Ausgelöster Rauchmelder - Gefahr im Verzug?

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    • Diskussion: Rauchmelder = Gefahr im Verzug? (ausgelagert aus Fallbeispiel)

      Die viel interessantere Frage ist ja, ob ein piepender Rauchmelder ohne weitere Anzeichen für eine Gefahr im Verzug (Feuer, Rauch, Brandgeruch etc.) eine ausreichende Begründung darstellt die Unverletzlichkeit der Wohnung zu missachten und sich, auf welche Art auch immer, Zutritt zu verschaffen. Diese Frage wird umso interessanter wenn die Wohnung gewaltsam aufgebrochen, aber keine Ursache festgestellt wird... jemand also Fragt warum sein Schloss, seine Tür, sein Fenster oder seine Türzarge zerstört wurde.

      Es gilt zu klären:

      Langt die Anscheinsgefahr des piependen Rauchmelders aus um von Gefahr im Verzug zu sprechen?
      Ihr wisst ja, Feuer brennt in jedem Bundesland anders.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sven ()

    • Ein piepsender Rauchmelder ist meines Erachtens nach genauso zu bewerten wie eine ausgelöste Brandmeldeanlage. Nämlich erstmal als bestätigter Brand. Und somit ist das Betreten der Wohnung gerechtfertigt. Allerdings sollten wir das so vorsichtig wie möglich machen. Sprich Angriffstrupp unter PA (noch nicht angeschlossen) mit Kleinlöschgerät im Treppenhaus in Bereitstellung und ein Trupp mit Ziehfix oder ähnlichem zur Türöffnung vor.

      Für den Fall das doch irgendwo Rauch sichtbar ist oder die Tür "warm" sein sollte macht sich der Angriffstrupp die Tür selber auf.
    • Eine schwierige Frage, die durchaus eines eigenen Themas würdig ist, vllt könnte ein Moderator die Beiträge zu dem Thema in einen eigenen Thread verschieben?

      In der Regel wird es ja so gehandhabt, dass ein piepsender Rauchmelder zu einer Wohnungsöffnung führt, wohl aber mehr aus dem Grund, dass sich bisher niemand juristisch im Nachhinein dagegen gewehrt hat. (Zumindest nicht soweit mir bekannt).

      Sind hier im Forum jemandem Urteile / Vorfälle / Facharbeiten zu dem Thema bekannt? Vielerorts wird der schwarze Peter an die Polizei abgegeben. Man wartet auf deren Eintreffen und lässt den armen Streifenbeamten dann entscheiden ob zu öffnen ist (inwieweit der wirklich zuständig ist weiß der oft selber nicht)

      Sehr interessantes Thema wie ich finde...
      Ihr wisst ja, Feuer brennt in jedem Bundesland anders.
    • Hm. Bei uns ist es meistens so: Wenn eine Tür verschlossen ist, der Bewohner nicht zuhause ist, o.Ä. wird die Tür gewaltsam geöffnet. Danach wird immer der Eigentümer verständigt, und die Polizei bleibt vor Ort und lässt die Tür dann notfalls vom Tischler zumachen.
      MfG
      GTLF 5000

    • Was ist, wenn es ein CO-Melder ist? Würden wir das von außen erkennen? Nö. Und trotzdem könnten Menschenleben in Gefahr sein...

      Und dadurch, dass alternde CO-Melder schlechter messen, wäre nicht auszuschließen, dass der erst auslöst, wenn es schon zu spät ist für die Menschen, sich in SIcherheit zu bringen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von AaronKl ()

    • Das einfachste wäre via DLK durch ein Fenster in die Wohnung einzudringen, dort kann man dann auch gleichzeitig schon von aussen einen Einblick in die Wohnung erhalten.
      Man könnte auch durch den Flur vorgehen, Temperaturprüfung an der Tür durchführen und eventuell mit einem Gasspürgerät (falls vorhanden) eine Messung durchführen, dann
      mit Ziehfix die Tür aufbrechen wenn keine direkte Gefahr besteht.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von mp94 ()

    • Ausgelöster Rauchmelder - Gefahr im Verzug?

      Aus einem aktuell laufenden Fallbeispiel mal folgende Diskussion in einen eigenen Thread gestellt.

      Folgende Lage: Ausgelöster Rauchmelder in einer Wohnung, der Nachbar verständigt die Feuerwehr. Vor Ort nichts feststellbar (Kein Feuer / Rauch / Brandgeruch).

      Status4 schrieb:

      Die interessante Frage ist ja, ob ein piepender Rauchmelder ohne weitere Anzeichen für eine Gefahr im Verzug (Feuer, Rauch, Brandgeruch etc.) eine ausreichende Begründung darstellt die Unverletzlichkeit der Wohnung zu missachten und sich, auf welche Art auch immer, Zutritt zu verschaffen. Diese Frage wird umso interessanter wenn die Wohnung gewaltsam aufgebrochen, aber keine Ursache festgestellt wird... jemand also Fragt warum sein Schloss, seine Tür, sein Fenster oder seine Türzarge zerstört wurde.

      Es gilt zu klären:

      Langt die Anscheinsgefahr des piependen Rauchmelders aus um von Gefahr im Verzug zu sprechen?


      Status4 schrieb:


      In der Regel wird es ja so gehandhabt, dass ein piepsender Rauchmelder zu einer Wohnungsöffnung führt, wohl aber mehr aus dem Grund, dass sich bisher niemand juristisch im Nachhinein dagegen gewehrt hat. (Zumindest nicht soweit mir bekannt).

      Sind hier im Forum jemandem Urteile / Vorfälle / Facharbeiten zu dem Thema bekannt? Vielerorts wird der schwarze Peter an die Polizei abgegeben. Man wartet auf deren Eintreffen und lässt den armen Streifenbeamten dann entscheiden ob zu öffnen ist (inwieweit der wirklich zuständig ist weiß der oft selber nicht)

      Sehr interessantes Thema wie ich finde...


      AaronKl schrieb:

      Was ist, wenn es ein CO-Melder ist? Würden wir das von außen erkennen? Nö. Und trotzdem könnten Menschenleben in Gefahr sein...

      Und dadurch, dass alternde CO-Melder schlechter messen, wäre nicht auszuschließen, dass der erst auslöst, wenn es schon zu spät ist für die Menschen, sich in SIcherheit zu bringen.


      Nochmal die Fragen in die Runde:

      Kennt jemand Vorfälle / Urteile / Facharbeiten zu dem Thema?

      Wie seht ihr das Ganze?

      Was sagen Eure örtlichen Brandschutzgesetze dazu?

      Wie wird in eurer FF / BF vorgegangen?
      Ihr wisst ja, Feuer brennt in jedem Bundesland anders.
    • Schön das die Diskussion ausgegliedert ist ;)
      Ein sehr Interessanter und Informativer Bericht der Berufsfeuerwehr Pforzheim
      feuerwehr-pforzheim.de/service/s10/article/5363.html
      feuerwehr-konstanz.schutzbach.…rnmelders-28-04-2015/1305

      Wie seht ihr das Ganze?

      Ich bin der Meinung das man Rauchwarnmelder Grundsätzlich ernst nehmen sollte, hier wäre es evtl. auch die Aufgabe der Leitstelle den Anrufer zu fragen ob er schon geklingelt/geklopft hat u.ä.. Oder irgendwas drauf andeuten könnte ob jemand zu Hause ist. Ansonsten ist es immer schwierig wie man das Einordnen soll sofern kein Brand/Rauchgeruch wahrnehmbar ist sehr schwierig. In einigen FFs die ich kenne wird meistens mit einem LF mit Gruppenstärke angefahren ggf. noch ein Führungsfahrzeug (ELW/MTW). Im Zweifel ist eine Türöffnung nötig.

      Eine Berufsfeuerwehr sollte i.d.R. mit einer verstärkten Gruppe (8 FM) bzw. einem Erstangriffszug (10 FM) anfahren.

      Was sagen Eure örtlichen Brandschutzgesetze dazu?

      Eine gute Frage.. das ist dann irgendwo eine Sache der Leitstelle in was dieser Einsatz eingeordnet wird, bei freiwilligen Wehren werden dementsprechend die Piepser ausgelöst das können 12 sein oder einfach auch mal 30 Melder die piepsen...
    • Bei einer Alarmierung zu einem Ausgelösten Rauchwarnmelder ist von der Feuerwehrseite Grundsätzlich erstmal von einem Kritischen Wohnungsbrand auszugehen. Selbst wenn es keinen Brandgeruch oder Rauch gibt trotzdem erstmal mit dem vollen Löschzug hineiern. Wenn sich vor Ort herrausstellt das von aussen keine Erkenntnisse vorliegen, die auf ein Feuer schließen lassen, fährt man dann erstmal das ganze n stück zurück. Sodass z.B. der Löschzug in Bereitstellung verbleibt während man weiter Erkundet. Sollten wirklich keine Merkmale eines Feuers vorliegen ist möglichst Schadenfrei die Wohnungs zu öffnen (Zweitschlüssel, über offene Fenster usw.), immerhin ist die Aufgabe der Feuerwehr immernoch Schadenabwehr. Sollte auch das nicht gehen muss die Tür gewaltsam geöffnet werden (dies nur im beisein der Polizei) denn wir können den Brandfall nur dann ausschließen wenn wir auch in der Wohnung Erkundet haben.

      Die Gefahr im Verzug finde ich allerdings hier falsch gewählt. Es handelt sich nur um eine Gefahr, da die Zuständige Behörde (Feuerwehr) eigendlich immer Zeitnah zur Verfügung steht. Gefahr im Verzuge wäre es wenn die zuständige Behörde nicht rechtzeitig zum Einsatz kommen kann. (Eine Großflächige Ölspur auf einer Bundestraße und die Straßenmeisterei ist nich verfügbar oder Nächtliche Ruhestörung und das Ordnungsamt hat bereits Feierabend)


      Feuerwehr Marktheim Mod für Rigs of Rods
    • Grundsätzlich ist davon auszugehen das es sich bei dem Rauchmelder um ein Wohnungsbrand mit vermissten Personen handelt.
      Ob da jetzt nur Essen auf dem Herd steht und vor sich hin schmorrt, eine Spinne, es sich im Melder bequem gamacht hat oder sonst was den Melder hat auslösen lassen.
      Alarmierung sollte genauso wie bei eine BMA von einen echten Feuer aus gehen. Da man das nie zu 100% ausschließen kann.
      Selbst wenn der Anrufer weder Feuerschein, noch Brandgeruch wahrnimmt, sollte man weiterhin von einen "echten" Feuer ausgehen.
      Bei uns würde zu so einen Stichwort beide Ortsfeuerwehren zusammen mit je einen Löschzug ausrücken.
      Nach der Erkundung vor Ort kann immernoch gemeldet werden das keine weiteren Kräfte benötigt werden und man die Einsatzkräfte dementsprechend abbestellt.
      Lieber lass ich meine Feuerwehr 10 Mal mehr im Jahr fahren, als nur eine Staffel, die nach 20 Minuten ohne Sonderrechte am Einsatzort eine böse Überraschung erlebt.
      Das Gefährliche ist nunmal der Rauch und auch wenn der Anrufer nichts sieht oder riecht, kann es durchaus in der Wohnung eine starke Verrauchchung geben und die ist nunmal nach einer gewissen Zeit tödlich.
      Soviel zu meiner Meinung dazu.
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      MFG maxxam
    • Ohne dir zu nahe treten zu wollen, aber das wird garantiert nicht passieren. Bevor wir Feuerwehrs Türen mit der Hilti bearbeiten, muss schon deutlich mehr passieren und die Fensterscheiben müssen aus Panzerglas sein. :whistling:

      Wie bereits oben geschrieben halte ich die Situation aktuell für so stabil, dass wir uns problemlos 5 Minuten nehmen können um einen Schlüssel zu klären, weiter zu erkunden und Kontakt zum Eigentümer aufnehmen. Wenn wir unbedingt was machen wollen (ich persönlich will nicht), dann können wir ja mal mit dem Sperrwerkzeugsatz schauen, ob die Tür abgeschlossen oder nur ins Schloss gefallen ist.

      Wer trägt eigentlich die Kosten für die Türöffnung, wenn der Rauchmelder fehlausgelöst hat?

      Für mehr Grautöne!
    • Es geht hier nicht um die "Belästigung" des ehrenamtlichen FA der zu diesem Melder fährt. Es geht hier vor allem um die Frage ob diese Anscheinsgefahr ausreicht um das garantierte Grundrecht auf Unverletzlichkeit der Wohnung zu verletzen. Wenn ich jetzt noch Schaden bei meiner Erkundung anrichte, der sich im Anschluss als unnötig herausstellt, weil nur die Batterie leer war ist die interessante Frage wer aufkommen muss.

      Meine persönliche Auffassung des Ganzen:

      Der aktive Rauchmelder signalisiert eine akute Gefahr. Er meldet ein Feuer. Um eine Gefahr auszuschließen verschaffen wir uns gewaltsam Zugang zur Wohnung um entsprechend erkunden zu können. Der dabei entstandene Schaden ist leider persönliches Pech des Vermieters, sofern der Mieter eine entsprechende Wartung der Rauchmelder hat durchführen lassen. Das ist aber Auffassung eines Rechtslaien. Mich interessieren konkrete Urteile oder Arbeiten, die sich mit dem Thema juristisch auseinander gesetzt haben.

      Den Gedanken CO-Melder finde ich sehr interessant. War mir so noch nicht gekommen. :thumbup:
      Ihr wisst ja, Feuer brennt in jedem Bundesland anders.
    • Status4 schrieb:

      Vielerorts wird der schwarze Peter an die Polizei abgegeben. Man wartet auf deren Eintreffen und lässt den armen Streifenbeamten dann entscheiden ob zu öffnen ist (inwieweit der wirklich zuständig ist weiß der oft selber nicht)
      Ich kenns so, dass die BF zwar natürlich weiß, wann sie die Türen aufmachen können (Verletzte Person hinter Tür, Brand etc.), also der Sachschaden an der Türe oder die Unverletztlichkeit von der Wohnung durch die Gefahr für Leib, Leben, Eigentum, ausgestochen wird.

      Die Polizei geht zum einen bei unklaren Lagen zuerst in die Wohnung (natürlich nicht bei Feuern etc.), aus Eigenschutz für die FW. Z.B. Suizidversuche, Geisteskranke und so weiter.

      Die Feuerwehr baut danach ein neues Schloss ein, bzw verrammelt die Türe, und die Polizei bekommt die Schlüssel mit. An die Türe wird ein Zettel gepappt, dass die FW drin war und die neuen Schlüssel da und da abzuholen sind. Die Türöffnung könnte die Polizei natürlich bei Gefahr für die Menschen darin anordnen. Sollte die Gefahr aber vorliegen, werden die FWler schon von alleine losstarten :D


      Die Kostenfrage ist ganz einfach, Polizei, Rettungsdienst oder Feuerwehr kann kein Strick draus gedreht werden, Rauchmelderalarm macht nun mal einen Brand wahrscheinlich. Den Schaden übernimmt die Hausrat des Wohnungseigentümers. Und ggf. auch noch die Kosten, die die FW evtl. in Rechnung stellt, wenn zum 100sten Mal eine Fehlauslösung vorliegt ..