhe liegen und hat es damit doch recht bequem.

      Wie du sehe ich es aber auch so, dass es hier einen minimalen Zeitraum zu überbrücken gilt. Gerade weil dieser Zeitraum, wie auch du anführst, unter 15 Minuten liegt halte ich den Aufwand und die Kosten um den RTW für übertrieben, selbst ein Zelt macht da nur wenig Sinn, bietet aber einen verhältnismäßigen Schutz. Persönlich halte ich für den zu überbrückenden Zeitraum die Vorhaltung einer ordentlichen mobilen Notfallausrüstung ergänzt mit einer Schaufeltrage für vollkommen ausreichend, denn alles was ich an dem Patienten mache braucht Zeit und geht von meinen 15 Minuten ab. Gehe ich von einem prallen Alarm aus und eine Anfahrtszeit von 15 Minuten für den RTW, gehen von Anfahrtszeit folgendes ab:
      • im günstigsten Fall 3-4 Minuten bis man an der E-Stelle ist
      • 1-2 Minuten für Parken; Aussteigen und einen ersten Überblick
      • ca. 2 Minuten bis der Patient gechecked ist und die mobile Notfallausrüstung tlw./komplett beim Patienten ist
      Damit braucht mein Regelrettungsdienst RTW jetzt noch ca. 7-8 Minuten. Habe ich statt dem Regelrettungsdienst den OV aus dem Ort oder den RTW vom erweiterten Rettungsdienst auf Anfahrt trifft dieser jetzt ein oder ist bereits eingetroffen. Aber gut gehen wir weiter vom Regelrettungsdienst und den 15 Minuten aus.

      Jetzt brauche ich noch ca. 2 Minuten um einen nicht kritischen Patienten bzw. einen kritischen im Hauruck-Verfahren auf die Trage und in den RTW zu bekommen, damit bleiben mir für die weiter Versorgung 5-6 Minuten. Will ich dann noch einen RR-Messen; ein EKG; kleben, Sauerstoff verabreichen und eine grobe Untersuchung (ausführlicherer Bodycheck; neurologischer Status; ...) machen steht am Ende dieser Versorgung der RTW vor der Tür. Habe ich den Patienten nun in meinem RTW muss ich ihn wieder umlagern auf die Trage des Regelrettungsdienstes, was mich wieder 2-3 Minuten kostet. Spare ich mir das einladen in meinen RTW, spare ich mir diese 2-3 Minuten und kann in der Zeit z.B. schon mal einen Zugang legen oder mehr machen.
      Betrachtet man sich nun welcher finanzieller Aufwand für einen Notfallpatienten betrieben wird und welche Zeit es zu überbrücken gilt steht das eigentlich in keinem Verhältnis. Vor allem, dann wenn man überlegt das z.B. bei einer Heißausbildung im Rahmen des FireDragon oder ähnlichem auch jeder der San-Gruppe daran teilnehmen soll, wird in aller Regel ein richtiger RTW (d.h. ordentliche Ausstattung; Besetzung mit NotSan/RettAss und RettSan) gefordert und auch ein Atemschutzträger im Einsatz soll/muss ordentlich geschützt. Da kann ein ehrenamtlicher RTW mit fraglicher Besatzung und Ausstattung einfach nicht das bieten, was man erwartet bzw. was die Leute verdienen und damit wird er fragwürdig / unnötig.

      Das mit der Schädigung durch mehrmaliges Umlagern hat nichts mit inkompetenten Personal zu tun, sondern mit Studien die bewiesen haben das mit jeder Umlagerung das Risiko für Komplikationen und zusätzliche Schäden steigt. Würde man von fachlicher Inkompetenz ausgehen müsste man diese nicht nur der Feuerwehr, sonder auch auch manchem HiOrgler bzw. Rettungsdienstler unterstellen.
      Die Idee mit dem nicht adäquaten Personal stammt nicht aus meiner Fantasie, sondern von der entsprechende Website auf der die Rede ist von "mindestens einem RettAss/NotSan und einem Sanitätshelfer". Mit dieser Mindestbesatzung dürfte man in (kaum bzw.) keinem Regelrettungsdienst in Deutschland an diesem teilnehmen. Gerade wenn nur dies vor Ort ist kann man einfach nicht sicherstellen, dass die tatsächlich notwendige bzw. angedachte qualitative Versorgung erfolgt. Ein San-Helfer hat nun mal ein deutlich eingeschränktes med. Fachwissen und auch sitzen mangels Ausbildung / Übung so manchen Handgriffe nicht wie es ggf. notwendig ist. Das ein San-Helfer dieses Wissen bzw. diese Fähigkeiten nicht hat ist nicht verwerflich, da seine Ausbildung einen anderen Schwerpunkt hat und trotzdem kann das für den Patienten und vor allem für den richtigen Notfallpatienten nachteilig sein. Es macht halt einfach einen erheblichen Unterschied ob jemand von einem San-Helfer / RettSan (der nur 2 Schichten im Monat fährt) und einem RettAss; einem hauptamtlichen RettSan und RettAss; einem hauptamtlichen RettSan und einem nebenberuflichen RettAss oder gar zwei hauptamtlichen RettAss versorgt wird. Je mehr Fachwissen und Übung vorhanden ist, umso flüssiger werden die Abläufe. Nochmal, das ist nichts verwerfliches, es soll nur aufzeigen das man nicht mal eben den Rettungsdienst ersetzen kann.
      Die mangelnde Besatzung finde ich wie nachzulesen auch nicht nur bei der Feuerwehr bedenklich bzw. verwerflich, sondern auch bei HiOrg die im (erweiterten) Rettungsdienst mitspielen (wollen).
      Sicher habe ich auch nicht mit einem Regelrettungsdienstfahrzeug immer die Besatzung vor Ort, aber ich habe in 90% der Fälle eine Besatzung vor Ort die im entsprechenden Bereich tätig ist und entsprechende Kompetenzen hat; die rechtlich anders und ggf. sogar besser dasteht; die meist einer geringere Bindung zu den eingesetzten Kräften hat und die in aller Regel einen doch umfangreicheren / besser ausgestattet RTW hat. Bei letzterem beachte man alleine welchen Unterschied es macht ob ich ein einfachen AED oder ein EKG mit 4 Pol-Ableitung oder gar 12er Ableitung habe. Mit einem hypermodernen RTW mit EKG mit Vollausstattung und Personal das fast alle ergreifbaren Maßnahmen ergreifen darf hat das also nichts zu tun, ein entsprechender Vergleich war von mir auch nie angedacht.

      Bezüglich dem KTW, dieser würde mir weitaus weniger Bedenken machen. Bei einem KTW wäre ganz klar das es hier mehr um einen Behandlungsraum, wie um den Ersatz eines RTW geht. Keiner würde verwundert da stehen, wenn zu einem RTW fährt und dann nur einen besseren KTW vorfindet. Ein KTW wäre qualitativ leichter zu besetzen. Und obendrein wäre ein KTW im Unterhalt deutlich leichter zu bewerkstelligen und günstiger.
    • Wieso ist der Rettungsdienst nicht Aufgabe der Feuerwehr? Absolut unverständlich den Rettungsdienst einer Feuerwehr zu über geben hat viele Vorteile für eine Stadt aber natürlich muss diese dann auch eine BF sein das ist absolut klar. Natürlich hast du auf vielen Ebenen recht, gerade was Stand der Ausbildung angeht und einen Beschaffung eines KTWs ist auch der meisten Ansichten sinnvoll nur ist das auch wieder Bundesland abhängig wer da wie mit fahren muss wie beim RTW so on eine sehr lange Qualifkations DiskussionDiskussion

      Auch brauch man in fast jedem Bundesland eigentlich nur RS und RA für den RTW

      Autoren im Thread der Mod zu finden! - Es könnte sein das meine Beiträge nicht immer zu 100% stimmen. Für diese evtl. Fehler kann ich nicht haftbar gemacht werden

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Florian 11/33/1 ()

    • Die Erbringung der Leistung "Verhütung und Linderung menschlicher Leiden, die sich aus Krankheit, Verletzung, Behinderung oder Benachteiligung ergeben," ist per DRK Satzung und vor allem dem DRK Bundesgesetz an das DRK; die JUH und den MHD als nationale Hilfegesellschaften vergeben. Gemäß den Grundsätzen der Feuerwehr (bergen; retten; schützen; löschen) ist die Versorgung nach der Rettung und der anschließende Transport keine klassische Aufgabe der Feuerwehr. In der Nachkriegszeit wurde die Aufgabe des Rettungsdienstes gemäß den üblichen / bekannten Strukturen der Besatzer aufgebaut und vergeben, daraus ergibt sich das vor allem im Nordwesten von Deutschland oftmals die Feuerwehr in diese Leistungserbringung eingebunden ist bzw. die Kontrolle darüber hat. Diese Tatsache sagt aber noch lange nicht aus, dass die Erbringung der Leistung Rettungsdienst zu den Grundaufgaben der Feuerwehr gehört. Auch ist es so das in den meisten Landesrettungsdienstgesetzen die kreisfreien Städte und Landkreise als Träger des Rettungsdienstes benannte sind, d.h. man ist hier rein von der Verantwortung im Vergleich der Zuständigkeit eine Stufe höher. Im entsprechend der Aufgebauten Strukturen der Nachkriegszeit bedienen sich im Nordwesten und auch in vielen Großstädten die kreisfreien Städte bzw. Landkreise der Berufsfeuerwehr als Aufsichtsbehörde für den Rettungsdienst und auch als Leistungserbringer, das macht die Sache etwas "einfacher" und ist wie gesagt so in den entsprechenden Besatzungszonen entstanden.

      Ganz davon ab führst du ein wichtiges Detail selbst an, es kann Vorteile haben wenn eine Stadt die Leistung (Verwaltung; Beaufsichtigung und ggf. Leistungserbringung) an eine Berufsfeuerwehr vergibt. Gemäß einer List vom Juli 2015 haben wir in Deutschland 107 Berufsfeuerwehren und ganz grob 2000 Feuerwehren insgesamt, d.h. nicht mal 10% aller Feuerwehren sind Berufsfeuerwehren und dementsprechend schwierig wird es die Aufgabe an diese zu verteilen. Während eine BF noch das entsprechende Fachwissen für einen Rettungsdienst haben kann, wird eine FF und deren Verwaltung in aller Regel kaum / keine Ahnung davon haben. Dieser Tatsache ist es geschuldet das nicht die Feuerwehren grundsätzlich Träger und Leistungserbringer für den Rettungsdienst sind, sondern eben die klassischen HiOrg; ggf. private Anbieter oder landkreiseigene Gesellschaften.
      Generell muss man leider auch sagen das eine BF kein Garant für einen guten Rettungsdienst ist (siehe z.B. Berlin) und man damit nicht automatisch sagen kann das es unter bzw. mit einer Feuerwehr besser läuft, wie mit einer HiOrg. Auch ist es so das eine BF als Verwaltung oder gar als Leistungserbringer sehr hohe Kosten nach sich zieht, denn ein Feuerwehrmann ist meist ein Beamter und verfügt über eine entsprechende doppelte/dreifache Ausbildung oder gar ein Studium. Die eben genannte Tatsache sorgt dafür das sowohl die Verwaltung, wie auch die Besetzung der Rettungsmittel im Vergleich zur HiOrg oder gar dem privaten Anbieter wesentlich teurer ist und das ohne gleichzeitig eine wirklich gute Bezahlung dieser.

      Bezüglich nur einem RettSan und einem RettAss auf dem RTW, das muss man im Ehrenamt erst mal hinbekommen. Gerade in Zukunft wo man statt einem RettAss einen NotSan als Fahrzeugführer braucht, und dieser nicht "mal eben" gemacht werden kann, wird eine entsprechende Besetzung immer schwieriger werden.
      Wie schon mehrfach beschrieben habe ich rein auf die Besetzung weniger Bauchweh, wenn diese ordentlich ist (gemäß LRDG; mit Übung und Kompetenzen). Bei einer Besetzung wie bei dieser Feuerwehr angegeben bekomme ich aber durchaus Bauchweh, da hier ganz offen gesagt wird das man einen RTW nicht wie einen besetzt und da sich daraus gewisse Probleme bzw. Nachteile bei der Patientenversorgung ableiten lassen. Wie schon geschrieben, beim einem KTW oder FR mit PKW und oder Zelt habe ich weitaus weniger Bauchweh. In einem entsprechenden Fall wird sowohl vom Laien wie auch von anderen RM einfach viel weniger erwartet, wie man das entsprechend bei einem RTW macht. Mal ganz grob gesagt, macht ein RTW eine reine "Händchen halten" Versorgung ist das was ganz anderes und macht das einen ganz anderen Eindruck, wie wenn das ein KTW oder ein San-Dienst macht. Direkt gesagt: will man ein RTW; zeigt ein RTW und meldet ein RTW muss man auch sicherstellen dass dieser eine entsprechende Qualität bietet, ganz unabhängig davon ob dieser nur als Behandlungsraum oder auch zum Transport dient. Der Patient und vor allem in diesem Fall der eigene Kamerad hat, wenn ein RTW vor Ort ist bzw. gebraucht wird, eine entsprechende Versorgung verdient. Auch ist es so das ein Patient immer eine professionelle Versorgung verdient und der Rettungsdienst bzw. die Versorgung des Patienten keine Sache ist die man "mal eben" so lernt und bei der man durch 2;3;4; 5 Diensten im Monat fit bleibt. Wie die Arbeit bei der Feuerwehr braucht man auch im Sanitätsdienst und vor allem Rettungsdienst eine ordentliche Ausbildung und Übung um eine qualitativ gute Arbeit abzuleisten, wer das bezweifelt sollte sich mal genauer mit der Materie befassen und erkennen das es um mehr als Pflster kleben und Leute von A nach B fahren geht.
    • BlueCool schrieb:

      ein z.B. solches Zelt
      Da kann ich aber auch einen Regenschirm aufspannen bei so einem Zeltchen.


      Aber mal zurück es geht hier ja nicht um einen Hauptamtlichen Besetzten RTW der bei einer BF steht sondern um einen Ehrenamtlich zu besetzenden RTW in einem Löschzug der FF oder?
      Sowas gabs auch mal in Hamm bei 1 - 2 Löschzügen, die hatten das Problem das dann irgendwann eher der RTW besetzt war und zum VU fuhr als das HLF und ich finde da haben wir ein ganz großes Problem.
      Schenkt euch Liebe
    • Ich würde sagen, das war dein ein Absprache-Problem, denn meiner Meinung nach sollte zuerst das HLF ausrücken und wenn dann noch Personal vorhanden ist, können die mit dem RTW kommen. Wenn ich die Person, die im FHZ eingeklemmt ist, erstversorgen will, reicht mir auch die San-Ausstattung des HLF, außerdem dürfte in der Regel der RegelRD vor der FF an der ESt sein.


      110-Jungs die man ruft - 112-Männer die auch kommen!