Reanimation nach Aspiration

    Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Dienste bereitzustellen und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem werden durch unsere Partner Informationen zu Ihrer Nutzung für soziale Medien, Werbung und Analysen erfasst. Weitere Informationen

    • Reanimation nach Aspiration

      Hallo,
      ich habe vor kurzem über folgende Situation einmal nachgedacht.
      Ihr seht eine bewusstlose Person und stellt auch schnell fest, dass die Person nicht atmet und ihr reanimieren müsst. Das Problem ist nun, dass die Atemwege/der Mundraum voll mit Erbrochenem, Blut, Nahrung oder sonst was voll ist. In diesem Fall würde ja eine normale Mund-zu-Mund/Nase-Beatmung erstmal keinen Sinn machen, oder? Wie geht man am besten in solch einem Fall als Ersthelfer vor?
      "Hat's bei der Landung laut gekracht, hat's der Co-Pilot gemacht"
    • Dir bleibt ohne Hilfsmittel nur die Möglichkeit so viel wie möglich mit den Händen aus den Mundraum zu fördern. Im besten Fall bitte nur mit Handschuhen.

      Des weiteren solltest du dabei den Esmarch Handgriff benutzen um einen Biss zu vermeiden , falls noch Reflexe vorhanden sind oder der Patient wach wird.

      Liebe Grüße
    • So, dann lasst uns das hier mal ein bisschen Aufdröseln:

      Zu erst einmal, unter einer Aspiration versteht man das anatmen von jedweglichen Flüssigkeiten, mal ganz unabhängig ob das nun Bier oder Erbrochenes ist.

      Bei der Klärung deiner Frage gehen wir nach dem ABC Schema vor:
      A ->Airway => Atemwege freimachen (Erbrochenes manuell ausräumen/ oder Absaugen)
      B-> Breathing => Atmung überprüfen! Wenn keine Vorhanden => Hilfe rufen/ Notruf veranlassen
      C -> Circulation => Wenn keine ausreichende Atmung vorhanden ist (oder fehlender Puls) beginnen wir mit der HLW
      30:2 in Rückenlage auf hartem Untergrund.

      Ich hoffe wir konnten deine Frage so klären 8)

      Grüßle Scubido
    • Nach dem Erste Hilfe Konzept der Johanniter würde das folgendermaßen ablaufen:

      - Kontrolle des Bewusstsein durch anschauen, ansprechen, anfassen -> keine Reaktion
      - laut um Hilfe rufen
      - Atemkontrolle, dabei Kopf überstrecken -> keine normale Atmung
      - Notruf absetzen, wenn vorhanden AED nutzen
      - Betroffenen auf harte Unterlage legen, Oberkörper frei machen
      - 30x Herzdruckmassage
      - Kopf überstrecken, 2 Beatmungsversuche -> klappt nicht, weil Atemwege verstopft sind
      - 30x Herzdruckmassage
      - Mundraumkontrolle, Person auf die Seite drehen und Atemwege so gut es geht mit den Fingern frei machen. Handschuhe werden empfohlen, mit dem Daumen die Wangen des Betroffenen zwischen seine Zähne drücken, um ein Zubeißen zu verhindern, kann auch nicht schaden
      - 2 Beatmungsversuche
      - weiter im Wechsel 30x Herzdruckmassage und 2 Beatmungsversuche. So lange, bis der Rettungsdienst übernimmt
      - Wenn möglich nach 5 Zyklen den Helfer austauschen, da die Kraft abnimmt und nicht mehr für eine notwendige Kompressionstiefe ausreicht

      Anmerkungen:
      - Früher wurde die Mundraumkontrolle generell zu Beginn gemacht. Jetzt erst nachdem die erste Beatmung nicht geklappt hat. Ich vermute das liegt zum einen daran, dass vergleichsweise wenige Patienten wirklich was im Hals stecken haben, zum anderen haben sich Ersthelfer zu lange daran aufgehalten, weil sie besonders gründlich sein wollten oder weil sie die Wiederbelebung möglichst lange rauszögern wollten. In einer Situation, in der Sekunden zählen, ist das natürlich blöd.
      - lediglich, wenn man mit eigenen Augen gesehen hat, dass sich der Betroffene noch was großes in den Hals geschoben hat, bevor er umgekippt ist, wird das vor der Wiederbelebung rausgezogen
      - "Beatmungsversuche" bedeutet nicht "Beatmung". Soll heißen: Wenn der Versuch nicht klappt macht man es nicht so lange, bis es mal klappt, sondern man versucht zwei mal zu beatmen und unabhängig vom Erfolg geht dann die Herzdruckmassage weiter. Fokus liegt hier ganz klar auf dem Drücken.

      Absaugung gibt es in der Ersten Hilfe natürlich nicht. Gäbe es das, würde bestimmt irgendwer mangels medizinischer Absaugpumpe dem Betroffenen einen Staubsauger auf voller Leustung in den Hals rammen, was deffinitiv nicht hilfreich wäre. Auch das ABC-sonstwas-Schema benutzen zumindest die Johanniter in der Ersten Hilfe nicht, sondern lediglich den oben dargestellten Ablauf. Ich hoffe die Erklärung war ausführlich genug und hilfreich.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Walter ()

    • Sven0815 schrieb:

      also ohne Absaugung brauch man nicht reanimieren.
      Bitte? :huh:
      Natürlich wird auch ohne Absaugung reanimiert. Sofern man Fremdkörper (oder was auch immer die Atemwege blockiert) entfernen kann, sollte man das versuchen. Wenn nicht, dann ist das eben so - dann sollte jedoch trotzdem zumindest die Herzdruckmassage durchgeführt werden. Eine Beatmung ohne Hilfsmittel macht dann unter Umständen nicht wirklich Sinn, aber durch die Druckmassage bringt man zumindest das immerhin noch teilweise mit Sauerstoff angesättigte Blut im Kreislauf in Bewegung.


      Gruß
      Jonny