HvO: welche Ausrüstung macht Sinn?

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    • HvO: welche Ausrüstung macht Sinn?

      Hi!
      Ich werde wahrscheinlich bald anfangen, als HvO (Helfer vor Ort) an meinem Heimatort zu fahren. Mit der HiOrg ist das geklärt, Bereitschaftsleitung hat nur gerade etwas viel um die Ohren.
      Eine Liste, was man als HvO bei uns an Ausrüstung bekommt gibt es nicht - das wird sozusagen nach Absprache geregelt. Jetzt mache ich mir Gedanken, was sollte ich denn mit haben, bzw. was wäre nur unnützes Gewicht? Als Orientierung habe ich mir mal die DIN 13232 vorgenommen.
      Ich bin RS und habe zwei Jahre im Krankentransport/wenig Notfallrettung hinter mir, aber was ich mal gelernt habe traue ich mir auch zu und unser ÄLRD lässt nicht nur RAs sehr viel Handlungsfreiheit.

      Die beiden nächsten Rettungswachen sind 10 bzw. 13 Minuten (mit Signal) von meinem Ort entfernt, da werde ich also, wenn was ist, durchaus ne Minute auf mich gestellt sein. Dafür wird das Einsatzaufkommen nicht umwerfend sein, ich rechne mit höchstens 1-2 Einsätzen in der Woche.
      Ein extra Fahrzeug gibt es nicht, das passiert, wie im Landkreis üblich, mit dem Privatfahrzeug.

      Mir wurde bereits gesagt, dass unser Ortsverein gerade keinen Sauerstoff-Lieferanten hat, weshalb ich zumindest vorerst keinen Sauerstoff haben werde.
      Würdet ihr sagen, ich soll mir welchen besorgen sobald ich welchen bekommen kann, oder braucht man den so selten? So 'ne 2l Flasche wiegt ja, und der Rucksack muss dann auch viel größer...

      Wir nutzen im Kreisverband bei Reanimationen als Supraglottische Beatmungshilfe die I-Gel, funktionieren wie eine Larynxmaske, die man nicht blocken muss. Klappt einwandfrei. Brauche ich da ein Laryngoskop? Steht in der DIN 13232... Ich habe eigentlich nicht vor, eine Intubationsausrüstung mitzuschleppen.
      Brauche ich ein Fieberthermometer? Im KTW gabs nie eins, die Hand auf der Stirn verrät auch schon ne grobe Richtung...
      Tut's die billigste Handabsaugpumpe, die ich bekomme?
      Braucht man so ein i.o.-Punktionsgerät für's Brustbein? Hab ich noch nie gemacht.
      Reflexhammer? Einmal-Skalpell? Thoraxdrainage-Kanüle? Ebenfalls noch nie benutzt.

      Sollte ich die Menge an Verbrauchsmaterialien so wählen, dass ich im Zweifel auch ein paar Einsätze ohne Auffüllen machen kann, oder lieber sparsam?
      AED im Rucksack unterbringen?
      Rucksack: so klein wie möglich? Oder lieber so, dass auch mit O2-Flasche und AED noch viel Platz ist?
      Ich denke, was Medikamente angeht halte ich mich lieber zurück. Es gäbe zwar Sachen, die ich mir zutraue (Adrenalin i.m. oder vernebelt beim anaphylaktischen Schock; Midazolam nasal beim Krampfanfall), aber das wäre vermutlich etwas "Overkill".

      Meint ihr, der Schutzhelm und die Feuerwehr-Handschuhe sollten auf jeden Fall im Auto sein?
      Machen ein Gurtschneider und ein Scheibenhammer Sinn?

      Wenn ich mir so ein Auto-Schild "DRK im Einsatz" (Aufs Dach, wie beim Taxi) hole, tuts das auch ohne Beleuchtung?

      Viele Fragen auf einmal, wahrscheinlich vieles Geschmackssache und Sache des Budgets.
      Aber ich hätte gern mal eure Meinung gehört. :)
      Das Leben ist eine Geschlechtskrankheit mit chronischem Verlauf und garantiert tödlichem Ende.
    • Ich versuch mal abzuarbeiten.

      Sauerstoff macht für mich Sinn. Nicht nur bei Rea. Den kannste in der Notfallrettung ja vielseitig einsetze solange du weißt wann und wann du ihn nicht einsetzen darfst.

      Bei der Intubation weiß ich nicht inwiefern ein RS da was machen kann. Zur Not mal ein Set Güdel mitnehmen.

      Fieberthermometer ist bei Kinder natürlich von Vorteil, weil die Hand au der Stirn dir keine verlässlichen Werte gibt.

      Handabsaugpumpe würde ich mir Erfahrungs- und Testberichte zu deinen Favoriten durchlesen. Die Hauptsache ist nicht der Preis sondern das sie funktioniert.

      I.O braucht ein HvO meiner Meinung nach nicht. Das selbe gilt für Reflexhammer und Thoraxdrainagekanüle. Einmalskalpell kann man ja vielseitig einsetzen

      Verbrauchsmaterialien würde ich für 2-3 Einsätze mitführen.

      AED im Rucksack ist sinnvoll weil die somit alles auf einmal mit hast

      Im Rucksack sollte auch Platz für O2 sen es sei denn du machst ne eigene Atmungstasche

      Medikamente eher nicht

      Schutzausrüstung auf jeden Fall!!

      Gurtschneider und Scheibenhammer sind sinnvoll

      DRK Schild würde ich mit Beleuchtung nutzen für Nachteinsätze
      FnmdF


    • Sauerstoff macht sehr viel Sinn. Aber finaziell für dich nur, wenn du ihn gestellt bekommst. Flaschen, Wartung und Füllung kosten einiges. Es gibt auch 2 l Aluflaschen, wo um einiges leichter sind, aber jedoch auch teurer.

      Wenn du nicht weißt, wie eine I-Gel-Maske funktioniert, dann lasse die Finger davon. Arbeite mit dem Material, womit du sicher bist. Es gibt für Patienten nix schlimmeres, als ungeübte Retter, wo mit Material rumpfriemeln.

      Fieberthermometer: JA, Nein, doch, vielleicht. Für die 5 Minuten Vorsprung, wo du hast, nicht wirklich. Bis du zum messen kommst, ist der RD dann auch da. Zumal du den ja meist in Haushalten benötigst, und da hat die Familie des Pat zu 99% einen.

      Handabsaugpumpen: selbst die alten Dinger haben eine erstaunliche Leistung, wenn man sie richtig bedienen kann. Also übe mit dem vorgegebenen Material.

      IV-Zugang, IO-Zeugs und alles andere: vergiss es. OK, über ein Skalpell kann man streiten, damit kann man noch andere Dinge aufschneiden. Obwohl da ne gute Kleiderschere sinnvoller ist.

      Rucksack: O2-Flasche rein, AED extra.

      Verbrauchsmaterialien kann man meinst über den RD wieder auffüllen. Somit ist weniger sehr oft mehr.

      DRK-Schild: die magnetischen sind nur bis 80 km/h zugelassen. Und auch nur unbeleuchtet im fahrenden Verkehr. Als parkendes Fahrzeug kannst du die Teile beleuchten. Und überleg: wenn die bei der Fahrt das Teil vom Fahrzeug fliegt, und den nachfolgenden Verkehr gefährdst, hast du ein großes Problem. Da hilft die niemand.

      Noch etwas: gerade wenn du eine Laternengarage hast. Das Material nicht im Auto lagern. AEDs, BZ-Geräte, RR-Messer ..... können größere Temperaturschwankungen nicht gebrauchen. Sie funktionieren am liebsten bei 5 bis 30° C. Also suche dir schon mal einen strategisch günstigen Platz an deiner Wohnungstür. Und unter uns gesagt: auch Helme, Handschuhe und Jacken sind total unangenehm, wenn sie Minusgrade haben.

      Medikamente: nix für HvO. Mache für den RD eine gute Vorarbeit, dann können die effektiver arbeiten. Zudem haben viele Notfallmedis auch eine Kühlpflicht. Somit eh nix für den HvO-Rucksack.
    • Danke, mit I-Gel habe ich schon am lebenden (naja, später wieder) Objekt geübt...
      Intubiert habe ich genau 2mal im Anästhesiepraktikum. Natürlich mit relaxiertem Patienten, unter kontrollierten Bedingungen und ohne Zeitdruck. Draußen lasse ich das. Also bleibt sowas schon mal echt weg.

      Aber danke für eure Einschätzung und schön zu wissen, dass ihr ähnlicher Meinung seid wie ich.
      Die Laternengarage habe ich zwar nicht gleich kapiert...
      (Bei uns im RD sind offiziell keine Medis mehr unter Kühlung - Haltbarkeit dann ganze 6 Monate.)
      Das Leben ist eine Geschlechtskrankheit mit chronischem Verlauf und garantiert tödlichem Ende.
    • Also als RS kann man dir als HvO ja schon ganz gut was zutrauen.

      Aber nicht alle Sachen machen Sinn.


      Sauerstoff ja auf jeden Fall. Nicht nur was den Sauerstoff an sich angeht sondern auch vom psychologischen Aspekt nicht zu unterschätzen. Sobald dein Kreis dir was stellt, solltest dus mitnehmen.

      I-Gel? Hmmm, würde ich persönlich jetzt die Hände davon lassen. Musst ja auch damit rechnen, dass du mal alleine reanimierst und da bringt dir so eine Beatmungshilfe wenig. Wie bereits gesagt wurde, wäre da ein Set Guedeltuben hilfreicher.


      Fieberthermometer. Nettes Gimmick, aber nicht unbedingt notwendig. Mein Gott, kostet auch nicht die Welt, also wenn du eins kaufen willst, isses net schlecht. Aber Fieber ist nichts, was einen in 30 Sekunden umbringt. Des reicht, wenn der RD dies später misst.

      Die billigstes sollte es nicht unbedingt sein. Hauptsache sie funktioniert. Den im Notfall ist die Absaugung einer der wichtigsten Aspekte.

      i.o, Drainagen, Reflexhammer alles überflüssig. Als HvO bleibste, unabhängig von deinem Rang (da könntest genauso Arzt sein) "nur" ein Ersthelfer. Bedenke, dass immernoch der RD kommt, vllt. sogar ein NA und am Ende kommt der Patient ins Krankenhaus. Die sollen doch auch noch Arbeit haben ;)


      AED sollte meiner Meinung nach extra sein, die O2 Flasche ist aber vllt. sogar von Vorteil wenn sie in den Rucksack passt. So hälst du dir ein paar Arme frei, das schadet nie. Und unser Rücken kann genug heben, da macht das kleine Fläschchen mehr oder weniger auch keinen Unterschied.


      Verbrauchsmaterial... Ich würde es eher weniger von Einsätzen abhängig machen. Teil dir deinen Rucksack in richtige Module ein (Sauerstoff, Verbandszeugs etc.) und diese packst du dann, bis sie voll sind, aber nicht so voll, dass es beim Öffnen eine Explosion mit Mullbinden gibt.


      Medikamente kannst du getrost weglassen. Des überlässt lieber jemanden, der dafür die Verantwortung tragen kann und sich im Falle auch rechtfertigen kann.


      Schutzhelm und Handschuhe sind meiner Meinung nach Pflicht. Je nach Fall/Landkreis etc. kann es ja auch sein, dass du mitalarmiert wirst zu größeren VUs oder als Erstes zu solch einen kommst. Und dort sind diese absolut notwendig, da sehe ich keine Begründung, keine zu haben.


      Das mit dem Fahrzeug finde ich zwar etwas blöd, dass euch keins gestellt wird aber ok. Ich schätze mal dein Einsatzgebiet ist nicht riesig, also macht es einen sehr geringen Unterschied ob du mit oder ohne Schild fährst. Allerdings könnte dieser von Vorteil sein, wenn du dich irgendwo hinstellen musst, in ein Parkverbot oder Ähnliches. Denn es gibts bestimmt nix dooferes, als vom Einsatz zurückzukommen und das Auto ist nicht mehr da, weil abgeschleppt.
      Also so ein Schildchen dabei --> Ja. Aber beleuchtet und für große Geschwindigkeiten ausgelegt, nein.
      Professioneller Hinweis- und Verwarnungssammler !

    • Blaulichtwasser schrieb:

      Steht in der DIN 13232...

      Um mal eine Sache vorne weg zu nehmen, das ist eine DIN für den Rettungsdienst, diese gilt nicht für den HvO. Interessant für HvO und Co. ist unabhängig von der Qualifikation; der Einsatzfrequenz und den Eintreffzeiten die DIN 13155, hier wird der Inhalt des Sanitätskoffers / -rucksacks geregelt. Betrachtet man sich den Einsatzsinn und -zweck eines HvO und betrachtet sich die Ausstattung und den angedachten Einsatzrahmen beider Normen sollte man sehr schnell merken daß die DIN 1323 nicht passend sein kann, da sie viel zu weitreichend und damit umfangreich ist. Sicher ist die DIN 13155 nicht das A und O, sie bietet aber eine gute Basis auf der man Aufbauen kann und dies ohne zu viel "unnützes" und teures Material bei sich zu haben.

      Blaulichtwasser schrieb:

      aber was ich mal gelernt habe traue ich mir auch zu und unser ÄLRD lässt nicht nur RAs sehr viel Handlungsfreiheit.
      Hört sich nett an, sagt aber wenig aus. Egal was du gelernt hast, je seltener du es anwendest umso weniger kannst du es beherrschen und umso eher begibst du dich auf fachlich und rechtlich dünnes Eis. Grundsätzlich sollte deine Tasche oder dein Rucksack genau das beinhalten was du auch auf die Dauer sicher anwenden kannst und womit der rechtliche Spagat nicht zu groß wird, mehr macht einfach keinen Sinn. Wichtig ist auch daß du einen klaren Rahmen abstecken solltest, d.h. wie viel Geld macht deine Bereitschaftsleitung für deine Ausrüstung locker und was gibt es schon bzw. kannst du "kostengünstig" durch diese bekommen? Du wirst ggf. einiges an Freizeit; Sprit und Co. in dieses Hobby investieren, da kann es nicht sein daß du auch noch die Ausrüstung komplett oder tlw. finanzieren mußt.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Die beiden nächsten Rettungswachen sind 10 bzw. 13 Minuten (mit Signal) von meinem Ort entfernt,

      Nette Zahlen, aber auch diese haben kaum wirkliche Aussagekraft. Entscheidend ist doch daß auch du Anfahrtszeiten hast und somit der Zeitvorteil schrumpft, denn die Notfälle wo du binnen 1-2 Minuten vor Ort bist dürften die wenigsten sein. Rechnet man jetzt Rüstzeit (= Wege Standort bis Auto + Auto bis Einsatzstelle); Anfahrtszeit (Standort - Einsatzstelle) und die Zeit die man für einen ersten wirklichen Eindruck braucht (= Was sehe ich? Wie viele Patienten habe ich? Was hat führte zum Notruf? Was hat mein Patient?....) zusammen schrumpft dein Zeitvorteil weiter, damit schrumpft auch die Möglichkeit umfangreiche Maßnahmen zu ergreifen. Betrachtet man sich jetzt diese Zeitrechnung setzt auch diese wieder der Ausstattung klare Grenzen, denn letztlich macht nur das Sinn was zeitnah erledigt werden kann.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Würdet ihr sagen, ich soll mir welchen besorgen sobald ich welchen bekommen kann, oder braucht man den so selten?
      Entgegen meinen Vorrednern tendiere ich hier zu einem klaren NEIN! Sicher Sauerstoff hilf Personen auf physiologische und oder psychologische Art und Weise gut und manchmal ist es auch genau das Mittel was der Patient braucht und was verhindert das es ihm schlechter geht, Sauerstoff ist aber auch ein Gefahrgut (Druckbehälter) und birgt einen enormen Kostenfaktor (Anschaffung; Instandhaltung und Wiederbefüllung). Sauerstoff kann im Fall eines Unfalls zum echten Problem werden, zum Beispiel indem das Ventil bei einer Heckkollision beschädigt wird oder man die Flasche samt Umverpackung mangels Sicherung abbekommt.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Wir nutzen im Kreisverband bei Reanimationen als Supraglottische Beatmungshilfe die I-Gel, funktionieren wie eine Larynxmaske, die man nicht blocken muss. Klappt einwandfrei. Brauche ich da ein Laryngoskop?
      Ohne es jetzt böse zu meinen, aber :pinch: ! Hier hat man schon einen Punkt der deiner Ausrüstung eine klare Grenze setzt, da du dir im Umgang bzw. der Anwendung nicht sicher bist laß die Finger davon. Die Mund zu Mund bzw. Mund zu Nase Beatmung ist zur Not immer besser wie irgendein gestocher mit irgendwelchen Hilfsmittel zur Beatmung am und im Patienten, so etwas kostet nur Zeit und schädigt (ggf.) den Patienten.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Brauche ich ein Fieberthermometer? Im KTW gabs nie eins, die Hand auf der Stirn verrät auch schon ne grobe Richtung...
      Brauchen tut man es nicht, trotzdem sollte man es haben! Fiebermessen kann man nicht einfach mit der Hand, selbst eine grobe Einschätzung kann ggf. ziemlich schwierig werden und am Ende will man gar kein Fiebermessen. Ein "Fieberthermometer" tut nicht nur beim fiebernden Patienten gute Dienste sondern auch bei allen anderen, denn man bekommt einen Eindruck vom Zustand des Patienten und kann ggf. auch eine Unterkühlung besser Ein-/Abschätzen. Ganz davon ab ist das Messen der Temperatur ein einfaches Basic das schnell geh, daß leider viel zu oft unterschätzt und nicht gemacht wird.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Tut's die billigste Handabsaugpumpe, die ich bekomme?
      Wenn du die Gelegenheit hast mach einen direkten Vergleich, schau dir verschiedene Modelle an und nimm sie ggf. mal in die Hand um zu merken ob du damit umgehen kannst. Falls du keinen direkten Vergleich machen kannst such nach Testberichten und Erfahrungen und bilde dir daraus deine eigene Meinung, suche dir dann dazu die Kosten für Ersatzteile und Verbrauchsmaterial und schaff dir dann die für dich interessanteste bzw. wirtschaftlichste an. Falls es noch mehr Leute gibt die manuelle Absaugpumpen haben frage diese nach ihrer Erfahrung, auch hier kannst du wichtige Informationen erhalten. Ganz von der eigenen Meinung und der anderer abgesehen schau dich um was es in der Bereitschaft bzw. im Rettungsdienst gibt, denn Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien in größerer Menge angeschafft senken die Folgekosten und können einen initial höheren Anschaffungspreis wieder wett machen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Braucht man so ein i.o.-Punktionsgerät für's Brustbein? Hab ich noch nie gemacht.
      Finger weg davon! Egal ob Brustbein oder Unterschenkel; egal ob manuelle oder maschinell, das ist eine "zeitaufwendige" Sache die Teuer ist und aus der du keinen Nutzen ziehst! Eine Anschaffung macht im reinen und persönlichen HvO Betrieb keinen Sinn, die Koste bzw. Risiken sind zu hoch und der Nutzen zu gering!

      Blaulichtwasser schrieb:

      Reflexhammer? Einmal-Skalpell? Thoraxdrainage-Kanüle? Ebenfalls noch nie benutzt.
      Kannst du damit (sicher!) umgehen; welcher Zeitaufwand ist für den Einsatz notwendig und welchen Nutzen hat der Patient davon? Unterm Strich sind wir da bei einer ähnlichen Sache wie beim i.O.-Zugang und damit ist eine Anschaffung eigentlich nicht sinnvoll.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Sollte ich die Menge an Verbrauchsmaterialien so wählen, dass ich im Zweifel auch ein paar Einsätze ohne Auffüllen machen kann, oder lieber sparsam?
      Die Frage ist hier ob deine Bereitschaft ein Lager hat und was darin enthalten ist bzw. ob der Rettungsdienst dazu bereit ist dir dein verbrauchtes Material (tlw.) zu ersetzen. Ein anderer Punkt ist ob du dazu bereit bist zusätzlich zu dem Platz in deinem Auto Zuhause deinem Hobby auch noch zusätzlichen Platz zu gönnen bzw. ob du dazu bereit bist einen Großteil deines z.B. Kofferraums für dein Hobby zu opfern und dir damit in der Einsatzfreienzeit den Nutzen deines Fahrzeugs so einschränken zu lassen?
      Grundsätzlich ist hier ein Mittelweg wohl die beste Lösung; d.h. kleines Verbrauchsmaterial lieber etwas mehr haben und große sperrige Sache bzw. Sachen die nicht oft gebraucht werden nach dem Gebrauch neu anschaffen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      AED im Rucksack unterbringen?
      Holla die Waldfee! Weißt du über was für ein Kostenfaktor du dort redest? Ein einzelnen AED anzuschaffen macht keinen Sinn, wenn sollte bzw. muß es ein Gerät sein was im Rettungsdienst / Ehrenamt etabliert ist. Entsprechend etablierte AED liegen gut und gern mal bei >= 1200€, das ist ein Kostenfaktor der sehr gut abgewogen werden sollte und wo es Sinn machen kann daß sich eine ganze HvO Gruppe ein Gerät teilt. Ganz von den Anschaffungs- und Folgekosten abgesehen bleibt auch hier wieder die fehlende Sicherungsmöglichkeit im Fahrzeug und daraus resultierende Gefahren im Fall eines Unfalls. Auch hat ein AED eine gewisse Größe, dies führt dazu daß deine Ausrüstung enorm größer und dein z.B. Kofferraumvolumen enorm kleiner wird.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Rucksack: so klein wie möglich? Oder lieber so, dass auch mit O2-Flasche und AED noch viel Platz ist?
      Schau dir dein Kofferaum an und überlege was du bereit bist zu opfern, bedenke dabei eine Jacke und oder Weste und ggf. auch ein Helm und noch ihren Platz brauchen. Überlege dabei auch was du so im Alltag (z.B. beim Einkaufen oder beim Ausflug mit Freunden) an Platz im Kofferraum brauchst und ob du deine HvO-Ausstattung bei z.B. Urlaubsreisen (wo du automatisch mehr Platz brauchst) mitnehmen oder Zuhause lassen willst. All das sind auch wieder entscheidende bzw. begrenzende Kriterien. Ein weiteres begrenzendes Kriterium ist der Preis, Sanitätsrucksäcke / -taschen kosten einiges an Geld, gerade dann wenn man auch noch Modulsystem dazu haben will oder sie gar aus Plane sein sollen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Ich denke, was Medikamente angeht halte ich mich lieber zurück. Es gäbe zwar Sachen, die ich mir zutraue (Adrenalin i.m. oder vernebelt beim anaphylaktischen Schock; Midazolam nasal beim Krampfanfall), aber das wäre vermutlich etwas "Overkill".
      Da ist die Sache ganz klar, lass die Finger davon. Weder hast du die Qualifikation dazu um die Sachen (rechtlich) sicher anwenden zu können, noch kannst du eine sachgerechte Lagerung sicherstellen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Meint ihr, der Schutzhelm und die Feuerwehr-Handschuhe sollten auf jeden Fall im Auto sein?
      Viel wichtiger als Schutzhelm und Feuerwehrhandschuhe sind eine Jacke; im Sommer ggf. eine lange Hose und genug einmal Handschuhe, denn das brauchst du auf jeden Fall häufiger. Ein Helm und stabile Handschuhe sind nice to have, werden aber im Vergleich relativ selten gebraucht werden und gerade beim Helm wird es auch schnell wieder groß und teuer.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Machen ein Gurtschneider und ein Scheibenhammer Sinn?
      Eher wenig, dann lieber eine ordentliche Schere wie z.B. diese hier. Eine entsprechende Schere wird dir in vielen Situationen einen treuen und guten Dienst leisten, auch kann man damit locker einen Gurt durchschneiden und man kann damit ggf. auch mal eine Autoscheibe einschlagen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Wenn ich mir so ein Auto-Schild "DRK im Einsatz" (Aufs Dach, wie beim Taxi) hole, tuts das auch ohne Beleuchtung?
      Es tut auch ein unbeleuchtetes Schild im Auto. Notwendig ist übrigens gar kein Schild, denn egal was für ein Schild du wo hast, Sonderrechte hast du keine.Egal was für ein Schild du dir anschaffst, unbeleuchtet muß es sein, denn alles andere ist rechtlich nicht haltbar.
    • Danke erstmal, BlueCool, für deine ausführliche Meinung.
      Nur ein paar Cent meinerseits.

      Der I-Gel ist bei uns sowohl im Rettungsdienst als auch in sämtlichen Ortsvereinen Standard, wird regelmäßig geübt und ich habe den auch schon real eingesetzt. Ich weiß nicht, wo da die Schwierigkeit sein soll. Dafür kann ich im Falle einer Rea im Alleingang sinnvoll 30:2 machen damit, weil ich von seitlich des Patienten her beatmen kann und nicht die Position wecheln muss.

      Was die Zeiten betrifft, erreiche ich vom Zustand "nicht wissen dass ich los muss" bis "angekommen am hinterletzten Eck des Dorfes" ca. 4 Minuten. Ich weiß, dass ich keine Sonderrechte habe und bei der Fahrt Safety First gilt. N Schild auf dem Auto finde ich dann aber doch ganz sinnvoll, falls der Einsatzort mal woanders ist als der RD glaubt und falls ich mal keinen ordnungsgemäßen Parkplatz in der Nähe bekommen sollte. Gerade in ersterem Fall: Ein Auto mit eingeschaltetem Warnblinker kann viel sein - ein Auto wo HvO oder DRK draufsteht ist ein deutlicher Hinweis.
      Ich will damit nicht im fließenden Verkehr auf dicke Hose machen "hier, ich bin DRK, lasst mich durch...".

      Weiterhin brauchst du dir bitte keine Gedanken machen, was in mein Auto passt - ich mag keine kleinen Autos und fahre auch keins. Und dank Gasanlage kostet der Sprit die Hälfte :thumbup:
      Finanziell wird es laufen wie mit den anderen HvOs im Ortsverein: Worum ich in begründeter Weise bitte, das bekomme ich in der Regel. Einschließlich AED, Sauerstoff und großem Rucksack. Wir haben (über mehrere Dörfer verteilt) 6 oder 7 HvOs, die alle nen AED vom Ortsverein haben. Das selbe Modell wie in den KTWs des Kreisverbandes und wie auf den Autos des Ortsvereins verlastet.
      Was Verbrauchsmaterial betrifft, gibt es eine Standing Order vom RDL, dass HvOs ihr verbrauchtes Material am RTW ergänzen dürfen. Ich vermute dahinter den Versuch einer Rechtfertigung dafür, dass die Eintreffzeit vom HvO (wird ja im Protokoll festgehalten) teilweise zur Einhaltung der Hilfsfrist gezählt wird. Da hat mein lieber KV nämlich ernste Probleme.

      Beim Sauerstoff hast du vergessen, dass ich ein Ticket für die Verbrennungsklinik bekomme, wenn ich die mit eingecremten Händen aufdrehe ;)
      Klar, es kann passieren, dass mir jemand ins Auto fährt und dass das die Druckflasche nicht mitmacht. Aber die Gefahr halte ich für vergleichsweise gering im Verhältnis zum Nutzen, der daraus entsteht.

      Medis, Thoraxdrainage, i.o.-Zeugs hab ich kapiert, gibbet nich.
      Das Leben ist eine Geschlechtskrankheit mit chronischem Verlauf und garantiert tödlichem Ende.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Blaulichtwasser ()

    • Blaulichtwasser schrieb:

      Ich weiß nicht, wo da die Schwierigkeit sein soll.
      Schwierig ist weder die Anwendung einer I-Gel, noch der eines Laryntubus. Grundsätzlich zählt es aber daß der Anwender weiß was man macht und die Frage ob man zur Anwendung ein Laryngoskop braucht und die folgende Aussage lassen mich noch etwas Schulungsbedarf befürchten.

      Blaulichtwasser schrieb:

      weil ich von seitlich des Patienten her beatmen kann und nicht die Position wecheln muss.
      Das ist so ohne weiteres nicht möglich und in keinem Fall empfehlenswert, ohne Einsatz von einer Fixierung der I-GEL und ohne eine Gänsegurgel ist die Gefahr eines unbemerkten Verrutschens viel zu groß. Eine I-GEL und ein Larynxtubus erleichtern grundsätzlich eine Reanimation und sind auch bis zu einem gewissen Grad fixiert, sie sind aber nicht stark genug fixiert um "größere" Manipulationen ohne Verschiebung zu überstehen. Selbst kleine Manipulationen können unbemerkt dazu führen daß der Magen mit aufgebläht wird bei einer Beatmung, daraus resultieren bei der weiteren Versorgungen ggf. Komplikationen und die Reanimation wird in ihrer Effektivität eingeschränkt.
      Sollte ich jetzt was falsch verstanden haben oder du z.B. eine Fixierung der I-GEL als Standard bezeichnen laß ich mich gern eines besseren belehren, nur so wird etwas als all zu leicht bezeichnet was es nicht ist.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Was die Zeiten betrifft, erreiche ich vom Zustand "nicht wissen dass ich los muss" bis "angekommen am hinterletzten Eck des Dorfes" ca. 4 Minuten.
      Interessante Sache, nimmt man alleine die 4 Minuten bei sicherlich optimalen Bedingungen und zieht sie von den als maximal gegebenen 13 Minuten Anfahrtszeit des Rettungsdienstes ab bleiben 9 Minuten, zieht man davon nochmal 2 Minuten ab für das Ausladen des Equipments und das tatsächliche erreichen des Einsatzortes bleiben 7 Minuten. Sieben Minuten sind einiges an Zeit, relativieren sich aber schon mal wenn man überlegt daß davon eine erste Situationanalyse abgezogen werden muß (wenn es schnell geht 1-2 Minuten) und das Auf- / Ausspacken der Ausrüstung (ca. 30Sek. - 1 Minuten), damit wäre man beim Optimalfall bei Restzeit von 5 Minuten. Ist der Patient jetzt nicht bewusstlos und man arbeitet seine Basics ab (SAMPLE; ggf. OPQRST; RR; P; ggf. BZ und Temp.) hat man schnell weitere 3-4 Minuten an Zeit überbrückt, da steht der Rettungsdienst also schon so gut wie auf der Matte.
      Betrachtet man sich jetzt den "Optimalfall" in Verbindung mit der längsten von dir angegebenen Anfahrtszeit bleiben ca. 5-7 Minuten die es zu überbrücken gilt und genau an diese solltest du deine Ausrüstung anpassen. Bis auf eine Vergeudung von Geld und Raum bringt es nichts wenn du von dem Worstcase und einer zu überbrückenden Zeit von 15 Minuten und mehr ausgehst. Zu beachten ist aber auch, daß es immer noch ein Rettungsmittel gibt welches "nur" 10 Minuten Anfahrtszeit hat und du auch mal aus weniger optimalen Situationen heraus alarmiert wirst, d.h. Schlaf; Dusche; beschlagenes oder zugefrorenes Auto; viel / langsamer Verkehr ..... und damit dein Zeitvorteil auch schnell mal auf 2-3 Minuten sinken kann.
      Dein Engagement in allen Ehren, und ich finde es echt toll wenn man sich dafür so interessiert und engagieren will, aber dein Engagement muß klare Grenzen und eine klaren Rahmen haben. Zu diesen klaren Grenzen und dem klaren Rahmen gehört daß es nur wenige wirkliche Ausnahmefälle gibt und z.B. auch daß viele als bewußtlos gemeldete Personen weder ernsthaft erkrankt, noch beim Eintreffen wirklich bewußtlos sind.

      €ditz zum €dit:

      Blaulichtwasser schrieb:

      ich mag keine kleinen Autos und fahre auch keins.

      Selbst in einem ordentlichen Kombi nimmt ein ausgewachsener Notfallrucksack mit Sauerstofftasche und AED einiges an Platz weg, das ist eben kein kleines Spielzeug. Ein entsprechender Rucksack der AED und Sauerstoff beinhaltet nimmt als leeres Packmaß bei PAX schon 55x55x34cm ein, bepackt werden das gut und gern noch mal einige cm mehr und in Kombination mit Helm und Jacke ist da selbst in einem Kombi der Kofferraum schon gut gefüllt. Kleiner Tipp, nehm dir mal einen voll gepackten Rettungsdienstrucksack; einen Helm; eine RD-Jacke; ein Starthile Kabel; ein Warndreieck und ein KFZ Verbandskasten und leg das mal in deinen Kofferraum, dann bekommst du einen guten Eindruck von dem was auf dich zukommt bzw. kommen kann. Packst du den AED dann noch in eine eigene Tasche und den Sauerstoff auch wird der Kofferraum schnell noch voller.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Ich vermute dahinter den Versuch einer Rechtfertigung dafür, dass die Eintreffzeit vom HvO (wird ja im Protokoll festgehalten) teilweise zur Einhaltung der Hilfsfrist gezählt wird. Da hat mein lieber KV nämlich ernste Probleme.
      Mit Verlaub, aber bei so etwas bekomme ich das ......! Das ist ein Betrug am Bürger; System und nutzt schamlos die Gutmütigkeit einiger zur Kostenminimierung und Verhinderung neuer Arbeitsplätze aus! Mal ganz davon ab daß so etwas sicherlich rechtlich nicht haltbar ist! So etwas zu unterstützen finde ich extremst schlecht und verwerflich, auch wenn ich es ein Stück weit durch einen gewissen Gewissensdruck nachvollziehen kann. Die Sache kompatibles Material direkt und anderes ggf. später ersetzt zu bekommen macht die Nummer übrigens weder rechtens, noch irgendwie besser!

      Blaulichtwasser schrieb:

      Aber die Gefahr halte ich für vergleichsweise gering im Verhältnis zum Nutzen, der daraus entsteht.
      Die Gefahr beste und das ist entscheiden! Selbst wenn die Sache mit dem Schaden am Ventil durch ein VU ein Extremfall sein mag, die Sache mit der umherfliegenden Flasche / Tasche hat alleine bei einer Gefahrenbremsung schon eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit. Interessieren würde mich in wie vielen % der angedachten Fälle du glaubst wirklich unbedingt den Sauerstoff zu brauchen um den Zustand des Pat. zu stabilisieren bzw. zu besser? Meine Erfahrung aus der Regelrettung zeigt das zwar eine größere Menge an Patienten Sauerstoff bekommt, diese aber nur einen Bruchteil der Gesamtpatientenzahl ausmachen und davon wiederum nur ein Bruchteil wirklich den Sauerstoff braucht. Betrachtet man diese sicherlich nicht einzelne Erfahrung wird es echt schwer im HvO System den Sauerstoff mit seinen Gefahren und seinen Kosten zu rechtfertigen.

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    • Ich möchte ja hier nix madig machen, aber wenn ich hier so lese was manch einer in sein Auto packen möchte bekomme ich das große Grauen.

      Mal so ganz prinzipiell, Intubation, Zugang und Medikamente ist gar nix für einen RS. Von zweimal Intubieren und einmal stechen bist du sicher kein Profi! => Finger davon.

      Ich würde mir persönlich eine fertig gefüllte San Tasche/ Rucksack über den OV beschaffen/ beschaffen lassen (Es sei denn du hast zu viel Geld über).
      Zu AED und Sauerstoff: In einem Dorf wo man von einem bis zum anderen Ende 4 min braucht, können nicht so viele Personen wohnen das es sich rentieren würde das Zeug anzuschaffen und bei dir ins Auto zu packen. Ganz zu schweigen von einem Dachschild!!!! Es reicht ein großer Zettel in der Scheibe DRK oder HVO im Einsatz, die Leute kennen dich doch dort.

      Einfach mal noch so ein Tipp aus der Praxis: Nichts ist den Kollegen vom RD mehr verhasst, als vollkommen überforderte Erst Helfer die ein auf Rettungsrambo machen und am Ende nicht mal die Basics beherrschen.

      Zusammenfassend:

      1x San Tasche
      1x Einsatzjacke + PSA
      1x Wolldecke
      evtl. ein DRK Schild für die Scheibe

      Wenn du jetzt doch wieder erwarten hohe Einsatzzahlen hast, weil das ganze Dorf krank ist, Diabetes oder sonst was hat, kannst du immer noch O2 und AED nachkaufen (evtl. findet ihr ja auch einen Sponsor oä.).
      Lass es einfach ruhig angehen und warte mal ab. Viel Erfolg dabei 8)
    • Mal so ganz prinzipiell, Intubation, Zugang und Medikamente ist gar nix für einen RS. Von zweimal Intubieren und einmal stechen bist du sicher kein Profi! => Finger davon.

      Zugang legen ist "anerkannt" als Notkompetenzmaßname (was es ja eig. nicht gibt blablabla, lange Rede kurzer Sinn: wenn es indiziert ist, du den Patienten aufklärst und es kannst ist es auch als RS legitim)

      Klar, die Basics gehen vor, aber (ich kenne die Situation dort nicht) wenn ich als RS zu nem VU komme und auf dem HvO-Piepser schon stand RTW kommt von weiter (wahrscheinlich länger als die 13min), dann mach ich meine Basics und wenn ich mit denen durch bin (veranschlagen wir mal ca. 5min je nach Lage), ist es durchaus legitim, wenn der Patient einen Zugang / Volumen braucht ihm diesen auch zu geben (wenn man es sich zutraut). Patienten aufklären, 1x stechen -> wenns klappt ist doch alles perfekt; wenns nicht klappt würde ich persönlich es nochmal probieren (wenn er den Zugang dringent braucht und nicht einfach Algorithmusmäßig) und wenns dann immer noch nicht klappt, lass ich es bleiben.

      Intubation: warum ? mit nem Larynxtubus geht es schneller, ist einfacher in der Anwendung und wird (zumindest bei uns) häufig auch von den Hauptamtlichen gemacht
      Medikamente: ist nichts für RS (über Glucose lässt sich hier streiten), wenn da was schief läuft bist du am Ars**

      AED: macht in meinen Augen immer Sinn, gerade wenn der Zeitvorteil zum RD je nach dem 5 oder mehr Min ist, ist das outcome mit AED viel besser (es gibt Studien dazu)
      O2: Das würde ich wieder abhänig von der Art der Einsätze machen, prinzipiell aber ein klares JA. Ist jetzt zwar aus dem Herzinfarktalgorithmus draußen, aber grundsätzlich kommt man doch häufig in die Verlegenheit ihn benutzen zu müssen
      Je nach dem wie es finanziell bei euch aussieht, kannst du ja ohne O2 anfangen und dir nach den Einsätzen aufschreiben ob du welchen gebraucht/gegeben hättest und wie vie Zeitgewinn es gebracht hätte. Nach 1-2 Monaten kannst du dann Bilanz ziehen und entscheiden, ist das wirklich nötig oder nur ein nice-to-have und in Ausnahmefällen wirklich nötig

      Einfach mal noch so ein Tipp aus der Praxis: Nichts ist den Kollegen vom RD mehr verhasst, als vollkommen überforderte Erst Helfer die ein auf Rettungsrambo machen und am Ende nicht mal die Basics beherrschen.

      Und das ist das wichtigste, die Basics müssen gemacht sein, dann wird über Zugang, etc nachgedacht. Was absolut nicht sein kann (bei uns leider schon, je nach dem wer grad First Responder fährt) das der RD ein schönes 12-Kanal hingeklatscht bekommt, aber kein RR gemessen wurd und der Puls nicht gefühlt (Qualität und auch auszählen) wurde


      Mal noch ne Frage zu eurer Organisation:
      Wie ist bei euch die Alarmierung ? Werden dann alle die HvO machen alarmiert und gehen auch alle wenn sie können zum Einsatz, oder habt ihr das anders geregelt ?
    • Blaulichtwasser schrieb:

      Der I-Gel ist bei uns sowohl im Rettungsdienst als auch in sämtlichen Ortsvereinen Standard, wird regelmäßig geübt und ich habe den auch schon real eingesetzt. Ich weiß nicht, wo da die Schwierigkeit sein soll. Dafür kann ich im Falle einer Rea im Alleingang sinnvoll 30:2 machen damit, weil ich von seitlich des Patienten her beatmen kann und nicht die Position wecheln muss.
      Halt Stop. Das ist von der Theorie ausgehend, dass für dich jemand drückt, während du AED anschmeißt und den IGel (oder LT) einführst.
      Wenn du aber zum 89 Jährigen reanimationspflichtigen Opa gerufen wird, in dessen Haus sonst nur die Oma wohnt, die schon Schwierigkeiten hat, sich in den Sessel zu bücken, dann musst dus mit der Beatmung sowieso lassen. Da wird der AED angeschmissen, aufgeklebt und dann gedrückt... Das Beatmen muss dann halt der RD übernehmen, wenn er kommt.

      BlueCool schrieb:

      Mit Verlaub, aber bei so etwas bekomme ich das ......! Das ist ein Betrug am Bürger; System und nutzt schamlos die Gutmütigkeit einiger zur Kostenminimierung und Verhinderung neuer Arbeitsplätze aus! Mal ganz davon ab daß so etwas sicherlich rechtlich nicht haltbar ist! So etwas zu unterstützen finde ich extremst schlecht und verwerflich, auch wenn ich es ein Stück weit durch einen gewissen Gewissensdruck nachvollziehen kann.
      Hier widersprichst du dir aber selber lieber BlueCool ;)
      Oben sagst du ihm noch, er soll nicht für den Worst Case packen sondern nur für den Standard Einsatz und dann bist der Meinung, dass jeder einzelne Einsatz vom RD in Hilfsfrist erreicht werden muss (ganz unabhängig von Wetterlage, Stau etc.)
      Da kann halt mal 1/200 Einsätzen der RD etwas zu spät kommen. Und um hier Klagen zu verhindern, gibt es den HvO. Finde ich absolut legitim ehrlich gesagt ;)
      Professioneller Hinweis- und Verwarnungssammler !

    • Falsch!

      Zu den Hilfsfristen dürfen nur Fahrzeuge gezählt werden, die im Landes-RD-Gesetz für die Notfallrettung vorgesehen sind.
      Wenn ein KTW als First-Responder zu einem Notfalleinsatz mit rausgeht, wird dessen Eintreffen nicht für die Hilfsfrist mit eingerechnet.
      Das Land hat dafür zu sorgen, daß alle Bewohner in einer angemessenen Frist eine qualifizierte Notfallmedizinische Hilfe bekommen. Und dazu zählen keine HvO-/ FR-Gruppen.
    • Oben sagst du ihm noch, er soll nicht für den Worst Case packen sondern nur für den Standard Einsatz und dann bist der Meinung, dass jeder einzelne Einsatz vom RD in Hilfsfrist erreicht werden muss (ganz unabhängig von Wetterlage, Stau etc.)
      Da kann halt mal 1/200 Einsätzen der RD etwas zu spät kommen. Und um hier Klagen zu verhindern, gibt es den HvO. Finde ich absolut legitim ehrlich gesagt ;)
      Genau dafür gibt's diesen lustigen Zielerreichungsgrad in der Hilfsfrist von üblicherweise 90 bis 95 %, der genau solche (und anderweitige Duplizitätsfälle) abdeckt. ;)

      Für mehr Grautöne!
    • DanielWSL schrieb:

      ist das outcome mit AED viel besser (es gibt Studien dazu)
      Vorsicht du verwechselt hier was, denn durch den Einsatz eines AED wird nicht das Outcome, sonder die Überlebenschance verbessert und das sind zwei grundsätzlich unterschiedliche Sachen.

      DanielWSL schrieb:

      grundsätzlich kommt man doch häufig in die Verlegenheit ihn benutzen zu müssen
      Müßen? Ist es nicht eher das man es macht, weil man es so gelernt hat und oder sich einen psychologischen Effekt erhofft. Braucht ein Patient Sauerstoff, dann braucht er auch eine höheren Flow (>= 8l/Min) und das brauchen die wenigsten Patienten wirklich.

      DanielWSL schrieb:

      Nach 1-2 Monaten kannst du dann Bilanz ziehen und entscheiden, ist das wirklich nötig oder nur ein nice-to-have und in Ausnahmefällen wirklich nötig
      1-2 Monate halte ich für einen sehr sehr kurzen Zeitraum, wirkliche Erfahrungen wird man nach aller frühstens einem 3/4 Jahr haben, eher noch nach 1-2 Jahren.

      Um mal der Ganzen Diskussion um AED und Sauerstoff einen gewissen Rahmen zu geben hier mal ein paar Zahlen

      eine neue Sauertsoffflasche kostet ca. 100,-€
      ein Druckminderer kostet ca. 130,-€
      ein AED kostet ca. 1200,-€
      ein Rucksack für das Ganze ca. 300,-€
      Das macht initial schon mal 1730,-€

      Die routinemäßige Befüllung des Sauerstoffs kostet ca. 50,-€
      Der routinemäßige Austausch der AED Elektroden ca. 40,-€
      Der routinemäßige Austausch der Batterie des AED ca. 180,-€
      Die regelmäßige gesetzlich notwendige Wartung / Prüfung des Druckminderers ca. 20,-€
      Das heißt, im laufe von ca. 4-6 Jahren kommen ca. 110,- € an laufenden Kosten und in schlechten Jahren sogar um die 290,-€ auf einen zu.

      Nimmt man jetzt die Angabe von Blaulichtwasser dass es in seinem Gebiet 6-7 HvO mit einer entsprechenden Ausstattung gibt wird die Sache erst richtig interessant, denn dann komme ich an initiale Anschaffungskosten von 10.380,- bzw. 12.110,- Euro. Alleine diese Summe ist schon ein ganzer Batzen an Geld, rechnet man dann noch die Kosten für die Unterhaltung dazu wird es noch erheblich mehr.
      Hat man jetzt eine ordentliche Topographie würde es bei dieser Menge an Geld viel eher einen Sinn machen ein zentrales HvO Fahrzeug mit Signal AED; Sauerstoff und Zusatzausstattung anzuschaffen und den umliegenden Helfern nur eine Basisausstattung zur Verfügung zu stellen, denn dann könnte man auch auf die Dauer mit weniger Kosten mehr erreichen.

      Eagle's Eye schrieb:

      Oben sagst du ihm noch, er soll nicht für den Worst Case packen sondern nur für den Standard Einsatz und dann bist der Meinung, dass jeder einzelne Einsatz vom RD in Hilfsfrist erreicht werden muss (ganz unabhängig von Wetterlage, Stau etc.)
      Da kann halt mal 1/200 Einsätzen der RD etwas zu spät kommen. Und um hier Klagen zu verhindern, gibt es den HvO. Finde ich absolut legitim ehrlich gesagt ;)
      Hier reden wir von zwei verschiedenen Sachen, einmal von den gesetlichen Anforderung die an den Rettungsdienst gestellt werden und die erfüllen muss und einmal davon was einen HvO in aller Regel erwartet und davon was dieser leisten kann / soll.
      Das man nicht jeden Notfall innerhalb der Hilfsfrist bedienen kann ist logisch und das sieht auch der Gesetzgeber ein, deshalb gibt es ja meist bei dem Zielerreichungsgrad unter 100%. Ein System welches zu 100% immer die Hilfsfrist erfüllen würde wäre erheblich teurer wie das heutige und in Teilen auch vollkommen überdimensioniert, diese Tatsache aber bewusst als Grundlage zu nehmen um Geld (und nur darum geht es) zu sparen bzw. Gewinn zu machen ist aber einfach rechtlich nicht haltbar. Landesrettungsdienstgesetze und Rettungsdienstbedarfspläne kennen offiziell keine HvO; First Responder und Co. und damit können diese faktisch nicht zur Einhaltung der Hilfsfrist rangezogen werden, weder planerisch; noch praktisch. Ein HvO ist keine feste Planungsgröße, denn weder weiß ich wer da kommt, noch ob überhaupt einer kommt. Ein HvO kann immer nur die zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken, er kann ihn wegen oftmals fehlender Ausbildung und Materialien aber nie ersetzen, vor allem da er nicht transportieren kann. Ein HvO hat seine Berechtigung, ist wichtig und auch gut, er darf aber nicht verhindern dass Leute zu ihrem gesetzlichen und gesellschaftlichen Recht kommen.
      Wäre ein entsprechendes HvO System und die Einbeziehung in die Hilfsfrist wirklich rechtens würde man weitaus mehr hauptamtliche HvO Standorte finden, wie Rettungswachen. Würde man ein entsprechendes System betreiben könnte man zig Kosten sparen und die Auslastung der Transportmittel erheblich steigern, denn dann würde überall ein HvO zum schauen hinfahren und ein Transportmittel nur dann kommen wenn es wirklich notwendig ist. Die Folge eines solchen Systems wäre es dass man an ein bis zwei zentralen Stellen im Kreis eine Rettungswache mit einer "Masse" an Transportmitteln hätte und die Zeiten bis zum Transport wären exorbitant hoch.
      Doch die ganze Diskussion um die Hilfsfrist hat hier nichts zu suchen, es geht darum welche Einsätze einen HvO überwiegend erwarten und welche Ausrüstung er zur Abarbeitung dieser sinnvollerweise vorhalten sollte. In der überwiegenden Vielzahl wird man die Einsätze mit etwas Verbandstoffen; Blutdruckmessgerät; einem Stethoskop; einer Uhr; seinen eigen 4 Sinnen und seiner Sprache abarbeiten können, die Fälle wo man ein Tourniquet; ein I.O.-System; ein Defi oder ähnliches braucht und auch tatsächlich anwenden kann machen einen sehr sehr sehr geringen Bruchteil aus.
    • Wie bei uns auf der Alb, da gibts ne ganze Gemeinde, die von unseren Rettungswachen nur bei gutem Wetter, wenig Verkehr und nem mutigen Fahrer in 15min reiner Fahrzeit erreichbar ist. Da fährt normalerweise der Nachbar-Kreis an, die haben bei etwas Schnee aber auch keine Chance die 15min zu halten.
      Schlupflöcher gibts überall. Sind jetzt die 10 oder die 15 Minuten eine eingehaltene Hilfsfrist? Wird die reine Fahrzeit gerechnet oder die Zeit ab dem ersten Klingeln auf der Lst?
      Vor allen können in 50% (Fläche) unseres Kreises bei weitem keine 15min mehr eingehalten werden, wenn zwei bestimmte RTWs mal wieder gleichzeitig unterwegs sind. In dem Gebiet wohne auch ich...
      Thats life.
      Nein ich sage nicht aus welchem Kreis ich komme ;)

      @ BlueCool: Ich habe nie gefragt ob ich ein Laryngoskop für den I-Gel brauche (danke für die Unterstellung). Sondern ob ich das Laryngoskop brauche, wenn ich ohnehin nicht vorhabe zu intubieren und stattdessen den I-Gel anwende.

      Übrigens bin ich mit Glukose i.v. vorsichtig. Auch wenn wir nur G-20 haben. Kommt nicht gut wenns doch neben die Vene geht.
      Alarmierung läuft über nen digitalen DME, den ich ohnehin vom Ortsverein habe. Kommt einfach ne zweite Schleife drauf. Und mit HvOs wirds so gehandhabt, dass man bei Alarmierung entweder zuhause ist und hinfährt oder eben nicht.
      Das Leben ist eine Geschlechtskrankheit mit chronischem Verlauf und garantiert tödlichem Ende.
    • Sauerstoff und ein AED ist teuer aber lebensrettend, wenn du es dir also finanzieren lassen kannst solltest du es nehmen.
      Privat anschaffen wäre mir deutlich zu teuer für den HvO Betrieb (für Privat/die Familie sieht es wieder anders aus, da kann man auf die Vorschriften...)
      Zur von Bluecool angesprochenen Transportsicherheit möchte ich sagen: Was glaubst du wie Bereitschaften auf dem Weg zum San-Dienst ihre 02-Flaschen "sichern"? :rolleyes:

      IV-Zugangs-Material solltest du auch mitnehmen, auch dies ist potentiell lebensrettend.
      IO und Thoraxpunktionskanüle ist in meinen Augen zu "heiß" wenn du nicht offiziell damit ausgebildet bist.

      I-Gel würde ich einpacken.
      Ich kenne zwar nur den LT aus der Praxis, aber wenn du mit dem I-Gel umgehen kannst dann nimm den.
      Der Vorteil für dich ist, dass du keine "Überkopf-CPR" machen musst und mit einem Ersthelfer kontinuierliche CPR machen kannst.
      Bei einem VU mit eingeklemmten bringt der Tubus dir auch erheblich mehr Möglichkeiten.
    • Blaulichtwasser schrieb:

      Sind jetzt die 10 oder die 15 Minuten eine eingehaltene Hilfsfrist? Wird die reine Fahrzeit gerechnet oder die Zeit ab dem ersten Klingeln auf der Lst?
      Was wie gerechnet wird wird ganz klar im Landesrettungsdienstgesetz und den dazugehörigen Verordnungen geregelt, lokale Regelungen haben dort keine Gültigkeit. Wie das in BW mit den 10 und 15 Minuten ist wurde jetzt ganz klar nochmal in einer Diskussionsrunde zum Rettungsdienestgutachten für das Rhein-Neckar-Gebiet erklärt, in der Regel gilt eine Hilfsfrist von 10 Minuten und in Ausnahmefällen von 15 Minuten. Betrachtet man sich den Gesetzestext nur genau hält ein Rettungsdienstbereich der in 95% aller Fälle innerhalb von 15 Minuten am Notfallort ist und in z.B. 86% in 10 Minuten nicht wirklich die Hilfsfrist, auch ist es so dass die 15 Minuten keine zu verwendende feste Standardplanungsgröße darstellen.

      Blaulichtwasser schrieb:

      Vor allen können in 50% (Fläche) unseres Kreises bei weitem keine 15min mehr eingehalten werden, wenn zwei bestimmte RTWs mal wieder gleichzeitig unterwegs sind.
      Dafür gibt es die X % Spielraum unterhalb der 100% bzw. tlw. werden entsprechende Vorkommnisse bis zu einem gewissen Grad komplett aus der Hilfsfrist herausgenommen. Kommt so etwas zu oft an einem oder mehreren Standorten vor hat man eine Unterdeckung, eine etablierung eines HvO Systems zur Kompensation derer hält dann die Kosten zwar stabil, vertuscht aber den tatsächlichen Bedarf und verhindert so neue Arbeitsplätze.

      RedWolf schrieb:

      Zur von Bluecool angesprochenen Transportsicherheit möchte ich sagen: Was glaubst du wie Bereitschaften auf dem Weg zum San-Dienst ihre 02-Flaschen "sichern"? :rolleyes:
      Zum Beispiel in fest im Kofferraum montierten Regalen mit einer festen Abdeckung oder in einem Kofferraum der über ein festes oder flexibles Gepäcksicherungsnetz verfügt? Orientier man sich an den Negativbeispielen würde ich übrigens auch von Helm; Handschuhen in jeglicher Art und Weise und der Jacke abraten, es gibt zahlreiche Fälle in denen zahlreiche Personen entsprechendes Material nicht getragen haben und ihnen nichts passiert ist, in manchen Fällen soll das sogar lebensrettend gewesen sein (z.b. durch die fehlende Möglichkeit mit der Jacke irgendwo hängen zu bleiben). ;) :P

      RedWolf schrieb:

      IV-Zugangs-Material solltest du auch mitnehmen, auch dies ist potentiell lebensrettend.
      Beachtest du bitte mal meine Zeitrechnung und überlegst dir mal wie lange ein komplett alleine vorbereitet und gelegter Zugang braucht. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Überlegung wie die sinnvollerweise auch mit zuführende Infusion gelagert wird, im Sommer bei tlw. extremer Hitze und im Winter bei tlw. extrem Kälte. Eine tiefst kalte Infusionslösung, die ggf. so gar angefroren sein kann, ist das letzte was ein Standardpatient braucht und extreme Hitze "mag" manche Infusionslösung bzw. deren Bestandteile auch nicht. Ganz davon ab gibt's da noch etwas das man bedenken sollte, die Blutabnahme. Führe ich schon Zeug für den Zugang mit sollte ich auch diese dabei haben, sonst muss der Patient ggf. 2x und mehr gestochen werden. Dummerweise beinhalten aber auch gewisse Blutröhrchen Flüssigkeit und auch diese ist nicht unbedingt begeistert von extremen Temperaturen bzw. Temperaturschwankungen. Die Sache mit dem Zugang hat also so seine Tücken, mal ganz davon ab dass man das legen eines solchen sicher beherrschen sollte.

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    • Blaulichtwasser schrieb:

      Sollte ich die Menge an Verbrauchsmaterialien so wählen, dass ich im Zweifel auch ein paar Einsätze ohne Auffüllen machen kann, oder lieber sparsam?
      Als kleiner Tipp: Hast du bei der Erstversorgung Einmalmaterial wie Kompressen, Mullbinden, Gold-Silber-Decke, Sauerstoffmasken und so weiter gebraucht, lass dir das was du gebraucht hast von der RTW-Besatzung wieder geben ;).
      Verursacht für den Rettungsdienst ja keine Mehrkosten, denn wenn du nicht da wärst, hätten sie ja auch ihr eigenes Material nutzen müssen, insofern können sie dir dein Material ja ersetzen.